Sammelumkleidekabinen

teka

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"Die Sammelumkleide, der Ort des ersten Outings oder erzwungener Verzicht"?

Tja, was könnte ich zu diesem Thema alles schreiben.
Da ich ja nun schon seit der Pubertät mit dem Problem der Leidenschaft des Strumpfhosentragens beschäftigt bin, war natürlich die Sammelumkleide immer mit das grösste Problem - es sei denn ich verzichtete an solchen Tagen ganz auf meine Lieblingsbeinkleider. Was ich nach dem alleseits bekannten SH-Mobbing mit 10 oder 11 Jahren bis zum Ende meiner Bundeswehrzeit auch konsequent tat.
Nein, niemals hätte ich mich in der Sammelumkleide als einziger in Strumpfhosen präsentiert - niemals.

Das verging dann aber so mit Anfang 20 als ich nur noch "freiwillig" sportlich aktiv war und natürlich dann gelegentlich auch in der Herrenumkleide meine nicht ganz übliche Unterwäsche sichtbar machen musste.
In diesem Alter wollte ich einfach nicht mehr stunden.- oder tageweise verzichten nur weil ich Sport treiben wollte. Und da ich auch schon meine ersten Freundinnen hinter mir hatte, die davon wussten, wollte ich auch diesen Schandfleck in meinen Leben als leidenschaftlicher Strumpfhosenträger loswerden.

Anfangs war es immer ein Versteckspiel nach Plan. Ausziehen ging sowieso ohne das jemand etwas mitbekam, wenn man die SH zusammen mit der Hose abstreifte. Aber unauffälliges Anziehen wurde da schon weitaus komplizierter. Spannende Momente liegen da hinter mir, wenn ich der einzige im Raum war und ich schnell meine SH anzog, immer in der bangen Hoffnung, dass nicht plötzlich jemand reinkommt.
Manchmal, wenn zu viele blöde Typen da waren habe ich zwar die Strumpfhose ausgezogen, aber dann auf das weitaus auffälligere Anziehen verzichtet. Dann gings halt obercool ohne Socken in Halbschuhen hinaus. Meist ging ich dann noch mal auf Toilette um das nicht getraute nachzuholen.
Schon witzig, was man so für merkwürdige Dinge tut, wenn man das Gefühl hat nicht der Normalität zu entsprechen.

Aber die Situationen, in denen das zumindest für mich immer normaler wurde, wurden mit der Zeit immer häufiger. Irgendwann war es mir wirklich einfach zu blöd, auf die Toilette auszuweichen und ich suchte mir bewusst ein ruhiges Eckchen in der Umkleide, wo man nicht so ganz im Mittelpunkt stand.
Und siehe da, wenn man sich optisch nicht unbedingt aufdrängte, bevorzugten die meisten Männer eigentlich das ingnorante Wegschauen. Problematisch blieben natürlich immer so Kleingruppen in den es Leute gibt, die einfach jeden blöden Gag mitnehmen müssen um sich den anderen zu als witzig und schlagfertig zu präsentieren - da gabs dann schon mal etwas ab.
Kann man aber auch mit leben.
Normalerweise sind getrennte Sportumkleiden für mich also kein Problem mehr, da ziehe ich auch die Strumpfhosen nach belieben an und aus. Ich habe da in letzter Zeit auch keinen Mann mehr erlebt, der etwas gesagt hätte, Ingoranz oder positives Interesse ist dort die normale Reaktion.

So habe ich dann mit mitterweile 44 Jahren, auch diese Hemmung nach und nach ablegen können und dachte mir , dass das Thema für mich erledigt sei - da hatte ich mich allerdings getäuscht:

Manchmal läuft's auch nicht nach Plan, wie letztens, als meine Frau und ich nach einem Badminton-Turnier mit ein paar Bekannten in eine öffentliche Gemeinschaftssauna gingen und die, wie es das Schicksal wollte, auch eine Gemeinschaftsumkleide hatte.

Ein Haufen tratschender Weiber beim Anziehen, das war jetzt ein völlig neues Erlebnis für mich, vor allem weil es meiner Frau mordsmäßig gestunken hat, dass ich es wagte mir vor den Augen ihrer Freundinnen eine Strumpfhose anzuziehen.

