Offener Brief an alle Mütter, die sich Sorgen machen

teka

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Ruhrgebiet
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männlich
Der folgende Beitrag ist allen Müttern gewidmet, die sich um ihre Söhne sorgen machen, beispielhaft ein Brief an „Sabine", 52, alleinerziehend

Hallo Sabine,

jaja die Mütter, die besorgten.
Du hast schon richtig vermutetet, Dein Junior ist besessen und Du kannst nichts daran ändern.
Er gehört zu uns, er ist ein Außerirdischer.
Der Dämon der Feinstrumpfhose hat in befallen, und wird ihn Zeit seines Lebens nicht mehr loslassen.
Wenn Du Deine Brigitte (vielleicht liest Du ja auch Freundin) aufschlägst, wirst Du feststellen, dass, genau wie in Deinen Versandhauskatalogen, die Seiten mit dem Strumpfhosen, die Abgegriffenen sind.
Und es wird irgendwo ein Strumpfhosendepot mit Deinen vermissten Strumpfhosen geben. Gut versteckt, sehr gut versteckt, dort wirst Du Deine getragenen Strumpfhosen wiederfinden.
Aber bedenke bitte, er hat sie versteckt, damit DU sie nicht findest, also suche nicht danach, kaufe Dir lieber neue.

Egal was er gerade tut, er denkt an Feinstrumpfhosen. Beinahe jede Situation bietet ihm Anlass dazu. Wenn er jetzt gerade durch die Fußgängerzone schlendert, wird er allen Mädchen auf die Beine schauen, ob sie vielleicht Strumpfhosen tragen, selbst wenn sie Hosen anhaben wird er auf den Augenblick warten, wo die Fesseln hervorschauen und solange hinsehen, bis er sich sicher ist, dann bekommt er einen ganz kurzen „Kick" ein kurzer erotischer Wachtraum, eine Schwärmerei, mehr nicht, aber das reicht ihm für den Augenblick.
Auch das wird er sein Leben lang nicht mehr sein lassen.

Er wird sicher gleich ein Kaufhaus ansteuern und „beiläufig" durch die Strumpfabteilung schlendern, Herzklopfen inklusive. Er würde ja gerne hier einkaufen, aber er traut sich nicht, so weit ist er noch nicht. Er hat ein bisschen Angst, erkannt zu werden , denn er ist ja häufig hier.
Danach vielleicht in ein Strassencafé an der belebten Stelle in der Fussgängerzone. Wahrscheinlich trägt er unter seiner Jeans gerade eine Deiner Feinstrumpfhosen. Er genießt die Sonne und die Mädels mit den schönen Beinen, die vorbeigehen. Manchmal zwischendurch fühlt er sich einsam, ganz einsam, inmitten der Menschenmenge, wenn er sich der Welt doch mitteilen könnte. Er tut es nicht, weil er weiß, dass ihn niemand verstehen würde.

Jetzt im Augenblick fühlt er sich vielleicht wieder als der einsamste Mensch der Welt. Als einziger Außerirdischer von seinem Traumplaneten, wo alle Bewohner immer schöne glatte weiche Strumpfhosen tragen und alle die gleichen Glücksgefühle wie er genießen.
Nur, er ist nicht mehr dort.
Er musste alleine hier auf die Erde, wo alle Menschen kalt und gefühllos sind. Wo ihn keiner versteht, noch nicht mal Du, seine Mutter.

Aber dann kommt auch für ihn wieder eine Phase des Glücks, ein Hochgefühl erfasst ihn. Er hat etwas, was andere nicht haben. Er kann in seinen eigenen Gefühlen versinken, in seinen eigenen Empfindungen, er fühlt seine Haut, dazu seine zweite Haut auf seinen Beinen, weich und warm. Niemals heiß, immer angenehm. Die Temperatur der Aura auf seinen Beinen, wechselt ständig, je nach Stimmung. Dies ist der Augenblick, wo ich selbst schwört niemals in seinem Leben mehr ohne Strumpfhose zu sein, warum denn auch ?
Aber die Realität holt ihn schnell ein.
Der Alltag erwartet ihn zurück und darf niemand merken, er muss es einfach verheimlichen. Vielleicht würden sie ihn für schwul halten, mindestens jedoch für pervers. Die Gesellschaft hält drakonische Strafen für Außerirdische wie ihn bereit. Mit Kinderschändern und Frauenmördern in einer Zelle zu sitzen, das ist ihm die Sache nicht Wert. Wer weiß was alles noch passieren kann.
Bei diesem Gedanken wird er wieder ganz traurig.

