Vielleicht sollte man ein wenig Marktsegmentierung betreiben, wenn man unangenehme Kollateralschäden, wie sie Satinlook immer wieder befürchtet, vermeiden will.
Ich habe den Eindruck, dass der heterosexuelle Strumpfhosenträger, der hier die Regel seine dürfte unter denn strumpfhosentragenden Männern, der sich in der Öffentlichkeit in Strumpfhosen zeigen will, eher wenig Interesse daran hat von Männern gesehen zu werden und Negativreaktionen, wie Lachanfälle, tunlichst vermeiden will. Damit ist "Die Öffentlichchkeit" als Zielpublikum aber ungeeignet, weil nur ca. 50% weiblich sind und unter diesen ein Gutteil kein Verständnis für einen strumpfhosentragenden Mann aufbringt.
Also stellt sich für solche, bei denen diese These zutrifft, die Frage, wo nimmt man Frauen her, die sich nicht durch den männlichen Strumpfhosenexhibitionismus belästigt fühlen, sondern die bereit sind, sich mit dieser Thematik auf sachlicher Ebene auseinander zu setzen, bzw. die das Ganze zumindest mit einem Augenzwinkern betrachten.
Um nun so das Zielpublikum einzugrenzen, fällt mir als erstes die eigene Frau/Freundin ein, die aber oft nicht willens ist, da mitzuspielen, wie wir aus dutzenden Beiträgen hier wissen.
Dann kämen die Verkäuferinnen in einschlägigen Erotik Shops in Frage. Die sind, infolge der Natur Ihres Geschäftes, meist recht offen und finden, nach meiner Erfahrung, an strumpfhosentragenden Männern üblicherweise nichts auszusetzen.
Wenn man eine zeitlang in einer bestimmten Boutique einkaufen geht, kann man auch abschätzen, ob die Dessousverkäuferin dieser Thematik eher konservativ oder doch liberal gegenübersteht. Ich habe beispielsweise noch nie eine Wolford Angestellte kennen gelernt, die mit meinem Strumpfhosenfetisch ein Problem gehabt hätte.
Diese Liste lässt sich natürlich noch fortsetzen. Worauf ich hinaus will ist, warum muss man denn unnotwendige Friktionen am Arbeitsplatz, oder in der breiten Öffentlichkeit riskieren, wenn es auch anders geht.
Ich will damit jetzt nicht behaupten, dass ich nie mit Strumpfhose und Shorts in der Öffentlichkeit unterwegs bin, allerdings fühle ich mich auch nicht immer wohl in meiner Haut, wenn ich das tue. Um zwei Extrembeispiele zu bemühen: Wenn ich da in eine jugendliche Rockerbande reingeraten würde, wäre der Kollateralschaden doch recht groß und wenn ich der 80 jährigen Schwiegermutter in einer Einkaufspassage in die Arme liefe, wäre das auch nicht gut.
Also vielleicht sollet man(n) es sich doch überlegen, ob, und wenn ja in welcher Form, man(n) sich exhibitioniert.
Andreas