Ein Gesellschaftliches Thema

teka

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Männer und Strumpfhosen war und ist für mich immer noch vor allem ein gesellschaftliches Thema.
Einerseits weil Kleidung natürlich gesellschaftliche Funktion und geschlechtsspezifische Signalwirkungen hat und andererseits auch die Beeinflussung auf unser sexuelles Verhalten dem Rest der Gesellschaft nicht verborgen bleibt, zumindest sobald wir auf das übliche Versteckspiel verzichten.
Dem gegenüber steht die gesellschaftliche Moral.
Sie wacht darüber, dass in sozialen Kontakten die sexuellen Tätigkeiten der Menschen nicht, oder wenn dann nur ansatzweise erwähnt werden. Aber in dem ansatzweisen Fall auch nur im Rahmen der üblichen Art und Weise, kurz auch "normaler Sex" genannt.
Lernt man also jemanden kennen, geht man davon aus, das er/sie sich an die Spielregeln hält und allenfalls "normalen Sex" hat. Kommt man ihm oder ihr dann persönlich näher, darf man natürlich auch schon mal offen über normalen Sex reden, kennt man sich sehr gut sollte man es sogar tun, damit nicht der Verdacht aufkommt, man hätte überhaupt keinen Sex.
So läuft das wohl.

Strumpfhosentragende Männer verstoßen gegen diese Regel, weil sie immer ein Stück ihrer Sexualität mit sich rumtragen. Übrigens nicht nur wir, das tun auch Homosexuelle, Anhänger von SM-Praktiken, und was es da noch so für Spielarten der Leidenschaften gibt.
Tragen wir "offen", verstoßen wir gleich von Anfang an gegen die Moral und die Folgen sind höchst unterschiedlich.
Um diesem Regelverstoß so folgenlos wie irgend möglich zu halten, ist der Zeitpunkt der allgemeinen Bekanntgabe (auch Outing genannt) nicht ganz unwichtig.
Zeigt man es zu früh, gilt man bestenfalls als "akzentuierte Persönlichkeit ", oft jedoch als jemand, der erst einmal gesellschaftlich gemieden wird, zeigt man es zu spät wird man zum ertappten heimlichen Perversen, zeigt man es gar nicht, landet man irgendwann beim Psychiater, weil man seine eigene Identität nicht mehr mit seinem sozialen Umfeld in Einklang bringen kann.

Natürlich spielt auch die Art des sozialen Umfeldes eine große Rolle. Je wertkonservativer es sich darstellt, desto gravierender wird natürlich ein Verstoß gewertet. Während ein Auftritt in einer jugendlich geprägten alternativen Szene allenfalls ein Erstaunen hervorruft ist die offene Präsentation einer gesellschaftlich nicht akzeptierten Leidenschaft z.B. auf einer Sitzung des Rates der katholischen Kirche ein zwingender Ausschlussgrund.
Unsere Alltagsprobleme liegen in Regel irgendwo zwischen diesen beiden Polen, gehören doch die wenigsten von uns diesen Extremen an. Aber eben weil wir es oft nicht ganz genau wissen, welche Folgen das haben könnte, werden wir auch oft selbst unsicher im Umgang damit. Der eine mehr, der andere weniger, das ist schon klar, aber wer kann sich wirklich von dieser Unsicherheit freisprechen ?

So ist es vielleicht auch erklärlich, dass es unseren Partnerinnen in der Regel schwerer fällt, unsere Probleme mit dem sozialen Umfeld mitzutragen, als die Tatsache als solche, dass wir Strumpfhosen tragen (wollen).
Erklärlich vor allem deshalb, weil sie ja selbst nicht unbedingt die Leidenschaft teilen, die uns ja immer noch für das Akzeptieren dieser Nachteile belohnt.

Bedenkt man diese Verhältnisse (die sicher nicht in allen Facetten dargestellt wurden), dann kann es gut sein, dass der allgemein zu beobachtende Werteverfall (auch Wertewandel genannt) durchaus seine positiven Seiten haben kann. Zumindest habe ich den Eindruck, dass ausgehend von der gesellschaftlich und politisch aktiven Jugend, wertkonservative Strukturen zur Zeit nicht nur abgelehnt, sondern auch unwiederbringlich zerstört werden. Der konservative Teil der Gesellschaft empfindet das naturgemäß als Bedrohung, die Jugend als Befreiung.
Fürwahr eine echte Chance und nicht nur die Jüngeren unter uns sollten, wie ich finde, den Wertewandel aktiv unterstützen.