Etwas zu tun, was für ihn ganz normal ist, was auf seinem Planeten zu den schönsten Dingen überhaupt zählt - dafür bestraft zu werden, das ist für ihn das Allerschlimmste.
Denn er kennt nichts schlimmeres.
Auf seinem Planeten werden keine Kriege geführt, keine Frauen vergewaltigt und keine Kinder belästigt. Niemand muss hungern und schon gar keiner frieren - denn alle haben ihre Strumpfhosen.

Deshalb liebe Sabine, sei unbesorgt.
Er kommt von unserem Planeten, hier gibt es nur das Gute. Das Böse hat keine Chance, weil es sich sofort eine Laufmasche holen würde. Unser Dämon ist ein guter, und das Gute wird immer bleiben.
Du kannst ihm nicht helfen, die bist aus einer anderen Welt, wenn doch, dann wüsstest Du längst wie.

Und was seine Zukunft betrifft, mach Dir da keine Sorgen.
Auch er wird Frauen kennen lernen und eine Familie gründen, Enkel inclusive.

Grüße
teka
 
Also es ist ja nett das Du Deiner Mutter so einen Brief schreibst aber ich denke sie käme besser damit zurecht wenn Du es ihr erstens persönlich und zweitens anders sagen würdest.

Dann denke ich ist nicht Deine Mutter das Problem sondern Du selbst. Denn die Vergleiche die Du ziehst sind ja wohl etwas heftig und ich denke Du die ganze etwas optimistischer sehen. Denn ich bin selbst Mutter und ich finde es einfach fürchterlich sowas zu lesen.

Nicht böse sein aber ich finde das echt total heftig!!!!!!!!
 
Hallo Hexe, hallo Teka,

wir können der Hexe nur zustimmen. Wenn jemand schon meint, seiner Mutter diese Vorlieben mitteilen zu müssen (warum eigentlich? nur mal so gefragt...), dann ist ein solcher Brief wahrscheinlich nicht das geeignete Mittel, um auf Verständnis zu stoßen. Da ist ein persönliches Gespräch, in dem sie auch reagieren kann, sicher erfolgversprechender.

Viele Grüße,
Antonia & Hannes
 
Hallo!
Auch wenn in tekas´Brief einige Übertreibungen und Dramatisierungen enthalten sind (Planet ohne Krieg in etwa.....etwas zu weit hergeholt für einen "Brief" über fsh....), so deckt sich doch vieles, was er schreibt mit Erfahrungen, die viele von uns als Jugendliche gemacht hatten...... Eigentlich dachte ich immer, das war nur zu "meiner Zeit" so...als von Kommunikation per Internet noch keine Rede war und man wirklich total alleine dastand. Natürlich hatte ich auch alles vor meiner mom verheimlicht, und trotzdem gab es da einmal, als ich so etwa 14 war und schon heimlich fsh liebte, einen Anlass, den ich zum outen hätte benützen können, zumindest vor meiner mom: Ich wollte ein bestimmtes Paar Jeans haben und sie ging mit mir, "Klein-Dolly"- in´s Geschäft, ich probierte die Jeans und meine mom sagte: Du, die kauf ich Dir lieber nicht, schau das Material, total hart und kratzig.....das geht nur, wenn Du drunter eine Strumpfhose anziehst. Innerlich machte mein Herz einen Hüpfer, aber da war diese blöde Scham, das Nichtzugebenwollen, und ich protestierte (gegen meine wirkliche Neigung) lautstark und zeternd " Waaaas, iiiiiiich? Niiiiie im Leben!!!!! Das Beste ist, dass die (junge attraktive) Verkäuferin noch ihr jeansbekleidetes Hosenbein hob und sagte: "Nun, ich trage auch Feinstrumpfhosen drunter, weil das bequemer ist......aber wenn Ihr Sohn das nicht will, ist es ja auch verständlich". Ach Leute......könnt Ihr Euch vorstellen, wie oft ich später meine "Schutzreaktion" damals bereut hatte? D i e s e Gelegenheit bot sich nie, nie mehr wieder. Es musste lange dauern, bis ich fsh-mässig dorthinkam, wohin ich wollte.
Gruss aus Wien.Dolly
 
