Wahrscheinlich sind die in der Mehrheit. Ich vermute hier auch einen der Unterschiede zwischen TS-Menschen und Crossdressern. Ich
Das ist ein guter Punkt, ff

. Ich weiß nicht, was ich bin. Ich wußte nur immer, was ich nicht bin. Von der Perspektive eines dreijährigen Kindes, bis in die 50er. Und seit einigen Jahren ist es okay für mich; nicht in eine Kategorie, in eine Schublade zu passen. Natürlich verstehe ich die Erwartung der Mitmenschen/der Gesellschaft, Sicherheit in der Zuordnung, binär. Das gibt Orientierung und vereinfacht das zusammenleben (auf einer oberflächlichen Ebene).
Krieg ich aber nicht mehr hin - falsch; will ich nicht mehr hinkriegen. Weil das habe ich anderen Leuten zuliebe stets getan. Es gibt nicht viele Eigenschaften in mir, die besonders herausragend sind, außer einer Sache: Mustererkennung. Ich bin sehr geschickt darin zu erkennen, was Menschen in mir sehen wollen und in bester Chamäleonart genau das zu präsentieren. Wahrscheinlich war das auch eine der Schlüssellompetenzen als Krankenpfleger/ unnachgiebige Rückgratlosigkeit im Tanz zwischen den Berufsgruppen, Patienten, Angehörigen. Also ja, ich bin ausgebildeter Profi im verstellen, in der Inszenierung von Rollenspielen. Aber das zusammen mit einer polytraumatischen Erfahrung war kein Lebenskonzept für mich, wie ich nach schwerster Depression und sieben Jahren Psychotherapie herausgefunden habe. Was mir geholfen hat, war die Achtsamkeit. Die Ausbildungen waren so gesehen ein wichtiger Bestandteil des heutigen Lebens, der Entwicklung dorthin und auch die somatischen Einschränkungen, die immer noch bestehen, waren notwendig um mich bis zu diesem Punkt kommen zu lassen. Ich spiele also keine Rollenspiele mehr, nicht mit meiner Frau, nicht in der Familie, nicht mit Freunden und auch nicht mit Fremden. Ich bin nicht gewählt/bewusst showoff, ich trage keine Maske, keine Kleidung spazieren und teste mich im Rahmen der Öffenrlichkeit aus. Ich bin einfach. Ind bevor ich mich anziehe, weiß ich manchmal selbst nicht genau wie. Was auch immer letztendlich dabei herauskommt, es ist Ausdruck meiner Stimmung, meines Gefühls und ich bin in innerer und äußerer Kongruenz.
Vor zwei Jahren im Winter stehe ich in meinen hohen Sandaletten und Kleid vor dem Ofen und hebe das Rockteil an um die warme Luft einzufangen. Ich habe bestimmt, interessant dabei ausgesehen. Plötzlich fiel mir auf, dass ich eine der Jalousien nicht geschlossen hatte. Da stand ich also, in Festbeleuchtung, in meinem Kleidchen vor dem Ofen, sichtbar für jeden der es sehen konnte. Ich bin mit Hechtsprung zum Fenster und habe die Jalousie herunter gelassen. Ich habe mich geschämt; etwas später dann habe ich mich in einer Art innerem Fulm gesehen, das groteske der Situation und ich fing an zu lachen. Über mich selbst, über die Situation. Über meine Bewertungsphantasien. Ich glaube, das war einer der ausschlaggebenden Momente für mich. Ich kann/will mich nicht mehr verstellen, nicht verstecken, nicht beschämt fühlen - Schluss damit. Was ich bin, ist mir dabei selbst nicht mehr wichtig. Warum muss ich mich einordnen? Für wen? Für was?
Ich hatte mich auch gefragt, warum jetzt nach einem, wie auch ich fand, theatralischen Abschied wieder Bilder gepostet werden, als wäre das nie gewesen.
Nun hat aber ja nie jemand behauptet, das Leben an sich sei nicht mühsam und das Leben mit anderen Mühsamen sei gar weniger mühsam.
Es gibt in der Psychiatie die Begriffe Übertragung/Gegenübertragung. Es gibt Patienten, die berichten von Erlebnissen und Gefühlen und in der Übertragung teilt sich die Schwere, die Traurigkeit, die Verzweiflung spürbar mit und die Gegenübertragung ist Empathie, Mitgefühl, mitschwingen. Und dann gibt es die Patienten, die erzählen etwas ähnliches, aber die Übertragung findet nicht, bzw ganz anders statt. Und es kommt zur Irritation, weil die Trauer nicht spürbar wird, die Verzweiflung nicht greifbar, sondern eher der Verdacht entsteht, als solle eine bestimmte Reaktion im Gegenüber erzeugt werden (instrumentalisierte Begegnung) die in der Gegenübertragung Unwillen, Abwehr und Aggression erzeugt. Und so geht es mir mit dem von mir kritisierten Kollegen. Und das mache ich auch deutlich.
Nun ist das nicht bei jedem so, es gibt eben viele Menschen, die auf ihrem Weg an dieser Stelle nicht angekommen sind.