Grüße
teka
 
Hallo teka!
Es immer schön, nach einem anstrengenden Tag gute nylonbezogene Lektüre von Dir präsentiert zu bekommen. Zu dem von Dir angesprochenen Generationenunterschied möchte ich etwas sagen. Da wir beide ungefähr gleich alt sind, haben wir generationsbedingt ähnliche Erfahrungen machen können. Ich kenne Dich zwar nicht persönlich, aber wenn man viel voneinander liest, kann man sich ein-wenn auch nicht unbedingt präzises- Bild voneinander machen. So wage ich zu vermuten, dass wir beide ziemlich genau wissen, was wir wollen und nicht eigene Vorstellungen wegen Anpassungsbedürftnis, Kompromissbereitschaft oder Konfliktscheu unter einen Scheffel stellen. Diese Neigung (unsere "Gegner" nennen es vielleicht "aus der Reihe tanzen wollen") wohnte schon lange in unserem Inneren, aber sie ausleben zu können erforderte erst einmal das Erreichen der Lebensmitte, wo man sich schon einiges aufgebaut hat, sich die Leute, mit denen man zu tun haben will, eher aussuchen kann als jemand, der erst darauf hinarbeiten muss, und da ist es natürlich leichter, sich etwa als Träger von Feinstrumpfhosen zu outen als in anderen Situationen. Und was Du mit "offen tragen" anführst, da ist zu differenzieren, was eigentlich offen ist. Meiner Meinung nach zählt beispielsweise das Tragen einer fsh unter langer Hose ohne Socken nicht in diesem Sinne als "offen". Denn "wir" sind in diesem Falle "ansonsten" tip top gekleidet (ich weiss, dass auch Du gerne Anzüge von Qualität trägst), damit ist automatisch die Angriffsfläche genommen, denn selbst wenn jetzt jemand bemerken sollte, was wir "drunter" tragen, wäre er/sie eigentlich nicht legitimiert, uns darauf anzusprechen, wenn es jemand Unbekannter ist, denn das möchte ich mir anschauen, ob mir jemand, mit dem ich beruflich oder sonst flüchtig zu tun habe, sagt "waaaas, Sie tragen ja D a m e n s t r u m p f h o s e n unter Ihrer normalen Kleidung. Wenn ich in der Freizeit, vornehmlich im Sommer dann wirklich so herumlaufe, dass es gelinde gesagt auffällt, dann kann man immer noch bei blöden Kommentaren oder Kritik den freundlich Erstaunten mimen..."wieso, ich mag dieses Material eben und ausserdem gefallen mir meine eigenen Beine so gut, dass ich ihnen noch eine besondere Optik zu verpassen geneigt bin". Den Leuten steht natürlich frei, sich zu denken was sie wollen, aber das gilt ja auch für uns, oder?
Gruss. Dolly
 
Hi Dolly,

danke für dein Lob.

Zum "offenen Tragen"
Und was Du mit "offen tragen" anführst, da ist zu differenzieren, was eigentlich offen ist.
Na ja, ich hatte extra nicht weiter präzisiert, weil es glaube ich individuell höchst unterschiedlich sein kann, wie sich das nun im Alltag bei jedem Einzelnen genau darstellt. Ich finde entscheidend ist hierbei, dass so so rüberkommt, dass jeder weiss, da geschieht etwas "Annormales".
Das ist die eigentliche Herausforderung an mich und mein Gegenüber - das ist der Augenblick, wo auf das Versteckspiel verzichtet wird.
Auch spielt es in dem Augenblick meiner Meinung nach keine Rolle, weshalb du es wirklich tust. Es wird dir garantiert als sexuell motiviert unterstellt - zumindest wird krampfhaft nach einer sexuellen Motivation gesucht.
Das Tolerieren dieser sexuellen Motivation fällt den Leuten doch deutlich schwerer als alles andere - es gehört sich einfach nicht damit zu prahlen, sich sexuelle Freiheiten rauszunehmen, das ist glaube ich ein ganz entscheidender Punkt.

