Strumpfhosen in Büchern

g.mutabor

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Ich habe mir mal einen Krimi gekauft, dessen Geschichte in Köln spielt und in dem sich ein junger Mann auf die Suche nach dem Mörder eines Penners macht. Die Antwort findet er am Ende in den ersten Tag nach Kriegsende 1945. Den Titel weiß ich leider nicht mehr.
Er began ungefähr so: "Es war kalt und naß. Kein Parkplatz am Haus. So musste ich 2 Kilometer weit weg parken und zur Wohnung zurücklaufen. Und eine Strumphose hatte ich mir auch nicht angezogen."
Hoppla dachte ich. Ob es noch besser kommt? Es kam besser. Als er einige Erkundigung zur Karnavalszeit einziehen wollte, braucht er ein Kostüm. Hatte aber keins. Also ging er als Frau und lieh sich Kleidung von seiner Freundin. Einen Rock, eine glänzende blickdichte Strumpfhose und noch eine Netzstrumpfhose drüber.
Schade das ein Roman keine Bilder hat. Spannend war das Buch auch.
Habe ihr auch schon mal so was gelegen?
Bei E-Bay kommt immer nur "Der Mörder mit der Strumpfhose" von Helge Schneider. Aber den ertrage ich schon im Fernsehn nicht.

Gerd
 
Hallo Gerd,

gab es denn nach Kriegsende schon Strumpfhosen. Ich glaube nicht. Die kamen doch erst in den 60er Jahren.

Das Buch kenne ich leider nicht.

Gruß nahtlos
 
Der Krimi spielt um 1990!
Ich war überrascht, das in diesem Roman so "normal" von Strumpfhosen an Männerfüßen geschrieben wurde. Aber es liegt vieleicht daran, das in Köln einiges anders ist als im Ruhrpott.

Gerd
 
"...Ich bin so klein, dass ich kaum weiß, welchen Geschlechts ich bin-zumindest nehme ich das an. Es ist früher Nachmittag im Frühling des Jahres Vier. Blumen stehen in purpurner Frische auf dem kleinen Fleck Erde vor unserem Haus. Die Fenster sind weit offen, die Luft im Raum ist mild-würzig, betörend wie die Jahreszeit-und trotzdem wie geladen von der Vitalität meiner Mutter....Während ich ein Bild für sie male, duscht sie-und jetzt, in ihrem durchsonnten Schlafzimmer, zieht sie sich an, um mit mir "in die Stadt" zu gehen. Sie sitzt in Büstenhalter und Strumpfbandgürtel auf der Bettkante, zieht ihre Strümpfe an und plappert drauflos. Wer ist Mommys lieber Junge? Wer ist der beste kleine Junge den eine Mommy je hatte? Wen liebt Mommy mehr als irgend jemand sonst auf der ganzen weiten Welt ? Ich bin völlig weg vor Wonne während ich mit den Augen die langsame, marternd-köstliche Reise ihrer durchsichtigen Strümpfe aufwärts verfolge, diese enganliegenden Strümpfe, die ihrem Fleisch eine so erregende Tönung verleihen. Ich kuschle mich so eng an sie, dass ich ihren Körperpuder auf ihrem Hals rieche-dazu kann ich in dieser Stellung das elastische Mysterium ihrer baumelnden Strumpfbänder besser würdigen, deren Schließen sogleich nach dem Rand ihrer Strümpfe schnappen werden......Und die Strümpfe. Mehr als fünfundzwanzig Jahre Jahre sind vergangen (das Spiel sollte nun eigentlich zu Ende sein!) aber Mommy zieht sich immer noch vor ihrem kleinen Jungen die Strümpfe an. Jetzt allerdings nimmt er es auf sich, woanders hinzusehen, wenn die Flagge am Mast hochflattert-und das nicht bloß aus Rücksicht auf sein eigenes seelisches Gleichgewicht......

(Aus Philip Roth: Portnoys Beschwerden)

Philip Roth ist nicht nur hier einer der Besten die ich je gelesen habe.

Zimmy
 
....gute Stellen, die von Feinstrumpfhosen und Nylonstrümpfen erzählen sind sehr rar in der Literatur. Man findet kaum welche.
Und die (Hörbuch-)Romane von Valerie Nilon sind doch eher wie in einem Groschenheftchen platt und wenig anspruchsvoll.
 
macht nix, dafür hab ich gehört, dass es ganz gute erotische plüschsockenliteratur geben soll ;)
 
Ja das liest sich sehr gut,und hat auch etwas erotisches ,Leider gibt es in der Tat zu wenige gute Bücher mit solch schönen Zeilen!.Danke Zimmy .
 
