tl;dr: Ich bin überzeugt, dass fsh oder Cross Dressing für einige Menschen eine krankhafte Sucht sein kann, welche eine Partnerschaft bedrohen kann. Gebt auf Euch acht.
Vor einigen Tagen hat sich ein neues Forumsmitglied vorgestellt und dabei von der Trennung der Partnerschaft berichtet. Die Leidenschaft für fsh oder Cross Dressing spielte dabei eine Rolle. In einigen Kommentaren wurde dann sehr schnell darauf hingewiesen, dass sofern man eben nicht mehr zusammenpasse, weil z.B. die Leidenschaft für fsh/CD nicht geteilt oder zumindest toleriert würde, eine Trennung doch gut sei.
Keinesfalls kommentiere ich hier den Einzelfall, aber der Thread brachte mich allgemein ins Grübeln und habe daher diesen alten Thread aufgegriffen.
Es gibt bestimmt Menschen, die zu fsh, CD, oder auch Travestie gekommen sind, weil sie sich nicht der gesellschaftlichen Norm entsprechend ihrem biologischen Geschlecht zugehörig oder den Normen verpflichtet fühlen. Sei es in Teilen oder auch ganz; sei es, weil vielleicht auch der Körper "uneindeutig" ist oder was auch immer. Im Extremfall fühlen sich diese Menschen im falschen Körper und vielleicht folgt dann sogar eine Transition. Ich feiere jeden, der in diesem Kontext zu sich findet und dazu wohl meistens hohe Hürden überwinden musste. Um diese Menschen soll es hier NICHT gehen.
Ich schreibe hier über biologische cis-Männer, die das auch nicht Frage stellen und mit dieser Tatsache grundsätzlich im Reinen sind. In diesem Forum braucht es sicherlich keine Erklärung, dass es einige Männer gibt, die irgendwann zumeist in jüngeren Jahren, vermutlich aus (sexueller) Neugierde, mal eine Strumpfhose oder, bei inzwischen älteren Semestern, auch mal Strümpfe mit Strumpfhaltern angezogen haben. Ich schreibe ab jetzt von Männern, denn das liegt mir hier näher und natürlich denke ich dabei auch "an einen Freund" ;-)
Und siehe da: Einige fanden das irgendwie erotisierend. Oder mit anderen Worten: es machte ein gutes Gefühl. Sicherlich war es bei vielen auch mit Scham verbunden. Aber wenn es keiner sieht... Und wie toll ist das denn? Für kleines Geld eine fsh kaufen und dafür gibt es in einer ruhigen Stunde eine kleine Flucht aus dem Alltag, in der man sich gut fühlt. Es darf aber keiner wissen, denn es weicht von der Norm ab.
Ich denke, dass es von hier aus einen Weg in eine Sucht geben kann. Nämlich dann, wenn man diesen Kick immer dann sucht, wenn es einem nicht gut geht. Und es ist so einfach den Kick zu erhöhen... Zu der fsh, die man daheim verborgen, nur für sich trägt, kommen vielleicht noch Pumps und dann ein Rock dazu. MakeUp, Kleid, Perücke... So wird die Dosis gesteigert. Dann ein Forum: wie toll ist das, wenn man Likes für ein Foto bekommt? Ich führe hier nicht aus, wie die Dosis weiter gesteigert werden kann, wenn man die eigenen vier Wände verläßt.
Und wenn sich diese Entwicklung erst nach Jahren einer "üblichen" Partnerschaft einstellt, dann sind die Schwierigkeiten vorprogrammiert, wenn es entdeckt wird. Jedenfall können dann viele Dinge geschehen, die die Lebenspartnerin nicht mit dem Mann in Einklang bringt, den sie sich damals für das Leben ausgewählt hatte; Eigenschaften, die das ganze Leben, in gewisser Weise die Existenz bedrohen.
Wenn man den Drang zur kleine Flucht dann nicht unter Kontrolle hat, um die Fallhöhe und z.B. um die Verletzungen der Partnerin wissend, dann hat das für mich schon Züge einer Sucht. Es gibt da viele Parallelen zu den "üblichen" Süchten, wie Alkoholismus oder der Sucht nach Sex.
Lange Rede, kurzer Sinn: Wenn sich jemand da wiederfindet: gebt auf Euch und Eure Lieben acht. Ist der Kick das wert? Wie man suchtartiges Verhalten erkennen kann, kann man googlen.
Zur Sicherheit: Ich habe hier nicht über Menschen geschrieben, die ihre geschlechtliche oder sexuelle Identität hinterfragen und vielleicht nicht wissen, wie sie in ihrem Umfeld damit umgehen sollen. Auch nicht von Menschen, die ab und an ein Glas Wein oder zwei in Gesellschaft trinken oder ab und an ein Kleid im Einklang mit sich und ihrer Umgebung tragen. Ich habe über Männern geschrieben, die sich mit weiblicher Kleidung einen Kick geben und das suchtartig mißbrauchen, um der Realität zu entfliehen.