Gut, das mit den Anzügen stimmt - ich stehe halt auf gute Stoffe, die weibliche Wirkung des Outfits spielt für mich keine Rolle, deshalb bin ich wohl auch nicht an Crossdressing oder ähnlichem interessiert. Aber auch so kommt nahezu ständig vor, dass es irgendwelche Leute bemerken. Was natürlich nur in ganz seltenen Fällen bedeutet, dass sie auch darauf offen reagieren. Aber der Film, der in den Köpfen der Beobachter abläuft ist sicher einer der interessanteren. Leider bekomme ich nicht zu sehen und erzählt bekommt ihn, wenn überhaupt irgendjemand anderes hinter meinem Rücken.
Und erstaunlicherweise, wenn dann wirklich mal jemand nachfragt, erwartet der meist auch noch eine Ausrede. Die er von mir natürlich nicht bekommt.

Ich lasse ihm seine schmutzige Phantasie und setzte in der Regel auch noch einen drauf. Teuere Anzüge machen generell stark, so degradieren den schlecht Gekleideten zum Aufdringling.
Mag schon sein, dass das eine relativ unmutige Variante der offen tragens ist, aber eine sehr wirkungsvolle, weil sie unter Umständen Zweifel bei den Anderen hinterlässt, ob sie denn nicht doch was Wichtiges im Leben verpasst haben.
und ausserdem gerät man so gekleidet automatisch Mitten ins wertkonservative Umfeld, dort ist der Effekt der Verwunderung ungleich grösser, reichen auch kleine Nuancen um grosses Aufsehen zu erregen.

Grüße
teka
 
Hi,

ich denke. es ist viel mehr ein persönliches Thema und reine Kopfsache. Viele Strumpfhosen tragende Männer machen sich vorallem selbst die Probleme, indem sie sich viel einreden.

Es ist eine Frage des Selbstbewusstseins.
Nur wer von sich überzeugt ist, macht sich keine Gedanken, was die Umwelt von ihm hält oder denken könnte.

Gruss

Bernie


PS: Mir mangelt es auch oft an Selbstbewusstsein. Sonst würde ich viel öfter Röcke tragen.
 
Hi Bernie,
es ja eigentlich meine Art Texte in seine Einzelaussagen zu zerlegen, aber in deinem Fall bietet sich das geradezu an, da du mir die Gelegenheit gibst mal zu eine paar weitverbreiteten Parolen Stellung zu nehmen.

Originally posted by bernie@20.11.03 - 20:57
Viele Strumpfhosen tragende Männer machen sich vorallem selbst die Probleme, indem sie sich viel einreden.

Sollte man meinen, denn teilweise ist das natürlich so. Wenn ich daran denke, dass des Phasen in meinem Leben gab, in den ich akut suizidgefährdet gewesen wäre, hätte mich z.B. meine Mutter in Feinstrumpfhosen erwischt, dann macht diese Aussage natürlich Sinn. Klar habe ich mir damals eingeredet, dass meine Welt zusammenbrechen würde, würde man mich erwischen. Das weiss ich heute viel besser, weil ich schon lange keinen Hehl mehr daraus mache und sie trotzdem nicht zusammengebrochen ist.

Aaaaaber...
Andererseits kann man auch nicht unbedingt sagen, dass es überhaupt keine Probleme gibt. Nicht jeder, der es bemerkt regiert positiv darauf (oder ersatzweise auch gar nicht) Wer damit noch gar keine schlechten Erfahrungen gemacht hat, der hat noch nicht viel riskiert. Deswegen würde niemals die Empfehlung aussprechen so zu tun, als wäre nichts dabei, das es einzig ein Problem der eigenen Gedanken ist.
Ich habe bisher mindestens in 2 Fällen ganz üble Erfahrungen gemacht, wo ich mir hinterher sagen und auch fragen lassen musste, wie ich da so naiv sein konnte.
Denn das ist auch ein Problem:
Indem du deinen eigenen Ängste bewusst ausschaltest, verhinderst du natürlich auch sinnvolle Vorsichtsmechanismen und du wirst blind für echte Gefahren.
Meiner Erfahrung nach und das versuche ich immer wieder zu berichten, gibt es zwei Bereiche, wo es wirklich schwierig ist:
1. Dort wo die sozaile Gemeinschaft auf strengen Moralvorstellungen basiert
2. Dort wo sexuelle Dinge sehr einfach und direkt gehandhabt werden


