Strumpfhose als Mann tragen. Warum?

Ich stell mal die These in die Runde,
wenn man erwachsenen Leuten die Frage stellen würde, worauf könnt Ihr eher absolut verzichten,

Rock oder Hose,

dann tippe 96% der Frauen und 99,9 Periode 9% der Männer können auf den Rock ständig verzichten .
Ich hab das jetzt schon fünfmal durchgelesen, und irgendwie steig ich nicht durch, was Du damit sagen willst. Keine Kritik -> vermutlich ist mein Hirn müde von der Arbeitswoche.

Wie auch immer: auch wenn die meisten Frauen und die aller-allermeisten Männer keinen Rock "brauchen", dann ist es ja dennoch so, dass Frauen in der Tat so gut wie alles tragen können, ohne Ablehnung befürchten zu müssen, und dass Männer in dieser Hinsicht nur eine Untermenge dieser Auswahl haben.

Wenn Du schreibst,
die armen Männer "müssen" aber weiterhin Hosen anziehen
, wie meinst Du das dann? "Arme Männer" klingt ja hier so ein bisschen nach "sich drüber lustig machen". Aber dass Männer (die, die es betrifft) in dieser Angelegenheit benachteiligt sind, und dass es ein berechtigtes Interesse an mehr Freiraum gibt, kann man doch schon feststellen, oder nicht?

Nur weil "den meisten" aus einer Gruppe eine Sache nicht wichtig ist, rechtfertigt das ja nicht ein Verbot dieser Sache für die Gruppe. (Und einem Verbot kommt die Ächtung hier in unserem Fall in vieler Hinsicht gleich.)
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich trage Strumpfhosen weil es mir gefällt, ich möchte das fühlen oder reize was die Damen anderst ist. Unseren Eltern haben es nie gezwungen solche Kleider anzuziehen das ist traditionell normal. Wir sehen im Altag fast das gleiche, irgendwo siehst ein verkehrter Person wiso bin ich nicht so angezogen?! Sei im fasching oder TV, siehst Person so wie Mel Gibson wo einer Strumpfhosen beim Testen. Es gibt viele Gründe, Ich bin her gekommen es gibt zu wenig Leuten wo den gleichen Reiz haben und hier her es zu präsentieren und zu akzeptieren
 
Nur weil "den meisten" aus einer Gruppe eine Sache nicht wichtig ist, rechtfertigt das ja nicht ein Verbot dieser Sache für die Gruppe. (Und einem Verbot kommt die Ächtung hier in unserem Fall in vieler Hinsicht gleich.)

Hallo @Skin Ego , ich bin mir sicher, dass @Placebo ebenso antworten wird. Er hat sich mit Sicherheit den Fokus auf die Aussage
  • Frauen dürfen alles anziehen
bezogen (@Placebo korrigiere mich, falls ich es missverstanden habe). Bestimmt hat er keinen Verbotsanspruch gegenüber Feinstrumpfhosentragende Männer ausgesprochen oder deren Bedürfnisse abspenstig gemacht. Das war, so wie ich in diesem Forum gelesen habe, noch nicht und von keinem gefordert worden. Im Gegenteil und das ist gut so.

Nein, mir und sicherlich @Placebo ist der „Kampfslogan“ in Richtung
  • Frauen dürfen sich alles anziehen
  • Wie wollen genauso emanzipiert sein
mit viel zu vielen logischen Stolpersteinen gespickt, die eine Argumentation für die Feinstrumpfhose am Männerbein in der großen weiten Welt zur gehobenen humoristischen Einlage mutieren ließen. Ich stelle mir gerade schmunzelnd vor, ein Comedian würde das Thema im Fernsehen und vor vielen hundert Zuschauern vortragen. Das Gelächter wäre sicherlich groß.

Wie auch immer: auch wenn die meisten Frauen und die aller-allermeisten Männer keinen Rock "brauchen", dann ist es ja dennoch so, dass Frauen in der Tat so gut wie alles tragen können, ohne Ablehnung befürchten zu müssen, und dass Männer in dieser Hinsicht nur eine Untermenge dieser Auswahl haben.

Hand auf Herz und wirklich? Meine Frau würde sich nicht einmal ansatzweise an den Kleidungsstil einiger Herren aus diesem Forum wagen. Sei gewiss, dass sie dann ebenso in diverse Schubladen geworfen werden würde. Selbst in ihrem Institut verzichtet sie auf kurze Röcke und Schuhen mit hohen Absätzen. Sie hatte deswegen schon unbequeme Situationen meistern müssen. Ihre Hosenanzüge, Bluse, Jacke und Schuhwerk in ihrem Büro betonen ihre Weiblichkeit außerordentlich. Würde ich mir ihre Kleidung (ist ja eine Unisexhose :emoji_grin: ) anziehen, wäre ich eine Witzfigur. Ich verwette mein kleines Häuschen darauf, dass meine Frau keine exotische Einzelmeinung vertritt.

