Ausgebeutet für den Klassenfeind- Strumpfhosen für den Westen

Paule

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Ein trauriges Kapitel deutsch-deutscher Geschichte beschreibt der Film "Ausgebeutet für den Klassenfeind", in dem von nicht DDR Regime treuen Frauen berichtet wird, die in der Haft Strumpfhosen für den Westen herstellen mussten, im Dreischichtbetrieb ohne entsprechenden Lohn.

https://www.3sat.de/page/?source=/ard/sendung/184544/index.html
 
Ist ein altes Ding,in Hohneck bei Stollberg in einem ehemaligen Schloß lief die Produktion von ESDA FÜR DEN kLASSENFEIND auf Hochtouren. Wußte jeder in der Gegend.
 
Schade ... zu spät gelesen ... wohn ja gleich um die Ecke :-/
 
Gerade wieder aktuell:


https://www.waz.de/wirtschaft/artic...hat-aldi-von-ddr-zwangsarbeit-profitiert.html (leider nur gegen Bezahlung)

 
Eine Ausstellung mit Installationen der Berliner Künstlerin Andrea Pichl in Heilbronn hat neben anderen für den Westen in der DDR produzierten Dingen auch die Strumpfhosen aus Hoheneck zum Gegenstand

 
Man hat Quelle das eben vorgeworfen, Strumpfhosen zu kaufen die im Knast produziert wurden. Aber:Quelle hat sie von ESDA gekauft nicht von Hoheneck, zusammen mit Strumpfhosen aus anderen Betrieben. Ob Quelle das mit Hoehneck wußte, konnte jedenfalls meines Wissens nach nie belegt werden.
 
Man hat Quelle das eben vorgeworfen, Strumpfhosen zu kaufen die im Knast produziert wurden. Aber:Quelle hat sie von ESDA gekauft nicht von Hoheneck, zusammen mit Strumpfhosen aus anderen Betrieben. Ob Quelle das mit Hoehneck wußte, konnte jedenfalls meines Wissens nach nie belegt werden.
Wenn die Preise im Einkauf zu schön sind um wahr zu sein, dann war/ist es oftmals nicht schön ; manchmal sogar ziemlich hässlich.
 
Wenn die Preise im Einkauf zu schön sind um wahr zu sein, dann war/ist es oftmals nicht schön ; manchmal sogar ziemlich hässlich.
Das ist auch eine Sache der Verbraucher. Früher war es Quelle, heute heisst es Temu oder Shein und bei Autos BYD etc. Fast alle sind ja so mega froh, dass es möglichst wenig kostet. Und dann wird das Zeug um die halbe Welt gekarrt. Ich sage nur Eigenverantwortung, auch der Abnehmer.
 
Bitte schau dir mal das Video in dem anderen Thread an, @florenzfalke Du sprichst indirekt vom dem Geiz der Verbraucher. Ich könnte entgegen halten, das die Kaufkraft bereinigt seit 2019 stagniert (wie haben sich die Preise zwischenzeitlich entwickelt?) und andererseits auf die Gier der großen Companies verweisen. Wenn es wirklich der Markt wäre, der alles regelt, wie immer behauptet wird, dann sähe die Gesamtsituation der Marktwirtschaft anders aus.
 
Das ist auch eine Sache der Verbraucher. Früher war es Quelle, heute heisst es Temu oder Shein und bei Autos BYD etc. Fast alle sind ja so mega froh, dass es möglichst wenig kostet. Und dann wird das Zeug um die halbe Welt gekarrt. Ich sage nur Eigenverantwortung, auch der Abnehmer.
Sehr gut formuliert! Temu lag mir auch auf den Fingern, beim "Geiz ist Geil" Vergleich.
Aber ob Low Cost Produktionsländer gleich mit Zwangsarbeit gleichzusetzen ist, wage ich zu bezweifeln.
 
Du sprichst indirekt vom dem Geiz der Verbraucher. Ich könnte entgegen halten, das die Kaufkraft bereinigt seit 2019 stagniert
Sollte das jetzt als Rechtfertigung dienen das man diesen Dreck jetzt kaufen kann? Ob das die Käufer tun würden, wenn sie selbst mal 4 Wochen unter den Bedingungen der Herkunftsländer gearbeitet hätten?
 