Es ist eine Frage des Selbstbewusstseins.
Nur wer von sich überzeugt ist, macht sich keine Gedanken, was die Umwelt von ihm hält oder denken könnte.

Indem ich mir keine Gedanken mehr darüber mache, was die Umwelt von mir hält oder denken könnte, ignoriere ich sie.
Das ist der absolut falsche Ansatz.
Jeder Mensch ist in seiner Existenz, in seinem sozialen Umfeld auf die Einschätzung seiner Mitmenschen angewiesen. Das gilt übrigens für alle sozialen Schichten, auch wenn diese Mechanismen ausschließlich in höheren Gesellschaftsschichten offen angesprochen werden.
Mein familiäres Glück, mein unternehmerischer Erfolg, mein Freundeskreis, meine Bankkredite - alles hängt davon ab, wie ich eingeschätzt werde, welches Bild man sich von mir macht.
Würde ich mir darüber keine Gedanken mehr machen, läge ich innerhalb kürzester Zeit in der Gosse.

Ich würde das genau andersherum sehen:
Nur wer ganz genau weiß, wie das was er tut auf seine Umwelt wirkt und was die denken, nur der kann wirklich selbstbewußt sein und zwar deshalb, weil er nur dann die Lage im Griff hat.

PS: Mir mangelt es auch oft an Selbstbewusstsein. Sonst würde ich viel öfter Röcke tragen.

Dann wird's natürlich zum Problem, wenn man seine eigenes mangelndes Selbstbewußtsein für seinen Verzicht verantwortlich macht.

Grüße
teka
 
Hi teka,

es wird natürlich auch dann zum Problem, wenn man die Gesellschaft und somit andere für seinen Verzicht verantwortlich macht.


Und weil ich weiss und es auch schon oft erlebt habe, dass man sich Angriffen aussetzt, wenn man offen zu seinen Leidenschaften steht, bin ich davon überzeugt, dass sehr viel Selbstbewusstsein nötig ist.

Schon mal etwas von Kollektivneurose gehört? Versuche Dich daraus zu befreien!

Gruss


Bernie
 
Hallo,

ein wirklich brisantes Thema, zu dem mir mehr einfällt als ich hier schreiben kann.

Jedenfalls finde ich persönlich es nicht leicht sich überhaupt zu outen. Gegenüber der eigenen Ehefrau ist es schon schwierig genug. Gegenüber der Welt da draußen möchte ich es sogar als nicht unriskant einschätzen. Zur konkreten Situation: ich bin selbständiger Freiberufler und jemand, auf dessen Rat und Empfehlung meine Kunden hören. Wenn ich mich durch ein "offenes" SH-Tragen nun oute, dann stelle ich mich mit Sicherheit ausserhalb der offiziell gültigen Moral (auch und gerade, soweit sexuelle Nuancen eine Rolle spielen).

Ich würde meiner Einschätzung nach durch ein umfangreiches Outing nicht nur irgendeinen Job riskieren, sondern meine ganze Existenz, denn wer lässt sich beraten von einem erkannten Perversen, der sich außerhalb der gültigen Normen bewegt? Zumal ich oftmals Handlungsempfehlungen ausspreche, die sich gerade im Bereich geltender Normen unter deren konkreter Beachtung (wenn auch in der Regel nicht überwiegend moralischer) bewegen. Das ist ausdrücklich überhaupt keine Frage von mangelndem Selbstbewusstsein (das ist bei mir gut ausgeprägt). Es ist vielmehr ein gesunder Überlebenswillen, der mich dazu zwingt, gewisse Spielregeln zu akzeptieren. Jeder von uns (ohne Ausnahme) unterliegt Zwängen, gerade im sozialen Bereich, und niemand kann sich dem endgültig entziehen, es sei denn auf der berühmten einsamen Insel, aber da ist es ohnehin zu heiss für Strumpfhosen.

