Materialien in Strumpfhosen

Paule

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Ich wollte schon immer mal eine Übersicht über die Materialien, die in Strumpfhosen verarbeitet sind, erstellen. Dazu habe ich auch KI benutzt, mich aber von der Richtigkeit überzeugt, soweit ich es kann.

Das heute wichtigste Material, das Strumpfhosen ja auch schon im Namen tragen, ist Nylon.
Nylon wurde am 28. Februar 1935 von dem Chemiker Wallace Hume Carothers bei DuPont in den USA erfunden. Es war die erste vollständig synthetische Faser (Polyamid), die als reißfester Ersatz für Seide entwickelt wurde. Das Patent folgte 1937, und am 15. Mai 1940 kamen die ersten Nylonstrümpfe auf den US-Markt.

Wichtige Fakten zur Nylon-Erfindung:

  • Entwickler: Wallace Hume Carothers (1896–1937) arbeitete im Auftrag des Chemiekonzerns DuPont an der Erforschung von Polymeren.
  • Zeitpunkt: Die erfolgreiche Synthese von "Nylon 66" gelang am 28. Februar 1935.
  • Zweck: Ursprünglich als Ersatz für teure japanische Naturseide gedacht, revolutionierte es die Textilindustrie.
  • Erste Produkte: Entgegen der allgemeinen Meinung waren die ersten Nylonprodukte keine Strümpfe, sondern Borsten für Zahnbürsten.
  • Der "Nylon-Day": Am 15. Mai 1940 wurden in den USA 5 Millionen Paar Nylonstrümpfe an einem einzigen Tag verkauft.
Nylon ist eine extrem reißfeste, elastische und leichte synthetische Kunstfaser aus der Gruppe der Polyamide. Sie wird aus Erdöl hergestellt, ist wasserabweisend und findet breite Anwendung in Bekleidung (Strumpfhosen, Sportkleidung), Zelten, technischen Bauteilen (Zahnräder) und Filamenten für 3D-Drucker. Das Material ist bekannt für seine hohe Abriebfestigkeit und thermische Stabilität.
Es handelt sich um ein künstlich hergestelltes Polykondensat aus Hexandisäure und Hexan-1,6-Diol


Perlon- und die Unterschiede zu Nylon
In Deutschland sprach man lange auch von Perlonstrümpfen, selbst wenn man Nylonstrümpfe meinte. Das hat historische Gründe, wurde Perlon doch 1938 von dem deutschen Chemiker Paul Schlack erfunden.
Perlon ist wie Nylon eine synthetische Faser, ein Polykondensat, das allerdings aus einem einzigen Monomer, dem cyclischen Amid Lactam-6 (Caprolactam) hergestellt wird, weshalb es auch den Trivialnamen Nylon-6 hat. Es wurde als deutsche Alternative zu Nylon entwickelt.
Wie Nylon ist es reißfest, elastisch und glänzend, wird häufig für Strümpfe, Textilien, technische Filamente (z. B. Bürsten) und chirurgisches Nahtmaterial verwendet. Allerdings hat Perlon einen niedrigeren Schmelzpunkt (215 - 220 °C) als Nylon (250-260 °C) und gilt als etwas weicher und glänzender als Nylon.
Heute sind Strumpfhosen weltweit vorwiegend aus dem mechanisch stabileren Nylon.

Elastan als Zusatz in neuerer Zeit
Elastan wird seit Beginn der 1960er Jahre in Strumpfhosen verarbeitet, nachdem die Faser 1959 als „Fibre K“ eingeführt und ab 1962 als Lycra vermarktet wurde. Es revolutionierte die Feinstrumpfindustrie durch hohe Elastizität und Passform, wobei eine breite Verwendung in Feinstrumpfwaren besonders ab den späten 1980er Jahren zunahm.
Die Beimischung von Elastan (häufig 3–10 %) erfolgte anfangs, damit Strumpfhosen nicht ausleiern und eine gute Passform ohne Faltenbildung behalten. In den späten 1980er Jahren stieg der Elastananteil unter dem Handelsnamen Lycra, was es erlaubte, Strumpfhosen mit besonderem Glanz zu produzieren. Ist die Nachfrage nach glänzenden Strumpfhosen seit Beginn der 2010er Jahre auch zurückgegangen, hat Elastan (Lycra) seine Bedeutung nicht verloren. Allerdings gibt es heute Strumpfhosen mit 30 % Elastananteil und mehrt, was gerade Modelle mit besonders niedriger den Zahl mechanisch stabiler macht und vor Laufmaschen bewahren soll.
Chemisch gesehen ist Elastan ein Handelsname für Fasern aus Polyurethan, das aus Diisocyanten und Diolen hergestellt wird.


Strumpfhosen auch aus Polyester
Während dünne, transparente Strumpfhosen meist aus Polyamid (Nylon) bestehen, findet Polyester eher in dichteren, wärmeren Strumpfhosen Verwendung.
Polyester, ein Polykondensat aus Dicarbonsäuren und Diolen, wurde schon lange als synthetische Faser in der Damenoberbekleidung eingesetzt, bevor auch in Strumpfhosen Einzug erhielt. Entscheidend dafür war die Frage nach Thermostrumpfhosen mit wärmenden Eigenschaften.
Während dünne, transparente Strumpfhosen meist aus Polyamid (Nylon) bestehen, findet Polyester also eher in dichteren, wärmeren Strumpfhosen Verwendung. Sie zeichnen sich durch hohe Formbeständigkeit, schnelle Trocknung und gute Wärmeisolierung aus. Polyester läuft im Vergleich zu Nylon seltener ein, kann aber bei empfindlicher Haut schneller zu Reizungen führen.

Und Strumpfhosen aus Mikrofaser?
Mikrofaser ist ein synthetisches, extrem feines Gewebe (meist aus Polyester/Polyamid), dessen Fasern feiner als 0,1 dtex (den) sind und oft unter 10 μm Durchmesser liegen. Es zeichnet sich durch hohe Reißfestigkeit, Saugfähigkeit, Weichheit und Fusselfreiheit aus.
Mikrofaser-Strumpfhosen bestehen also aus extrem feinen synthetischen Fasren (oft Polyamid/Elastan), die für ein samtweiches, mattes Hautgefühl und hohe Blickdichte sorgen. Sie sind sehr dehnbar, formstabil, atmungsaktiv und wärmen besonders gut, was sie ideal für den Winter macht. Zudem sind sie oft strapazierfähiger als feine Nylonstrümpfe. Jedoch gibt es sie auch in kleineren den Stärken wie 20 den.
 
Zuletzt bearbeitet:
Eine Strumpfhose aus Seide von Hudson (1985) habe ich mir gerade wieder über ebay gekauft. Wie früher ca. 30 DM/16,50 Euro.
Die FSH besteht aus Perlon, das mit Seide umsponnen ist. Die Packung (Größe III, eh zu klein) bleibt als Sammlerstück natürlich geschlossen.
 
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