Woran ich mich persönlich störe: Warum greifen Frauen zu den Hosen? Weil Sie ihre Emanzipation bekräftigen wollen oder doch eher weil sie praxistaugliche Kleidung tragen möchten? Ein Rock, Strumpfhose und feminines Schuhwerk sind sicher nicht praxistauglich.

Weiterhin: Haben die Frauen einen derart ausgeprägten Bezug zu einer Hose, wie viele Schreiber hier zu extrem fokussiert zu Feinstrumpfhosen?

Zusammengefasst: Auch finde diese Aussage „Frauen dürfen alles“ als abgedroschen und absolut unwirksam, um für Akzeptanz in der Öffentlichkeit für das Tragen von Feinstrumpfhosen zu werben.
 
Da überlege ich mir eine passende und nachvollziehbare Antwort, und nun ist @Samuel inhaltlich zuvorgekommen, dafür erst einmal ein herzliches Dankeschön.

Daher nur eine Ergänzung: Die These, Frauen dürfen alles anziehen, Männer aber nicht, zieht sich wie ein roter Faden durch das Forum und wird auch gerne angewendet, wenn die Argumente ausgehen. Zur Zeit ist diese Aussage auch Inhalt in einem anderen Thread, daher habe ich versucht, mich hier mal kurz zu fassen.

Abgesehen von den zwei Weltkriegen, wo Frauen Arbeiten übernehmen und deren Arbeitskleidung tragen mussten, für die sie sonst als biologisch untauglich galten, war der Rock für die Frau gesetzt.

Aber ab der zweiten Hälfte der 1960er Jahre stellte die Frauen fest, dass die Hose eigentlich nur Vorteile hat: Wärmeschutz, Bequemlichkeit, Bewegungsfreiheit, keine Laufmaschen, Sichtschutz, mehr Sitzpositionen und so weiter.

Ein kleines Beispiel:
Während meiner Kindergarten- und Grundschulzeit in den 1960ern war es noch klar aufgeteilt, Mädchen in Rock/Kleidchen, Jungen in Hosen.
Wie viele Jungs haben sich damals den "Spaß" erlaubt, bei den Mädchen die Röcke zu heben?
Da stellt sich doch die Frage, ob die Mädchen nicht neidisch auf die Jungs waren, weil die Hosen tragen durften. Wie schön wäre es, nicht ständig in Alarmbereitschaft auf dem Schulhof zu sein.

Ich bin mir sicher, jede Frau hat in ihrem Leben mal einen Rock getragen und kennt daher die Vorteile der langen Hose. Daher würde ich nicht in erster Linie von Ächtung als moralisches Verbot sprechen, sondern eher von Unverständnis, warum will ein Mann sich das antun, wenn er es nicht muss, sprich hat der alle Tassen im Schrank?

Ich möchte gar nicht abstreiten, dass ein Rock auch Vorteile haben kann, zum Beispiel an heißen Sommertagen, aber die hat man ja nicht jeden Tag.

Aber um den Schwenk zum Kern des gesamten Forums zu finden, warum sind die Frauen "damals" von Feinstrümpfen auf Feinstrumpfhosen umgeschwenkt? Ich denke Wärmeschutz, Bequemlichkeit, Sichtschutz und so weiter, Begriffe, die ich schon einmal in diesem Thread verwendet habe.
 
Eine Strumpfhose ist eine Strumpfhose ist eine Strumpfhose. Nicht mehr und nicht weniger. Gerade jetzt tragen deutlich mehr Menschen warme Strumpfhosen als zu wärmeren Jahreszeiten....warum? Weils kalt ist
Die These stimmt. Als Beispiel: Heute war ich mit meiner Frau von 09:30 bis 17:30 unterwegs. Beide in Thermo Fleece Fake Fsh. Sie im Kleid, ich mit Shorts. Es war kalt.
Wenn es jetzt warm gewesen wäre, hätte sie sicherlich keine Strumpfhose getragen, ich jedoch sicherlich wohl (sicherlich eine andere).
Also tragen 50% der Menschen Strumpfhosen, nur weil es kalt ist.
q.e.d.
 