"Unter jedem Bett stand ein Koffer mit verknäulten Baum-wollstrümpfen. Sie hießen Patentstrümpfe im ganzen Land. Patentstrümpfe für Mädchen, die Strumpfhosen wollten, so glatt und dünn wie ein Hauch. Und Haarlack wollten die Mädchen, Wimperntusche und Nagellack.
Unter den Kissen der Betten lagen sechs Schachteln mit Wimperntusche. Sechs Mädchen spuckten in die Schachteln und rührten den Ruß mit Zahnstochern um, bis der schwarze Teig daran klebte. Dann schlugen sie groß die Augen auf. Der Zahnstocher kratzte am Lid, die Wimpern wurden schwarz und dicht. Doch eine Stunde später brachen in die Wimpern graue Lücken ein. Die Spucke war trocken, und der Ruß fiel auf die Wangen.
Die Mädchen wollten Ruß auf den Wangen, Wimpernruß im Gesicht, aber nie mehr Ruß von Fabriken. Nur viele hauchdünne Strumpfhosen, weil doch so leicht die Maschen liefen, und die Mädchen sie am Knöchel und am Schenkel fangen mußten. Fangen und kleben mit Nagellack.

....Von den sechs Mädchen im Viereck hatte Lola die wenigsten hauchdünnen Strumpfhosen. Und die wenigen waren an den Knöcheln und Schenkeln geklebt mit Nagellack. Auch an den Waden. Die Maschen liefen auch, wenn Lola sie nicht fangen konnte, weil sie auf der Straße selber laufen mußte, auf einem Gehsteig oder durch den struppigen Park.
Nachlaufen und weglaufen mußte Lola mit ihrem Wunsch nach weißen Hemden. Der blieb noch im äußersten Glück so arm wie die Gegend in ihrem Gesicht."

(aus: Herta Müller, Herztier, 1994)
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
"Abends hängte Lola ihre Strumpfhosen mit den Füßen zum Fenster hinaus. Sie konnten nicht tropfen, denn sie waren nie gewaschen. Die Strumpfhosen hingen aus dem Fenster, als wären Lolas Füße und Beine drin, die Zehen und harten Fersen, die ausgebeulten Waden und Knie. Sie hätten auch ohne Lola durch den struppigen Park in die dunkle Stadt gehen können......
In der Nacht, wenn niemand mehr draußen auf dem Weg und durch den struppigen Park ging, wenn man den Wind hörte und der Himmel nichts anderes mehr war als sein Geräusch, zog Lola ihre hauchdünne Strumpfhose an. Und bevor sie die Tür von außen schloß, sah man im Licht des Vierecks, daß Lola Doppelfüße hatte. Jemand fragte, wo gehst du hin. Aber Lolas Schritte klapperten schon auf dem langen, leeren Flur."

(aus Herta Müller, Herztier, 1994)
 
...aber welches wählen von den neuen herrlichen Kleidern? Noch liegen sie, leise leuchtend wie Libellenflügel, nebeneinander auf dem Bett; verführerisch glänzt das dunkle aus dem Schatten, schließlich wählt sie das elfenbeinfarbene für heute als das bescheidenste. Sie nimmt es zärtlich, zaghaft auf und staunt. Nicht schwerer als ein Taschentuch oder ein Handschuh liegt es in der Hand. Rasch schält sie den Sweater ab, die schweren Juchtenschuhe, die dicken Sportstrümpfe, weg alles schwere und feste, ungeduldig schon, die neue Last der Leichtigkeit zu fühlen. Wie alles zart ist, wie weich und gewichtslos.
Nur sie anzufassen, die neue kostbare Wäsche, läßt ehrfürchtig die Finger erschauern, schon das bloße Berühren ist wunderbar.
Schnell zieht sie die alte, die harte, die leinene Wäsche vom Leibe;
ein Schaum, zärtlich und warm, rieselt das neue, nachgiebige Gewebe über die nackte Haut.
Unwillkürlich will sie Licht machen, um sich selbst zu sehen, aber im letzten Augenblick läßt die Hand den Kontakt;
lieber den Genuß durch Erwartung noch verzögern. Vielleicht fühlt sich dies köstlich leichte Gewebe nur im Dunkeln so flaumig und zart, am Ende schwindet sein zärtlicher Zauber im scharfen, schneidenden Licht.
Nun, nach der Wäsche, nach den Strümpfen noch das Kleid. Sorgfältig - es gehört ja der Tante - stülpt sie sich die glatte Seide über, und wunderbar: wie ein laues, glitzerndes Wasser fließt es von selbst die Schultern hinab und schmiegt sich gehorsam an die Nacktheit, man spürt es gar nicht, wie in Wind gekleidet geht man darin, die Lippen der Luft auf dem weiter schauernden Leib.
Aber weiter, weiter, nicht sich an das Genießen vorzeitig verlieren, flink fertig werden, um sich endlich zu sehen! Rasch die Schuhe an, ein paar Griffe, ein paar Schritte: fertig, gottlob! Und jetzt - das Herz klopft Angst - den ersten Blick in den Spiegel....