Hallo Hexe,

na ja - dass Du das nicht so richtig verstehst wundert mich nicht unbedingt, da Du Dich als Frau ja wohl kaum in dieser Problematik wiederfinden kannst.
Der Text ist ja keineswegs als Brief an meine Mutter gedacht (war auch nicht so geschrieben), sondern als Versuch die Probleme eines jugendlichen Strumpfhosenfans aufzuzeigen.
Sicher waren das auch mal meine Probleme, aber ausgerechnet meiner Mutter hätte ich das wohl nie gebeichtet, eher wäre ich nach Kanada ausgewandert.

Meine Mutter, die mittlerweile die 70 überschritten hat, würde das jetzt sicher nicht mehr sehr ernst nehmen - schliesslich hat sie ja ihre Enkel.:)

Ich bin zwar neu hier, aber das Thema "Fetish-Talk" sollte IMO in einem Forum nicht ausgerechnet vor den Kernproblematiken halt machen, sonst können wie ja gleich noch eine Laufmaschenselbsthilfegruppe aufmachen. :)
Es war damals eigentlich schlimm genug, mit dem Gefühl leben zu müssen, wirklich niemanden einweihen zu können, da auf jeden Fall härteste Sanktionen zu erwarten waren, daher auch die etwas krassen Vergleiche.
Zugegeben, sie sind etwas überzogen, aber nur mit dem Gebrauch der deutlichen Worte kann man wohl die Schwere der Gefühle beschreiben.

In diesem Sinne -
die Freiheit der Sinne

teka
 
Hi SatinDoll,

die Story mit der "harten" Jeans ist echt Klasse.wenn ich die Gelegenheit gehabt hätte...ich glaube ich hätte genauso reagiert :) ...und mich dann auch für den Rest meines Lebens geärgert.

Aber irgendwie haben wir das wohl alle irgendwann einmal erlebt, dass wir Dinge sagen und tun, obwohl wir eigentlich im Innersten genau das Gegenteil wollen.
Warum eigentlich ?
Das Unverständis "neutraler" Beobachter hilft uns bei der Erklärung dieses Phänomens ja auch nicht weiter.

Wie oft hören wir das: "du must das tun, was du wirklich willst" - aber bei genauerem Nachdenken, glaube ich , dass für unsere Entscheidungen die Wirkung auf Andere wichtiger ist, als unsere eigenen Bedürfnisse.
Und je sensibler wir sind, je mehr wir die Gefühle anderer in unser Handeln mit einbeziehen, desto mehr geht's an uns vorbei.

Aber was soll's, genau diese Gefühle sind doch dass, was uns treibt, was uns belohnt und was uns das Leben erleben lässt - da gibt's keinen Raum für Selbstkritik.

Grüsse
teka
 
Also ich denke wenn Du Dich mit dem Forum mehr beschäftigt hättest dann wüßtest Du das ich es sehr wohl verstehen kann denn ich habe einen Partner der diese Vorliebe seit seiner Jugend heimlich ausleben mußte. Das einzige wo Du mir vielleicht unterstellen kannst, daß ich nicht fühlen kann wie ein Mann aber verstehen kann ich sehr wohl.

Aber ich unterstelle Dir jetzt das Du nicht weißt wie ein Mutter fühlt denn wenn mein Sohn sowas schreiben würde auch wenn es von Dir vielleicht nicht so gemeint war aber wenn er meinen würde das ich so denke das ich ihn verstoßen würde. Also dann habe ich versagt!!!!