Sollte das jetzt als Rechtfertigung dienen das man diesen Dreck jetzt kaufen kann? Ob das die Käufer tun würden, wenn sie selbst mal 4 Wochen unter den Bedingungen der Herkunftsländer gearbeitet hätten?
DRECK ??
Es sollten die Firmen betrachtet werden, wo gearbeitet wird. Nicht das Land.
In "Low Cost Ländern" gibt es viele Firmen die absolut OK sind. Aber auch dort sind dann Unterschiede zu Deutschland. Es gibt keine 35 Stunden Woche mit 4 Tagen, vollem Lohnaufgleich und Streiks. Gearbeitet wird z.B. 40-42 Stunden und die Mitarbeiter kämen nicht auf die Idee ihrer Firma wochenlang durch Streiks zu schädigen.
Die Maschinen, Produktionsmethoden und Prozesse sind wie in Deutschland, teilweise moderner- weil neuer. Und es gibt weniger staaliche Bürokratie.
 
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Sehr gut formuliert! Temu lag mir auch auf den Fingern, beim "Geiz ist Geil" Vergleich.
Aber ob Low Cost Produktionsländer gleich mit Zwangsarbeit gleichzusetzen ist, wage ich zu bezweifeln.
Mit der Zwangsarbeit hast du definitiv recht, die ist etwas Spezielles. Man darf aber auch hier keine Umkehr der Schuld betreiben. Dass es Zwangsarbeit in der DDR gab, ist in erster Linie nicht irgendwelchen „Companies“ zuzuordnen, sondern die primäre Schuld lag beim Staat DDR. Politische waren keine Terroristen. Es waren überwiegend Leute, die einfach aus der DDR weg wollten. Und weil die Bonzen in Berlin das für illegal erklärt haben, wurden diese Flüchtlinge eingesperrt und von der DDR zum Arbeiten gezwungen. Gut, dass sich die DDR erledigt hat. Ich kann gar nicht verstehen, wie man dem Vasall Moskaus eine Träne nachweinen kann. Jemand der raus wollte wurde kriminalisiert und mit Schwerverbrechern eingesperrt.
Und hier wird die Schuld für billige Strumpfhosen bei Quelle und beim bösen Kapitalismus gesucht. Da sind einige Fakten nochmal zu überdenken.
 
... Ich kann gar nicht verstehen, wie man dem Vasall Moskaus eine Träne nachweinen kann. ...
Nein das verstehst du nicht. Und mir ist es viel zu mühselig dir das schriftlich zu erklären zu versuchen, alleine weil du es auch nicht verstehen willst, sonst hättest du dich bestimmt schon mit Biographien von normalen DDR-Bürgern beschäftigt und würdest wissen, dass dort Leute wie du und ich gelebt haben und trotz allen Unrecht, das es zweifellos auch gab, waren sie vielleicht glücklich, haben sie geliebt, haben sie gelernt, haben sie gelacht, haben sie geweint, haben sie gearbeitet, haben Kinder gezeugt usw.
Diesen Leben einfach mit "dem wein ich keine Träne nach" ab zu tun, wird weder den Menschen noch den Land nicht gerecht.

Gerade wir, die wir damals geblieben und im "Widerstand" waren, könnten dir einiges aufzählen was an der DDR im Vergleich zu BRD gut war, genauso wie wir dir einiges aufzählen könnten, was wir an der BRD besser fanden und was uns gefehlt hat und warum wir auf die Straße gegangen sind.

Es war weder in der DDR noch in der BRD alles schwarz weiß, sondern es gab viele Farbtöne. Das eine Land als das ultimative Verbrecherregime abzutun und das andere als den heiligen Ort, wo alles gut und richtig war hinzustellen, wird der Geschichte kein bisschen gerecht. Es gibt Aspekte der DDR, denen weine ich sehr wohl eine Träne nach, aber das kannst du nicht verstehen, weil du dort nicht gelebt und sie nicht erlebt hast.

"Satt zu Essen und ein Ausweis der was gilt": Pension Volkmann: Erschienen in der DDR, 1985

 
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