Menschen die zweifeln, die oft selbst nicht wissen, ob Hü oder Hott, die an einem Tag zum Himmel hoch jauchzen und am nächsten Tag im Tal der Tränen darben.
Ist es in diesem Fall tatsächlich sinnvoll, mit so einem Hinweis darauf, dass man selbst "es ja auch geschafft" habe und darauf, dass das Gefühlswirrwarr und das Auf und Ab die anderen nerve zu reagieren?
Klar, du drückst aus, was du bei der Geschichte empfindest, dein gutes Recht, aber wie ja auch Matsch stelle ich mir ein wenig mehr "Na, es nervt, aber ich muss ja nicht drauf reagieren" vor.
Wie geschrieben war der Weg lang und schwierig, viele Krisen gehörten dazu. Ich bin nicht besonders toll, oder besonders tough, uch war eher zu lange autoaggessiv um Anpassung bemüht, schwach, unsicher. Immer mit dem Grundgefühl der mühsamen. Ich will kein Mitgefühl, das gebe ich mir selbst, ich will ebenfalls keine Anerkennung, die brauche ich nicht mehr. Insofern habe ich es geschafft: ich bin mir selbst meine beste Freundin/Freund geworden. Das ist das Beste an dem ganzen Weg voller Irrungen und Wirrungen.
Manchmal geht mir allerdings eine bestimmte, von mir beobachtete Dynamik auf den Sack. Und ich sage das mittlerweile, jedem , überall. Natürlich im Kontext der Situation mit angepasster Sprache. Ich beleidige nicht, ich bin einfach klar darüber, was ich tue und was ich nicht tue.
Warum ich das überhaupt so schreibe? Weil es einige Menschen gibt, die ich nett finde, die mir sympathisch sind. Also zeige ich mich ganz. Dazu gehört nicht nur die Klarheit, sondern auch meine Verletzlichkeit. Bilder muss ich nicht posten, ich brauche keine Bestätigung für meinen Style. Mir geht es lediglich um Authentizität, um Ehrlichkeit, um Resonanzen und gemeinsame Möglichkeitsräume, um Entwicklung um Wachstum. Das ist mein Beweggrund.
Im dunklen Labyrinth der Welt half mir nicht das Licht derjenigen, die am Ausgang über mich spotteten.
Wenn das so wirkt, ist es schade. Schadenfreude liegt mir nicht. Mitfreude am Wachstum schon. Aber eben nur wenn Menschen sich verändern wollen und nicht ( ich denke da gerade an private Begegnungen. Menschen die sich nicht verändern wollen und auf der Suche nach Gründen sind, um die eigene Sicht/Haltung nicht verändern zu müssen. Ja, es stimmt, dabei bin ich mittlerweile ungeduldig. Es verschwendet meine Zeit und meine Energie. Solche Gespräche führe ich nicht mehr.
Das klingt ja fast so, als suchst du sie, "Guckstu??"
Ich versuche immer unsinnigen Konfrontationen aus dem Weg zu gehen. Klar, geht es um wesentliches, sieht das anders aus, aber für mich klingt dein letzter Absatz eher so martialisch nach dem Alphatier, das ist jetzt aber natürlich nur mein Eindruck nach dem Lesen
Ich musste etwas grinsen, Adrian. Ja stimmt, es liest sich so. Ist ja auch recht plakativ ausgedrückt gewesen. Was ich damit meine ist:
Ich verstecke mich nicht
Ich mache mich bei Angriffen und Bedohungen nicht klein, sondern groß
Ich stehe zu mir - immer
Ich bin diesbezüglich furchtlos
Wenn ich sage, das ich in die Konfrontation gehe bedeutet dies: Präsenz, Blick, Offenheit (erstaunliche Dinge können geschehen), lächeln, auch eine gewisse Schlagfertigkeit, spielerisch, auch eine professionelle Distanzierung und Rückprojektion (die Gruppe von der ich gesprochen habe).
Damit ist nicht gemeint: ich haue dir auf die Fresse

. Im Gegenteil. Ich tue alles um Kämpfe zu vermeiden, und wenn es unvermeidbar ist beende ich den Kampf ( entweder Flucht: der Kampf findet nicht statt, oder durch Beendigung im Ansatz.: ich schlage zuerst). Und ja, auch das gibt Sicherheit - in gewisser Weise. (wobei IMO Kontolle, Sicherheit , eine Illusion sind).
Ich in der Rolle des Alphatiers - das ist wirklich witzig. Ich sehe mich nicht so, aber eine kuriose Erfahrung so wahrgenommen zu werden. Ich bin einfach und rechtfertige nicht.
Und als ich das gestern schrieb, war ich von dem langen Tag im Krankenhaus emotional etwas aufgewühlt, um nicht zu sagen frustriert. Schmerztherapie in HK mit Morphin ist schwierig - egal wie sehr Menschen leiden, das Gesetz scheint wichtiger zu sein.
Aber das ändert grundsätzlich nichts sn meiner Meinung und Haltung. Unbequem? Ja. Aber immer so aufrichtig wie ich nur kann. Vielleicht ist das auch ein gewisser Wert.
Liebe Grüße an alle die sich die Zeit genommen haben, das jetzt zu lesen
Eure/r Thomas