Lange war die Damenstrumpfhose in der Mode verpönt, nun ist sie wieder da. Aber warum sind die Strümpfe im Alltag nie so erotisch wie in Film und Werbung und kneifen eher, statt zu verführen?
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Was haltet ihr davon?
Der Teasertext oben im Beitrag lies eigentlich was anderes erwarten - aber der Artikel ist mal wieder ziemlich abwertend geschrieben - man merkt, dass die Verfasserin damit nicht viel am Hut hat und das Strumpfhosen nicht nur "in der Mode verpönt sind", sondern auch bei Ihr.
Witzig auch dieser Absatz hier:
Doch egal wie elastisch die eigenen Vorlieben – wer ab Herbst nicht nur lange Hosen tragen will, kommt an Strumpfhosen nicht vorbei. Modisch ist das mal mehr, mal weniger angesagt, aber deutet man die Zeichen da draußen und auf dem Laufsteg richtig, steht uns dieses Jahr ein äußerst semi-transparenter Winter bevor.
Man liest zwischen den Zeilen förmlich "Oh Gott nein, versteckt Euch, auf den Laufstegen sind wieder Strumpfhosen voll angesagt, wir müssen dien Herbst also wieder Strumpfhosen tragen! KREISCH...!!"
Naja gut, aber der Artikel ist ja auch in der Rubrik "VORGEKNÖPFT - DIE MODEKOLUMNE" erschienen.
Eine Kolumne ist ein kurzer Beitrag, in dem der Autor seine Meinung äußert. Sie gehört zusammen mit der Glosse und dem Kommentar zu den meinungsbetonten Textformen im Journalismus. Man findet sie häufig in Printmedien wie Tages- oder Wochenzeitungen. Also ein Beitrag in einer Kolumne KANN, SOLL und WIRD immer nur - oder zumindest meistens und an den meisten Stellen - die persönliche Meinung des Autors beinhalten und wiedergeben und erhebt keinen Anspruch darauf eine allgemeingültige Meinung oder Sichtweise wiederzugeben.
Eine Kolumne soll in erster Linie unterhalten und hier wird diese Unterhaltung dadurch erreicht, indem die Autorin sich ein Thema herauspickt und darüber lästert und herzieht - was von einigen Menschen durchaus als lustig empfunden wird. (Geht meiner Meinung nach auch in Ordnung solange es Dinge oder allgemeine Themen sind - und man nicht in der selben Weise über Menschen und Personen herzieht - da hört dann der Spaß auf).
Wie dem auch sei, in einer Kolumne kann sich Autor oder Autorin so richtig austoben - ohne Rücksicht auf Verluste, denn er / sie kann und soll ja die eigene Meinung wiedergeben, egal wie sie aussieht und wie die Allgemeinheit dazu steht - und das in einer möglichst eigenen und unterhaltsamen Art und Weise.
Soweit also alles gut.
Die einzige Gefahr dabei ist halt, das Leser oft gar nicht wissen, was eine Kolumne überhaupt ist und so auch nicht wirklich zwischen einer Kolumne und einem tatsächlichen Bericht unterscheiden können, was unter Umständen dazu führt, dass einige Leser das was in der Kolumne steht für bare Münze nehmen und es für eine allgemeingültige Meinung halten.
Wenn man sich nun mal vor Augen führt, was eine Kolumne eigentlich ist, dann kann ich den Text sogar ein wenig amüsant finden, denn wenn man mal ein wenig aufmerksam liest, dann merkt man, dass sie auf äußerst kreative und unterhaltsame Weise versucht hat so viele Vorurteile über Strumpfhosen wie möglich im Text unterzubringen (klar gibt es noch mehr, aber das hätte wohl den Rahmen des Artikels gesprengt).
Ob sie nun Strumpfhosen gegenüber tatsächlich so negativ eingestellt ist, wie es der Text vermuten läßt oder ob sie den Damen diesbezüglich nur einmal den Spiegel vorhalten wollte, das wird wohl ihr Geheimnis bleiben.