Und Dolly es tut mir wirklich leid ich habe versucht Verständnis für die Wortwahl in diesem Brief aufzubringen aber ich kann es nicht.
 
Hallo teka!
Möchte Dir noch sagen, dass mich Dein Beitrag sehr gefreut hat, und diese Sache mit den "Jeans und Strumpfhosen", die ich erzählte, hatte ich schon fast vergessen und Dein Beitrag rief alte Erinnerungen und damalige Sehnsüchte wach. Du hast recht, dass man oft nicht nach seinen Wünschen handelt, wenn mehr Bedeutung darauf gelegt wird, wie das auf andere wirkt. Nun, ich musste erst einige hübsche Jährchen auf dem Buckel haben, um auch in Bezug auf fsh sagen zu können: "Das bin ich und es zu kritisieren steht jedem zu, aber ändern tue ich mich deshalb nicht".
Gruss.Dolly
 
Na bitte, da ist er wieder, der "Tiroler vom Dienst". Dachte schon, wo ist der geblieben?
Seawas Du :wink:
 
Na gut ich kann mich nicht in die Gefühlswelt eines Mannes reinversetzen geb ich zu :lol:

Jedoch wenn mein Sohn so eine Meinung von mir hätte würd ich mich echt erschießen. Aber nachdem ich die Begrüßung von teka nun gelesen habe weiß ich das es in seiner Natur liegen muß alles etwas überspitzt darzustellen. Denn wer würde ein Buch lesen das nicht ein wenig provoziert :lol:
 
Hi Hexe, kein Problem - nur leider habe ich meine Stimme für die Miss-Wahl jetzt schon an Baba gegeben, das haste nun davon :)

Grüße
teka
 
Na gut ich kann mich nicht in die Gefühlswelt eines Mannes reinversetzen geb ich zu :lol:

Jedoch wenn mein Sohn so eine Meinung von mir hätte würd ich mich echt erschießen. Aber nachdem ich die Begrüßung von teka nun gelesen habe weiß ich das es in seiner Natur liegen muß alles etwas überspitzt darzustellen. Denn wer würde ein Buch lesen das nicht ein wenig provoziert :lol:

Ja ja, die Mütter und ihre Söhne...
Lass das mit dem Erschießen, denn der Augenblick wird kommen, wo er Dir das Verständnis für seine Gefühle einfach nicht mehr zutraut. Die Frage wird sein ob Du ihm Gefühle zutraust, die Du selbst nicht kennst - eine ganz heikle Sache, wie ich finde.
Die Gefühlswelt des anderen Geschlechts ist unergründbar.( Präambel der ungeschriebenen Verfassung der Beziehung zwischen Männern und Frauen), das gilt sicher auch für Mütter und Söhne. Natürlich auch für Väter und Töchter (wie in meinen Falle), allerdings würde ich diesen Anspruch auch niemals erheben.

Es ist ja schon schwierig genug, den Geschlechtsgenossen seine Gefühlswelt näher zu bringen. Da gilt es viele Hürden zu überwinden, die größte ist wohl die Kommunakationshemmung im Beschreiben des eigenen Gefühlslebens - da sind uns die Frauen echt im Vorteil, speziell natürlich auch wieder die Mütter.

Grüße
teka
 
Es ist mir auch nicht wichtig das ich es zwingend verstehe. Meine Söhne sollten nur wissen das sie zu mir kommen können wenn sie ein Problem haben und dabei der Inhalt total sekundär ist.

Ja Gefühle sind was unberechenbares und das macht sie auch so interessant. Ich finde Menschen die ihre Gefühle leben sehr reizvoll und ehrlich denn es ist ja das was uns zu Menschen macht und das hin und wieder die Bestie aus uns spricht ist doch auch normal. Mein Mann ist sehr verständnissvoll und beantwortet mir fast jede Frage mit einer Engelsgeduld jedoch wird er auch der einzige Mensch sein der mich verletzen kann, womit wir wieder bei den Gefühlen sind.

Ich würde behaupten ich gehöre zu der Kategorie "Heulboje" und "Nörgeltante". Nur so am Rande erwähnt.
 
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