... Ich kann gar nicht verstehen, wie man dem Vasall Moskaus eine Träne nachweinen kann. ...
Nein das verstehst du nicht. Und mir ist es viel zu mühselig dir das schriftlich zu erklären zu versuchen, alleine weil du es auch nicht verstehen willst, sonst hättest du dich bestimmt schon mit Biographien von normalen DDR-Bürgern beschäftigt und würdest wissen, dass dort Leute wie du und ich gelebt haben und trotz allen Unrecht, das es zweifellos auch gab, waren sie vielleicht glücklich, haben sie geliebt, haben sie gelernt, haben sie gelacht, haben sie geweint, haben sie gearbeitet, haben Kinder gezeugt usw.
Diesen Leben einfach mit "dem wein ich keine Träne nach" ab zu tun, wird weder den Menschen noch den Land nicht gerecht.
Gerade wir, die wir damals geblieben und im "Widerstand" waren, könnten dir einiges aufzählen was an der DDR im Vergleich zu BRD gut war, genauso wie wir dir einiges aufzählen könnten, was wir an der BRD besser fanden und was uns gefehlt hat und warum wir auf die Straße gegangen sind.
Es war weder in der DDR noch in der BRD alles schwarz weiß, sondern es gab viele Farbtöne. Das eine Land als das ultimative Verbrecherregime abzutun und das andere als den heiligen Ort, wo alles gut und richtig war hinzustellen, wird der Geschichte kein bisschen gerecht. Es gibt Aspekte der DDR, denen weine ich sehr wohl eine Träne nach, aber das kannst du nicht verstehen, weil du dort nicht gelebt und sie nicht erlebt hast.
"Satt zu Essen und ein Ausweis der was gilt": Pension Volkmann: Erschienen in der DDR, 1985