Selbst die fremden Leute meist Pärchen zeigten sich alle aufdringlich neugierig oder sogar aufgebracht. Ziemlich heftige Kommentare wie: "Dein Mann ist ja schwul" oder "ist ja eklig, wie hälste das denn mit dem aus ?" , "Der gehört ja eigentlich in Damenmannschaft, hat bestimmt auch einen BH mit !" "Habt ihr öfter Transen in der Damenumkleide ?" Natürlich sprach mich niemand direkt an, aber immer ziemlich erniedrigend an mir vorbei, meist in Richtung meiner Frau. Der Unterton war zwar immer bewusst ironisch, aber halt so wie man es macht, wenn man jemanden mit Ironie verletzen will.
Manche Frauen trauten sich nach dem Anblick gar nicht mehr auszuziehen. Auch die Typen waren in Anwesenheit ihrer Frauen alles andere als ignorant.
Danach war mir eines klar: Die wahre erotische Verklemmheit der weiblichen Wesen findet in der Umkleidekabine statt. Da zeigen sie sich in der Sauna hemmungslos nackt aber in der Umkleide schämen sie sich für jeden Furz.
Wobei ja eigentlich, wenn mal genau darüber nachdenkt ,getrennte Umkleiden einer Gemeinschaftssauna genauso sinnlos sind wie am FKK-Strand.

Seitdem wird übrigens daheim peinlichst darauf gedachtet, das die nichts mehr auffällt - zumindest in der Kaffeklatschszene aber das sind ja eh nicht meine Freunde.

Grüße
teka
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Teka,

Hut ab, den Mut häte ich nie aufgebracht. Es ist ja schon manchmal witzig, wie eine Geschichte zu Gedanken passen kann die man zur Zeit hat. Ich bin seit langer Zeit heute Abend mal wieder zum Schwimmen verabredet und habe eben über das Thema Umkleidekabine nachgedacht. Dann habe ich den Gedaken heute direkt von der Arbeit zum Schwimmen zu fahren wieder verworfen, da ich mich vorher noch kurz umziehen wollte. Ich hätte nicht den Mut mich in der Geminschaftsumkleide hinzustellen und ein Sh anzuziehen. Doch nach Deinem seh ausführlichen Bericht stellt sich mir natürlich auch die Frage des warum. Wer hat diese Norm ins Leen gerufen? Sich hierüber Gedanken zu machen könnte jetzt mal wieder Seiten füllen, doch denke ich ist dieses Thema hier im Forum recht abgegriffen und hinlänglich diskutiert. Es kommt immer zu dem Ergebnis, dass es keiner erklären kann. Die Damen der Schöpfung fangen ja auch nicht an zu tuscheln, wenn sich eine einen Schlipps umbindet oder in Budapestern durch die Gegend läuft.
Auch das haben wir hier schon tausende Male diskutiert....
Ich jedenfalls bewundere Deinen Mut.

Viele Grüße

Flux
 
Hallo teka!
Habe mit grossem Interesse Deinen Bericht gelesen. Also, wenn ich das so richtig nachvollziehen kann, war dieses Erlebnis in der Gemeinschaftskabine richtiges Mobbing von unterstem Niveau, da ist ja sowieso klar, was für Kommentare da kommen müssen. Jedenfalls kann man in so einer Situation sowieso nichts anderes machen als cool bleiben. Schade finde ich, dass Deine Frau bei diesem Erlebnis nicht so ganz an Deinem Strang mitgezogen hat (zumindest schreibst Du ja, dass es ihr missfallen hat, dass Du für diese Gelegenheit eine fsh drunter anhattest). Tja, und ich.....kann dazu offengestanden keine Erfahrungsberichte liefern. Massenumkleidekabinen habe ich seit der verhassten Gymnasialturnstundenzeit nicht mehr aufgesucht, weil ich sowieso Menschenansammlungen auf engem Raum nicht mag. Schwimmen gehe ich nur im Freien, dafür aber auch bei relativ kalten Temperaturen, sonst nur täglich joggen, und da ziehe ich mich daheim um, und Sauna ist nichts für mich. So beschränken sich meine einzigen Erlebisse eines Überaschungseffektes nach dem Motto: Oberbekleidung runter und schwupps stehst Du in body und fsh da....lediglich auf Arztbesuche, und da ist mir das völlig wurscht, ob dem Arzt/der Ärztin das passt, die haben sowieso andere Prioritäten, als sich über die Unterwäsche ihrer Patienten Gedanken zu machen. Vorraussetzung ist schliesslich nur, dass man gepflegt und sauber ist, und das ist sowieso eine Selbstverständlichkeit.
Gruss. Dolly
 