@Samuel und @Placebo, danke Euch für Eure ausführlichen und herausfordernden Beiträge. Ich musste mir erst die Zeit nehmen, zu antworten.

Hand auf Herz und wirklich? Meine Frau würde sich nicht einmal ansatzweise an den Kleidungsstil einiger Herren aus diesem Forum wagen. Sei gewiss, dass sie dann ebenso in diverse Schubladen geworfen werden würde.

Ja, diesen Stil meine ich allerdings nicht. Das ist ja die Kategorie "sexy / aufgedonnert". Die hab ich meist gar nicht im Blick, wenn ich irgendwas argumentiere. Abgesehen davon gefällt mir dieser Stil auch nicht. Ich denk immer mehr an Pullover / T-Shirt + Rock / Shorts + Strumpfhosen + Sneakers oder so. Sportlich, schön, aber nicht "sexy" in einem klassischen Sinne.

Woran ich mich persönlich störe: Warum greifen Frauen zu den Hosen? Weil Sie ihre Emanzipation bekräftigen wollen oder doch eher weil sie praxistaugliche Kleidung tragen möchten?

Ich denke, beides, oder?

Zusammengefasst: Auch finde diese Aussage „Frauen dürfen alles“ als abgedroschen und absolut unwirksam, um für Akzeptanz in der Öffentlichkeit für das Tragen von Feinstrumpfhosen zu werben.

Es mag sein, dass die Aussage absolut kein Potenzial hat und dass sie nichts bewirkt. Ich gehe sogar mit, wenn Du sagst, dass es lächerlich wirken kann, wenn man so in der Öffentlichkeit argumentiert. Das ändert aber nichts an den Tatsachen:
  • Eine Frau, die Jeans trägt, fällt nicht auf.
  • Eine Frau, die Anzug und Krawatte trägt, kommt cool rüber.
  • Eine Frau, die Rock trägt, fällt nicht auf.
  • Ein Mann, der Jeans trägt, fällt nicht auf.
  • Ein Mann, der Anzug und Krawatte trägt, ist offensichtlich ein Geschäftsmann oder so.
  • Ein Mann, der Rock trägt, wird angegafft, vielleicht offen oder im Heimlichen ausgegrenzt, vielleicht verprügelt.
Finde den Unterschied! Die Aussage, dass Frauen mehr Auswahl haben, mag abgedroschen und absolut unwirksam sein, aber stimmen tut es doch, oder nicht? Und wenn ich, ganz alleine, in meinem stillen Kämmerlein traurig darüber bin, dass es so ist, und wenn mir klar ist, dass ich mit aller Wahrscheinlichkeit nichts daran ändern kann und werde, dann ist das halt meins.

Ich bin mir sicher, jede Frau hat in ihrem Leben mal einen Rock getragen und kennt daher die Vorteile der langen Hose. Daher würde ich nicht in erster Linie von Ächtung als moralisches Verbot sprechen, sondern eher von Unverständnis, warum will ein Mann sich das antun, wenn er es nicht muss, sprich hat der alle Tassen im Schrank?

Schade nur, dass es nicht bei "Unverständnis" bleibt, sondern dass in Wirklichkeit der ganze Mensch in Frage gestellt wird. Wenn ich Frauen sehen, die hässliche Schuhe tragen (z.B. welche, die vorn spitz sind und dadurch nach meinem Geschmack grauenhaft aussehen und die Füße kaputt machen), dann bin ich auch voller Unverständnis. Ich denk dann: meine Fresse, warum trägst Du so hässliche Schuhe, wenn es doch so viele schöne gibt, die zudem noch gesünder zu tragen sind. Aber stelle ich deswegen den Menschen in Frage? Nein. Selbst beste Freundinnen von mir haben immer mal wieder hässliche Schuhe getragen. So what.

Es ist mehr als dieses "Unverständnis" drin. Es steckt eine Wertigkeit drin. Stereotyp männlich = stark = überlegen, stereotyp weiblich = schwach = unterlegen. Mann im Rock gibt freiwillig seine starke Aura auf, und beim Gegenüber entsteht so etwas wie Fremdscham. Ähnlich, als würde ich an der Pommesbude ohne jede Not mir das Ketchup über den Kopf schütten statt über die Pommes. Auch das ist eine Art der Selbsterniedrigung, die für Mitmenschen schwer zu ertragen ist.

Aber so ist es. Ich rede gar nicht davon, es zu ändern, ich wüsste nicht, wie, selbst in mir sind Teile dieses Bewertungs-Programms drin. Es ist halt einfach so. Oder nicht?
 
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