Lehrer, Angestellte, Arbeiter und ihre Stellung in Sozialsystemen

Und du glaubst, wenn irgendetwas den Staat weniger kostet, dann wird es besser???

Wir werden noch schön schauen, in den nächsten 25 Jahren. Keine ausreichenden Kinder ergibt keine arbeitenden Hände, also niemand da der das so ausgefuchste System erhält, und der uns dann Alte finanziert und im Pflegeheim versorgt. Wir können uns schon heute von unserem Wohlstand verabschieden.
 
Und du glaubst, wenn irgendetwas den Staat weniger kostet, dann wird es besser???
Die falsche Frage. Schlechter kann es kaum werden. Ausser in Bayern und Sachsen sind die naturwissenschaftlichen Grundlagen desaströs. Und Sachsen hat am wenigsten verbeamtete Lehrer. Da gibt es vielleicht ein Zusammenhang. Übrigens erhalten verbeamtete Lehrer jetzt schon das „System“ nicht. Die zahlen nämlich nichts ins Rentensystem ein. Deswegen muss es reformiert werden und nicht zu zaghaft.
Einige können nicht viel privat fürs Alter vorsorgen, aber zu viele sorgen einfach nicht vor, obwohl sie könnten. Der Wohlfahrtsstaat wird es schon richten. Von dem Gedanken sollten wir uns verabschieden und so gut es geht Vorsorge treffen. Der Staat soll dort eingreifen, wo einer nicht kann. Alleinerziehende, Kranke oder teilzeitarbeitende Geringverdiener. Aber diejenigen, die ihr Geld verjubeln, weil der Staat sie am Ende doch rettet, die sollen sich durchaus verrechnen dürfen.
 
Hier in Österreich funktioniert das anders, "sozialistischer". Beamte zahlen nichts ein, gehen dafür nicht in Pension, nur in den Ruhestand (und könnten theoretisch wieder aktiviert werden). Daher verdienen sie weniger als Angestellte und Arbeiter, die in die einzige Pensionsversicherungsanstalt einzahlen müssen, ob sie wollen oder nicht — wie auch die Selbstständigen. Dafür gibt es höhere Gehälter und höhere Pension.

Was besser ist, das weiß ich selber nicht.
 
@Satinlove interessant, aber verstehe ich nicht ganz.
Wer bekommt in Österreich mehr im Alter?
Der Beamte, oder der Angestellte (bei gleichem Gehalt im Arbeitsleben)?
 
@Satinlove interessant, aber verstehe ich nicht ganz.
Wer bekommt in Österreich mehr im Alter?
Der Beamte, oder der Angestellte (bei gleichem Gehalt im Arbeitsleben)?
Das ist eben nicht so einfach. Sonst wären wir ja nicht in Österreich. Also sei mir verziehen, wenn ich das hier nicht ganz richtig darstelle, insbesondere bei den Beamten kenne ich das nur von meiner Schwester, eine der letzten beamteten Lehrerinnen.

Beamte haben meines Wissens ein relativ geringeres Bruttoeinkommen in 14 Monatsgehältern, bekommen aber netto mehr raus weil sie ja keine Pensionsversicherungsbeiträge einzahlen. Insgesamt ist das Netto eher geringer als bei Angestellten. Aber mit dem Alter steigt das Einkommen doch ziemlich an, es gibt jede Mengen Zulagen usw. usf. und der 14x jährlich ausgeschüttete Ruhestandsbezug kennt dann auch keine Obergrenze. Dadurch kann der Beamtenruhestandsbezug dann für ehemals höhere Beamte doch wieder recht hoch werden. Das "Beamten-Fußvolk" hat davon aber wenig.

ASVG-Versicherte, also "normale" Selbstständige, Angestellte und Arbeiter mit üblicherweise 14 Monatsgehältern, zahlen zwingend in die PVA, die Pensionsversicherungsanstalt spürbare Beiträge ein, die einen festen Prozentsatz des Jahres-Bruttoeinkommens darstellen. Hier gibt es ein Maximum, die Höchstbemessung. Ein fester Prozentsatz dieser eingezahlten Beiträge wird auf einem "Pensionskonto" gesammelt (und dort auch indexgesichert) und dieses bildet dann die Höhe der Pensionsleistung dar, welche auf 14 Mal aufgeteilt ausbezahlt wird. — Dieser Pensionsanspruch ist relativ erfreulich, aber nicht beliebig steigerbar. Maximal steigen jene aus, die sehr viele Jahre Höchstbemessung eingezahlt haben.

Ob jetzt der Beamte oder der ASVG-Versicherte für "dieselbe Arbeitsbelastung" mehr Geld sieht, das kann ich nicht beantworten. Nur, dass zwei Gründe für den Lehrerberuf sprechen: Juli und August. :cool:

Die Beamten-Mittelschicht ist sehr ausgedünnt, die Arbeitsbelastung der Beamten durchaus hoch. Das Einkommen wird für die Masse eher als vernünftig dargestellt und die soziale Absicherung dafür als hoch. Für Neiddebatten sehe ich hier wenig Veranlassung. Meine Schwester hat in jungen Jahren nicht besonders viel verdient, der eigene Gestaltungsspielraum beim Einkommen durch besonderen Fleiß u.ä. ist durch das System limitiert.

Ich meine nach einigen Gesprächen mit deutschen Bekannten, dass das österreichische System den Bürgern während des Arbeitslebens höhere Belastungen abverlangt und im Alter dafür eine bessere Versorgung bietet als in Deutschland. Eben "etwas sozialistischer".
 
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