Hallo teka,

man könnte es sich einfach machen und einfach sagen, du hast es provoziert und hättest es voraussehen können, aber was soll´s. Es macht traurig, einen solcehn Bericht zu lesen, in erster Linie traurig. Und ich weiß nicht, ob du in diesem Zusammenhang vn Ironie sprechen kannst. Ironie hat nach meinem Verständnis immer auch etwas zu tun mit Feinsinnigkeit und einer gewissen Intelligenz in der Aussage. Ironie erfodert deshalb wohl auch eine gewisse Sensibilität. Was du hier beschreibst, scheint mir eher plump zu sein, abgedroschene Phrasen, die man auch aus anderen Zusammenhängen schon kennt. Nicht mal selbst erdacht, wie mir scheint.

Na ja, die Art, wie du mit dem Thema fsh umgehst verdient allerdings Respekt. Ich selbst würde nicht so weit gehen und mich auf diese Art "outen" wollen. Du hast die Freiheit fsh zu tragen, weil kein Gesetz es verbietet, die anderen haben die Freiheit, es nicht zu mögen. Allerdings möchte ich bezweifeln, dass sie sich ihre Meinung wirklich selbst gebildet haben. Wie so oft, ist es auch in diesem Punkt einfacher, sich einem Konsens anzuschließen, den man nicht einmal hinterfragt. Da bleibt uns immerhin der Trost, dass wir wahrscheinlich viel mehr nachgedacht haben und nachdenken als solche Leute. Fremde Meinungen machen wir uns deshalb nur dann zu eigen, wenn sie uns überzeugen.

Auch eine Freiheit: zu denken, was wir wollen. Und ich glaube, da bist du eine ganze Ecke weiter als diejenigen, denen nichts Gescheiteres einfallen mag als abgelatschte Sprüche, wenn sie so einen wie dich ertappt haben. Und wie gut es sich dann trifft, dass du allein warst gegen die Meute. Ich wüsste zu gern, wie eine Konfrontation mit einem Einzelnen ausgegangen wäre. Ob sie dann auch so schlaue Sprüche draufgehabt hätten?

Alles Dinge, die du selbst weisst, trotzdem ... Dass du nicht allein bist, weisst du ja schon lange :- )))

Gruß
Morx
 
Hallo Teka!

Mein Respekt, Hut ab vor solchen Leuten wie Dir....
Ich würde soviel Mut auch nicht aufbringen können um mich so in der Öffentlichkeit zu outen.

Ich arbeite auch in einer sehr großen Firma, natürlich auch mit Sammelumkleidekabinen und riesigen Duschräumen, aber ich würde mich nie mit einer FSH zur Arbeit trauen, weil man sich ja mit hunderten von Leuten einen Raum teilen muß. Wobei ich sagen muß, ich brauche mich eigendlich nicht umzuziehen, aber nach der Arbeit gehe ich ganz gerne noch mal eben in die Dusche und dann wäre es soweit, ich müßte mich jetzt ja ausziehen und dann kann ich mir vorstellen geht das Gelächter und das Getratsche los, vonwegen schwul und Homo und so weiter und so fort. Das kennt man ja. Man braucht ja nur mal einen Ohrring zu tragen und schon wird man schief angeschaut....
Ich denke auch mal das würde mein Arbeitgeber auch so nicht tolerieren und eine Abmahnung währe die Folge. Das muß ja auch nicht sein....

Aber das ist so in der heutigen Gesellschaft, wenn man ein wenig von der Norm abweicht, wird man gleich abgestempelt und diesen Stempel bekommt man auch nicht wieder weg, der begleitet dich dein ganzes Leben....traurig ab wahr...
Mit solchen negativen Sachen hab ich selber schon Erfahrung gemacht...
Das ist das übliche Schubladendenken in unserer heutigen Zeit.... schlimm aber nicht zu ändern.
Aber andersrum, warum sollen wir Männer keine Frauenkleider tragen dürfen?
Es regt sich doch auch keiner darüber auf, wenn eine Frau mit einer Hose oder wie schon gesagt mit einem Schlips rumläuft.
Ist ja auch egal, wir können es sowieso nicht ändern...und wie Morx schon schreibt:

Dass du nicht allein bist, weisst du ja schon lange

In diesem Sinne viele liebe Grüße Sahra
 
Ich muss da jetzt noch mal ein weinig ergänzen, damit das nicht falsch rüberkommt. Bei aller Bewunderung, die ihr mir zuteil kommen lasst, bin ich alles andere als der mutige Vorbild-Outer, wenn ich das mal so sagen darf. :)

Ich bildete mir einfach ein, die Gefahr in der deratigen Situation ziemlich gut einschätzen zu können. Wenn ich vorher geahnt hätte, dass das so läuft, hätte ich es nie gewagt, da mit 'ner Strumpfhose reinzumarschieren. Es war auch nicht eine Frauenkleideraktion oder sowas, es war ne -wie ich finde- ganz normale blickdichte Strumpfhose unter einer Jeans, die wirklich schon seit Jahren bei mir zu überhaupt keinen Problemen geführt hat.
Es kamen IMO ein paar Dinge zusammen, die ich in meine zukünftige Risikoabschätzung mit aufnehme:
1. Es waren Frauen dabei
2. Es war ein "Auswärtsspiel" auf dem Land (Kreisstadt 20 TE), da scheinen die Verhältnisse noch etwas anders zu sein
3. Die meisten Anwesenden fühlten sich in der Situation der gemischten Umkleide offensichtlich nicht so ganz wohl

Für die Zukunft heisst das für mich : trifft auch nur einer der drei Punkte zu, bleibt die Strumpfhose demnächst zuhause - ich bin doch nicht der Messias.
Und vor allem wollt ich damit auch klar machen, das vieles leichter ist, als es scheint, aber auch, dass Probleme mit dem öffentlich erkennbaren Tragen von Strumpfhosen nie so ganz auszuschließen sind.

Grüße
teka
der übrigens auch das überlebt hat
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich hatte auch schone die Erfahrung gemacht, allerdings nur auswärts, mich in Sammelumkleidekabinen umzuziehen. Das Ausziehen geht schnell, da fällt es kaum einem auf. Jedoch beim Anziehen, man muss ja langsam machen, braucht man mehr Zeit. Außer ein paar komischen Blicken, wurde ich nicht weiter beachtet, obwohl ich außer den Strumpfhosen fast immer auch einen Body, oder eine Miederhose anziehe.
 
Hallo Teka.

Danke für deine schöne geschichte und das fazit das alles viel leichter ist als angenommen. Das seh ich ja selber:

Früher meinte ich, das meine freundin es hasst, das in SH anziehe. Jetzt weis sie, das ich in SH auch sexy aussehen kann :p Dafor hatte ich immer schiss welche zu tragen, das thema anzuschneiden, darüber zu reden.

Aber es ist alles einfacher. Mann komt sich nur immer so verklemmt vor, was ich für falsch halte. Heutzutage laufen auch frauen in schlipps und anzug (HOSE) rum. Obwohl früher eigentlich bei frauen immer ROCK+SH angesagt war, damit man nicht so aussieht wie ein mann. Deswegen denke ich dürfen männer SH tragen. Ganz eindeutig. Hab noch keinen gesehen, der abgeführt worden ist :) :)

Ich würde das gleiche machen wie teka. Kein problem langsam mehr für mich, denn auch mit meinen speerlichen 18 jahren würde ich mir nix drumm sch...en, mich da an und auszuziehen.

Was ich ehrlich noch nie gehört hab (warscheinlich weil ich es noch nicht oft gemacht habe) diese rücklantworten PRO UND CONTRA?? Oder bis jetzt hat mich auch noch nie ne verkäuferin oder jugendliche weibliche kunden gefragt was ich damit mache?? oder ähnliches.

Aber ich denke ich muss auch mal wieder ins schwimmbad, obwohl wir eigene einzelkabinen haben. Aber ich möchte das gerne mal ausprobieren, wie die darauf reagieren. Und wenns zu kalt ist dann kann ich ja auch mal wieder schlittschuhlaufen gehen.


mfg, Geist

Ein feedback wäre nett :)
 