Im Ergebnis ist es eine Abwägung von Werten und Bedürfnissen und längst nicht so einfach wie manche es hier darstellen. Ich würde wegen Strumpfhosen niemals mein ganzes Leben über Bord werfen. In gewissen Bereichen übe ich deshalb durchaus Verzicht und lebe meine Leidenschaft im Möglichen. Und ich fühle mich gut dabei. Was will ich mehr?

Gruß
Morx
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Hi Morx,


sorry, aber so wie Du Dich siehst nämlich als Perversen, nur weil Du gerne Strumpfhosen trägst, dann kann man echt nicht anders. Dann verstehe ich auch Eure Sichtweise.
Man kann pervers unterschiedlich definieren, als "anders" , aber so wie es aus Deinem Mund klingt, ist Strumpfhosentragen mit Abartigkeiten wie Pädophilie fast auf eine Stufe zu setzen, also absolut krank und abartig.
Ich finde Strumpfhosen tragende Männer höchstens ungewöhnlich, genau so wie Rock tragende.

Kann es sein, dass Ihr Euch schon so viele Gedanken darüber gemacht habt und mit dem Gedanken schon so lange lebt, dass Ihr an so einen Schwachsinn glaubt.
Eine Strumpfhose ist in erster Linie ein Kleidungsstück wie Socken und Röcke oder ähnliches.
Es kann sein, dass Du mit Strumpfhosen weit mehr verbindest und auch mehr empfindest, aber das weiss doch sonst niemand. Wer Dich in einer Strumpfhose sieht, wird nicht auf den Gedanken kommen, Du könntest ein Fetischist sein, ausser er ist selbst einer. Du wird eher noch in die Schwulenschublade gesteckt.

Das meinte ich mit Kollektivneurose. Du bist so sehr in den gesellschaftlichen Normen verwurzelt, dass Du mit der Masse mitschwimmen musst. Hast Du doch durch unsere gesellschaftlichen Normen so viele Vorteile, und so viele Ziele erreicht, die durch unsere Gesellschaft vorgegeben sind, zu denen man schon fast von unserer Gesellschaft gezwungen wird wie viel Geld, Erfolg, Ansehen usw. Darauf möchtest Du selbstverständlich nicht verzichten.

Ich kann Dich verstehe, man wird seit der Kindheit damit konfrontiert und auch so geprägt. Im Klartext: Du must gut in der Schule sein, Du must besser als die anderen sein, alles mit dem Ziel dass man später viel Geld verdient, und erfolgreich ist. Und als Mann wird dies noch viel mehr erwartet. Gerade bei Männern zählt nur das Geld und der Erfolg. Und zeige Dich auf keinen Fall anders, sonst bist Du unmännlich. Kleide Dich männlich usw. usw.
Wenn man so sehr darin versponnen ist , meint man, man kann nicht mehr anders.


Wenn man etwas änderen will. muss man gegen den Strom schwimmen.
Sonst schwimmst Du nur mit. Und von alleine ändert sich nichts.
Aber Ihr wollt wahrscheinlich gar nicht, dass sich was verändert, geht es Euch doch so gut. Da verzichtet man doch lieber.


Ja, ich habs da einfacher, ich bin jünger und bin nicht so konservativ.

Gruss

Bernie
 
Hmm,

in diesem Falle unterschreibe ich zu 100 % die Einschätzung vom Morx.

Die Betrachtung von Bernie entspricht in keinster Weise meiner Erkenntnis über die üblichen gesellschaftlichen Verhaltensweisen, so kann nur jemand reden, der gesellschaftliche Zusammenhänge nicht kennt, bzw.,sie ignoriert - auch eine Lösung, aber nicht meine.

Grüsse
teka
 
Ja, ich kann mich der Einschätzung von teka nur anschließen.
Aber ich glaube, daß bernie noch sehr jung ist (?) und sich daher einfachnoch freier "fühlt". "Wir" haben einen wichtigen Job, sind Ehemann, Vater, Alleinverdiener und müssen uns in gewissen Situationen anpassen, aber dies bedeutet keinen Verzicht auf FSH. Ich glaube einfach, daß wir einen Schritt weiter sind als bernie; daß meine ich nicht im negativen Sinne (er hat noch mehr Spielraum und muß es im Laufe der Jahte ausloten).