( aus Stefan Zweig - Rausch der Verwandlung)

faszinierend, wie ein Mann sich so in eine Frau hineinversetzen kann.
 
.... Ich kenne nur das Strumpfhosen- und Höschenwaschen in den Hotels, sagte Irene. Wasser über den Händen. Draußen ist es dunkel, als hätte ich die Stadt nie gesehn. Der Schaum wird so grau, daß ich noch einmal die Straßen seh. Ich will nicht mehr hinsehen. Ich seh nur in den Spiegel und rechne nicht mit meinem Gesicht. Dann steht es da neben der Zahnbürste. Der Abfluß saugt. Später das Tropfen der Strumpfhosen am Kleiderbügel. Er hängt an der Schranktür. Das Wasser steht eine Weile auf dem Rand zwischen Teppich und Schrank. Dann das Trocknen des Höschens nachts, wenn ich mir vornehme, gegen alles, was mir durch den Kopf geht, zu schlafen. Dann wird es Halbschlaf, durch den ich die Geräusche hör. Manchmal knistert der Schrank oder der Stuhl. Die Luft riecht nach staubigen Decken. Oft knips ich das Licht an und frag mich, weshalb Strumpfhosen auf Kleiderbügeln die Nächte länger machen...... (S.118)

..... Im Bad floß das Wasser in die Wanne über hautfarbene Strumpfhosen. Sie blähten sich. An ihren Rändern quoll Schaum......(S. 146)

(aus: Herta Müller - Reisende auf einem Bein, 1992)
 
Hallo Leute,

wir haben ja schon allerhand Threads, die sich mit Strumpfhosen in den Medien auseinandersetzen: Strumpfhosen in Filmen, in Musikvideos, im Fernsehen.

Was noch fehlt, sind Strumpfhosen in der Literatur!

Ich mach mal den Anfang.

In Ferdinand von Schirachs "Strafe" stieß ich kürzlich auf diese Passage:

"Seyma saß in ihrem langen bunten Pullover zwischen all den Anzügen und Kostümen, sie hatte die Beine angezogen und das Kinn auf die Knie gestützt. Sie fand, ihre dunkelgrüne Strumpfhose passe gut zu dem dunkelgrünen Linoleum des Tisches. Sie mochte diese Strumpfhose, weil sie das Wort auf der Packung mochte: blickdicht."

Interessant, wie Schirach da den Gemütszustand der Frau mit der blickdichten Strumpfhose ausdrückt...

Ich denke, Strumpfhosen werden in der Literatur sehr selten erwähnt. Wer findet andere Beispiele?
 
Valerie Nilon - Strumpfhosen 1

https://www.buecher.de/shop/erotik/...ie/products_products/detail/prod_id/34690263/

Katharina, die Tochter eines reichen Strumpfhosen-Fabrikanten, erzählt über ihre Erfahrungen mit der Welt des Glamours und den verruchten Geheimnissen hinter den Kulissen elitärer Modenschauen. Nachdem sie ihre Jugend im goldenen Käfig ihres Elternhauses gefangen war und insbesondere unter den strengen Regeln ihrer Mutter gelitten hatte, befreit sie sich mit ihrer Volljährigkeit von allen Zwängen und lebt ihre neu gewonnene Freiheit zügellos aus. Hierbei nimmt sie die Leser in die Welt der Reichen und Schönen mit. Der Roman ist in der ersten Person und in der Gegenwart geschrieben, so dass der Leser das Gefühl hat, live dabei zu sein.

Verlag: Herpers Publishing International / Herpers, York-Patrick
Artikelnr. des Verlages: 9783942582964
Seitenzahl: 84
Erscheinungstermin: 7. März 2016
Deutsch
Abmessung: 202mm x 126mm x 15mm
Gewicht: 102g
ISBN-13: 9783942582964
ISBN-10: 3942582961
Artikelnr.: 34690263
 
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