Hallo Teka,

wir sind uns hier glaube ich alle einig, dass die Emanzipation der Frau auch das Recht für Männer enthalten sollte SH zu tragen. Ehrlich gesagt, glaube ich, dass es so ein Thema ist, weil wir nicht den Mut haben, den die Mädels aufgebracht haben, als sie sich vom Rock verabschiedet haben. Die haben es einfach gemacht. Wir Männer sind jedoch in der Regel derart in dem uns anerzogenen Männlichkeitswahn gefangen, dass wir in der permanenten Angst leben nicht Mainstream zu sein. Das werden wir auch nicht ändern. Bei den meisten war es die Mutter die sie zum Nylon gebracht hat. Mutti war halt immer das Vorbild :D .
Ich finde es jedoch sch.... das die meisten so intollerant sind und dann noch versuchen sich durch Sprüche zu profilieren. Aber auch hier mal Hand aufs Herz, dabei hat sich auch jeder in dem ein oder anderen Bereich schon einmal erwischt, oder?!
Selbst mich hat neulich verwundert, dass ich überrascht war wie offen man mit seinem Fetisch in der Öffentlichkeit umgehen kann. Während des Harley Treffens in Hamburg war ich in der Boutique Bizzare und dort ist mir ein Mann in SH und Hotpands begegnet, der sich ein paar High-Heels aus dem Regal genommen hat um sie zusammen mit seiner Freundin anzuprobieren. Ich muß ehrlich sagen, dass ich das auf dem Welttreffen der Machos nicht erwartet hätte. Der Hit daran war, dass es niemanden gestört hat und auch keiner einen Spruch gerissen hat.
Ich kann nur noch einmal sagen, dass ich den MUt nicht aufgebracht hätte.

Viele Grüße und viel Spaß im Schwimmbad oder in der Eishalle!

Flux
 
Originally posted by fluxator@14.10.03 - 08:16
wir sind uns hier glaube ich alle einig, dass die Emanzipation der Frau auch das Recht für Männer enthalten sollte SH zu tragen.

Hi Flux,

sorry, dass ist eine Theorie, die ich nicht so ganz verstehe. Das Thema Männer und Strumpfhosen hat für mich gar nichts mit Emanzipation der Frau zu tun.
Mit beiden Themen habe ich ich mich sicher sehr intensiv beschäftigt und kann keinerlei Zusammenhänge entdecken. Emanzipation heißt Befreiuung und nicht "Tausch der Geschlechterrollen" . Ein "Switch" - Mann kleidet sich wie Frau, Frau kleidet sich wie Mann - war nie Sinn dieser Bewegung und wird es auch nie werden. Das hat auch nichts mit gerechtem Ausgleich zu tun, denn es gibt ja nichts auszugleichen. Kleidung war nie Selbstzweck und wird es auch nicht werden.

Es gibt keine gesellschaftlichen Benachteiligungen im Bereich der Kleidung für Männer (woanders übrigens auch kaum). Alles was der Mann erreichen kann und erreichen möchte, schafft er mit männlicher Kleidung, für seine gesellschaftliche Anerkennung, für seine Karriere, für seinen Sport. Das ist der krasse Unterschied.
Unter anderem dadurch, dass man Frauen früher auf eine besondere Kleiderauswahl festgelegt hat, blieben ihr bestimmte Bereiche der männlichen Möglichkeiten verschlossen (siehe Damensattel). Davon haben sie sich befreit, das war ihre Emanzipation, die zumindest im Bereich der Kleidung mittlerweile abgeschlossen ist - sie hatten somit einen nachvollziehbaren Grund, sich männliche Kleidung zu erobern - was übrigens fast 100 Jahre in Anspruch nahm.

Die Tatsache, dass Frauen - wie man hier oft hört - alles anziehen dürfen, was sie wollen und Männer angeblich nicht, ist keine Frage der Emanzipation, sondern der Motivation. Die Frage ist und bleibt eine einzige:

"Warum tust du das ?"

Kannst du diese Frage schlüssig und nachvollziehbar beantworten, dann brauchst Du über Emanzipation nicht mehr nachzudenken.


Grüße
teka
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Teka,

in unseren Augen hast Du mit Deinem letzten Statement (wieder einmal) vollkommen den Nagel auf den Kopf getroffen. Sehr gut beobachtet und zutreffend wiedergegeben. :respekt:

Viele Grüße,
Antonia & Hannes
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

ok, ist eine Frage der Auslegung und der Definition. Per Definition hast Du sicherlich recht, jedoch waren es die Frauen, die in dem Ausgangsbericht die Tolleranz nicht aufgebracht haben, dass ein Mann eine Fsh trägt. Ich habe aus diesem Grund die Themen auf diese Weise zusammengebracht.

