*
Ich habe auch schon festgestellt das, wenn ich mich in der linken Szene bewege, ich als CDU Wähler sehr klar dem rechten Spektrum zugeordnet werde, während die AfDler alles was links von der AfD ist alles komplett als links oder linksgrün bezeichnet wird.
Finde ich erstaunlich, da du doch auch gern alles links des rechten Flügels der CDU schon als "links-grün-versifft" bezeichnet hast und eine Abneigung gegen "grüne" Themen an den Tag gelegt hast, die eher dogmatisch, denn politisch begründet empfunden werden konnte.
Nichts für ungut, in der CDU gibt es gewiss gute Leute, nur leider haben die gerade alle nicht die Regierungsverantwortung. Das was Reiche da irrlichtert mit der Abkehr von erneuerbaren Energien, das wird selbst in der eigenen Partei mit teils fassungslosem Kopfschütteln zur Kenntnis genommen, und über Merz' weinerliches Klagelied würde ein Kohl oder auch ein Strauß aus der Schwesterpartei sicher ein vernichtendes Urteil fällen.
Hier in meiner Stadt gibt es einen "CDU-Opa", der bei Facebook recht aktiv ist, Dieter Breymann.
Der bringt viele Dinge gut auf den Punkt und wenn man ihm zuhört, gewinnt man manchmal ein wenig den Glauben daran zurück, dass sich "grüne" Themen und konservative Politik nicht ausschließen, sondern eigentlich sehr gut vereinbar sind, wenn man denn will.
Realistisch betrachtet haben die Grünen viele Positionen der SPD assimiliert und da die alte Tante sich nicht nennenswert profilieren konnte, ist ihre Legitimation beim Wähler zugunsten der Grünen stark geschwunden.
Ich könnte jetzt nicht aus dem Stand referieren, wo das Programm der SPD sich nennenswert von dem der Grünen unterschiede, noch weniger, warum ich eher sozialdemokratisch denn Grün wählen sollte, ist das Programm der Grünen doch inzwischen auch im Sozialpolitischen schärfer als das der SPD.
Daher sehe ich die "politische Mitte" exakt da, beim gemäßigten eher linken Flügel der CDU und dem eher konservativen Flügel der Grünen.
Das "Starke-Mann-Gehabe" von Figuren wie Amthor oder Linnemann, der allen Ernstes mal forderte, die deutsche Politik brauche mehr Trump, ist da IMHO kontraproduktiv und wird nicht dazu dienen können, die "Wähler vom rechten Rand wieder einzufangen", wie man offenbar jenseits aller Realität spekuliert.
Es wird spannend sein, ob sich bei der nächsten Wahl eine Mehrheit für diese beiden Parteien der Mitte mit einer eventuellen Beteiligung der SPD wird bilden lassen, oder ob der Populismus es schafft, dem System die Pistole auf die Brust zu setzen.
Obwohl ich meine Position eher links verorte, bin ich doch kein Freund der Linken, aber mit einer sehr eloquenten Frau Reichinnek (ein bisschen erinnert sie mich immer an Gysi, den brillanten Rhethoriker) wird auch dieser linke Rand eine Rolle spielen, wenn die auch eher dem rechten Rand in die Karten spielen könnte, wenn es darum geht, eine Regierungskoalition zu bilden.
Nun, passt eigentlich nicht wirklich in diesen Thread, aber ich lass meine Gedanken halt gern mal schweifen.