Morx hat für mich sehr überzeugend geschrieben, anders sein, ist ja schön, aber es geht nicht immer. Sonst gehste noch in einem Strudel unter.
Somit einen schönen Sonntag Maulwurf
 
Das ganze ist mit sicherheit ein gesellschaftliches Thema aber es kommt auch darauf an (meiner Erfahrung nach) in welchen gesellschaftlichen Kreisen man sich selbst bewegt.

Hier wird immer von Outing gesprochen. Was versteht man unter OUTING?? Rennt man da durch die stadt und schreit durch die gegend "hallo ich bin strumpfhosenträger"??? Na ja dabei ist es wohl so das sich derjenige selbst als unnormal bezeichnet oder?? Hier muß ich aber dazu sagen das es bei mir nicht anders war ("Hilfe ich bin nicht der Norm entsprechend"). Aber wenn der erste im Bekannten oder Freundeskreis davon weiß sieht die sache gleich viel anders aus. Wobei das ganze dann immer noch ein zweischneidiges schwert ist. Aktzeptiert es mein gegenüber, tut er nur so das er es aktzeptiert, oder aber belächelt er es und denkt sich seinen teil???

Eine einstimmige mehrheit wird man wohl zu diesem thema nie finden und den richtigen weg mit dem umgang seiner "leidenschaft" muß wohl jeder selbst finden. ich selbst gehe damit (seit dem meine frau davon weiß und es aktzeptiert hat) sehr offen um aber nicht so offen das ich es jedem auf die nase binde hier halte ich es so wie teka es anspricht es gibt gewisse normen in der gesellschaft die ich im beruflichen nicht brechen würde. im umgang mit kunden ist es in meinem bereich eher unwahrscheinlich das jeder meiner kunden es aktzeptieren bzw. verstehen würde. DESHALB:

ziehe ich zur arbeit normale Socken an!!!
 
Hallo toombomb,
ja, da finde ich mich auch wieder. Das mit dem "Outing" ist schon blöd. Warum outen, wenn ich doch nur FSh trage - ist doch schon irgendwie zuviel Gedankenarbeit dabei. Für mich ist am wichtigsten, daß es meine Frau weiß und, daß ich das große Glück habe , daß sie es gut findet :bravo: . Da bin ich sehtr frod drüber. Sie meint immer, daß ich nicht so einen Wind machen soll (von wegen "outen"), "zieh Dir ne FSH an, und gut ist, da muß man doch nicht drüber sprechen - ist doch wirklich nichtzs dabei!" Zuerst dachte ich natürlich :wiejetzt: , aber Mann sieht, es geht - ich bin natürlich froh darüber.
Aber es ist schon, wie Du schreibst. Die Freunde, die mich bisher in FSH gesehen haben, war keinerlei Reaktion anzusehen. Ehrlich gesagt, fände ich es schon gut, wenn sie sich mal in irgendeiner Form äußern würden. Klar, jetzt kann man wieder sagen, was es denn da zu reden gint -ist doch "nur ne FSH", was sollten da für Reaktioen kommen. Tja, so einfach ist es leider doch nicht. Ich weiß, daß es hier einigen egal ist, was die anderen denken, ich würde aber doch manchnmal ganz gerne wissen, was in den Köpfen vorgeht (belächeln, Respekt, der spinnt wohl, weibisch, nett ...).
Am Anfang war es bei mir auch so, daß ich auf biegen und brechen es am liebsten allen gezeigt hätte, aber mit und mit lerne ich "normal" damit umzugehen und auch gesellschaftliche Normen zu beachten; aber so, daß meine Leidenschaft dabei nicht zu kurz kommt (Frau kann auch nicht zu jeder Glelegenheit alles tragen).
Na, ich merke, man kann über dieses Thema schreiben, schreiben, schreiben....
Deswegen lasse ich es jetzt mal lieber gut sein.
Ciao Maulwurf
 
Hi,

langsam sehe ich in dieser Diskussion keinen Sinn mehr. Nicht dass ich Euch nicht verstehe, ich verstehe Euch sogar sehr gut, eben weil ich die gesellschaftlichen Zusammenhänge kenne. Nur ich möchte dies nicht so hinnehmen und etwas verändern.