Viele Grüße

Flux
 
Hi Flux,

eben- dort liegt glaube ich das Mißverständnis:

Originally posted by fluxator@15.10.03 - 09:32
Per Definition hast Du sicherlich recht, jedoch waren es die Frauen, die in dem Ausgangsbericht die Tolleranz nicht aufgebracht haben, dass ein Mann eine Fsh trägt.
Nicht zwischen uns, ich denke da sind wir uns wirklich einig, wie das mit den Strrumpfhosen zu verstehen ist (auch wenn immer noch vieles unausgesprochen bleibt), aber im Verhältnis zu den Nicht-strumpfhosenträgern.
Sicher war deren Reaktion nicht besonders tolerant, aber das war IMO nicht das eigentliche Problem.
Sie verstanden nicht, wieso ich eine Strumpfhose anzog - das machte die Sache so brisant. Das gibts natürlich auch in der Herrenumkleide, aber wird dann vorsichtshalber nichts gesagt, bevor man sich als Mann mit der Unterwäsche eines anderen Mannes verbal beschäftigt, ignoriert man das gesehene besser, oder toleriert es, was bei vorgetäuschtem Desinteresse auf dasselbe hinausläuft.

Frauen machen sich in der Regel weitaus mehr Gedanken über das, was sie so anziehen (wir hier natürlich auch, aber da sind WIR die Ausnahme) und vor allem auch darüber, was ihre Männer so anziehen. Ich will das jetzt nicht zu 100% verallgemeinern aber oft ist ja immer noch so, dass die Frau für die Kleidung das Mannes zuständig ist und viele Geschlechtsgenossen von uns geben das ja auch gerne ab.

Also machen die Frauen sich auch Gedanken darüber, was andere Männer so anziehen und wundern sich, wenn's nicht in ihr Bild passt. In Zweifelsfalle auch sehr lautstark. Das von mir gerne benutzte k.o. -Argument : "Was geht Dich meine Unterwäsche an" zog in diesem Umfeld überhaupt nicht - sie fühlten sich dann einfach dafür zuständig meine Frau zu fragen, was das sollte.
Richtig ist, das uns schon die Frauen im Allgemeinen im Weg stehen (Ausnahmen gibt es natürlich auch hier) , richtig ist aber auch, dass wir selbst nur dann ihre Toleranz aktivieren können, wenn sie überhaupt erst einmal die Chance haben mitzubekommen, dass es so etwas überhaupt gibt. Sanfte Anfänge sind sicher im Bereich der Tarnsockennutzer möglich. Allerdings möchte ich hier niemanden auffordern an einer Demonstration teilzunehmen, ein paar intensive Gedanken über die eigene Situation können aber trotzdem nicht schaden. Wer sich ständig versteckt hat keine einzige Möglichkeit zu überzeugen.

Und wenn schon das Wort Emanzipation gebraucht wird, dann sollten vor allem die Männer sich angesprochen fühlen, wieder die Herrschaft über ihren Kleiderschrank zu übernehmen, aber da sehe ich die grosse Schwierigkeit, eben weil es so schön einfach ist, sich um solche Dinge nicht zu kümmern.

Ein Musterdialog :
Warum trägst Du Strumpfhosen ?

Lösung 1: Weil ich für die Emanzipation bin!
Herzlichen Glückwunsch, damit hast Du den Fragesteller schlagartig in die Lage verstetzt bis an dein Lebensende an deinem Verstand zweifeln zu lassen.

Lösung 2:
Da hilft nur ein überzeugtes Lächeln und ein Verweis auf den Genuss Strumpfhosen zu tragen: "Eine prickelndes Wohlfühlerlebnis"
Nur das macht Sinn und fordert vielleicht sogar zur Nacharmung auf.
Wenn Du Pech hast hält er/sie dich von nun an für pervers, aber damit hast du wenigstens die Chance auf Toleranz aktiviert.

Die Freiheit der Sinne

Grüsse
teka
 
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Hi Teka,

ok, kann mich hier Deiner Meinung anschließen.

Viele Grüße aus Hamburg.

Flux
 
Tja da sieht man wie intollerant doch unsere Gesellschaft is obwohl jeder den großen tolleranten gerne raushängen läßt.
Sobald es aber zu nahe wird muß man schnell abwehren und nieder machen.
:motz: :pukeface:
 
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