Zu mir: So jung bin ich auch nicht mehr, "Alleinverdiener" bin ich auch, und mein größter Vorteil ist, ich bin zum Glück nicht verheiratet, also lasse mir von keiner Frau etwas reinreden. Einen Job habe ich zufällig auch. Ich möchte jetzt nicht großartig angeben, wie wichtig meiner ist und wie wichtig ich bin. Das überlasse ich den anderen.

Und selbstverständlich will ich nicht mit dem Kopf durch die Wand. Ich weiss genau zu welchem Anlass ich was anziehen kann. Aber wenn ich in meiner Freizeit Röcke und Strumpfhose trage auch in der Öffentlichkeit, dann ist da nichts dabei. Ich sehe daran nichts perverses. Mir ist es egal, ob mich die Nachbarin Freunde oder Bankangestellte sehen, obwohl ich weiß, was in ihren Köpfen vor sich geht. Aber ich stehe zu meiner Leidenschaft, und es kümmert mich nicht, was andere darüber denken. Ich oute mich nicht als Fetischist, sondern als jemand, der sich gerne alternativ kleidet.

Das Problem ist, dass viel zu viele Männer so konservativ sind wie ihr. Deswegen ändert sich an dieser Situation nichts und Männer in Strumpfhosen werden weiter ein Schattendasein führen.

Einerseits seid Ihr angeblich so selbstbewusst, andererseits habt Ihr große Probleme damit, öffentlich zu Eurer Leidenschaft zu stehen. Ein Widerspruch!
Gebt einfach zu, dass Ihr Euch nicht traut!

Also noch viel Spass beim heimlichen Tragen,
und möglichst nicht auffallen und nichts riskieren,

Gruss

Bernie
 
wie teka schon gesagt hat wenn man seine "existenz" mit einer leidenschaft in gefahr bringt hat das sicherlich nichts mit trauen zu tun aber es freut mich das du scheinbar so selbstbewusst bist und der allgemeinen gesellschaft damit trotzt respekt.
 
Hallo Bernie,
ich glaube, daß sich Morx nicht selbst als "pervers" sieht, sondern eher die Gefahr, daß ihn die Gesellschaft dahin abstempelt.
Ja, ich kann auch Deine Argumentation verstehen. Also ich selber habe schon öffentlich FSH (auch in unserer Kleinstadt) getragen und auch schon mal einen Rock in einer Großstadt. Da besteht natürlich immer die Möglichkeit, daß man gesehen wird. Nun ich bin in einer Stadt von ca 23.ooo Einw. selbständig, aber wenn mich da mal in meiner Freizeit jemand so sieht, ist das schon ok. Ist halt meine "alternative" Kleidung und mehr nicht! Nur würde ich jetzt nicht unbedingt mich während meiner Arbeitszeit so präsentieren; obwohl ich da auch Männer kenne, die dies sehr erfolgreich tagtäglich machen - ohne schräg angeschaut zu werden. Es muß halt das Gesamtbild passen.
Es muß letzendlich jeder für sich entscheiden, wie weit er geht und wie er sein Umfeld einaschätzt, denn es gibt auch leider viele Negativbeispiele.
maulwurf

PS: Also ich bin froh, verheiratet zu sein. Reinreden tut mir meine Frau auch nicht (hier erfahre ich eher Unterstützung) - ich empfinde als eher sehr harmonisch.

PS: Die Diskussion hat in meinen Augen schon einen Sinn. Jeder versucht seinen derzeitigen Standpunkt zu erklären und jeder kann dabei auch noch neue Denkanstöße bekommen. Wir wollen uns ja weiter entwickeln und vor allem denjenigen helfen, die mit ihrer leidenschaft noch in den Kinderschuhen stecken. Ich dachte auch einmal, daß ich der einzige bin und nicht normal. Für diejenigen ist dies hier eine tolle Plattform.
 
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