Wo kein Glaube mehr ist, ist keine Hoffnung mehr.
Wenn die Hoffnung fehlt ist man verloren.
Sinnloser kann ein Leben nicht sein.
Du wirst es wahrscheinlich nicht verstehen. Es ist eine Frage der Perspektive und ob man in/trotz (oder gerade deshalb) der Unsicherheit Sicherheit empfinden kann. Und das erfordert es, stets wachsam zu sein. Glaube ist der natürliche Gegner von Bewusstsein, von Intelligenz..
Insofern kommt es halt darauf an, was einem lieber ist. Die kuschelige Pseudosicherheit des Glaubens, oder die Freiheit die auf der Erkenntnis beruht, dass es keine Sicherheit gibt.

Du kannst ja einen deiner berittenen Schelme fragen ob das kompletter Unsinn ist, oder ob du vielleicht einfach zu einfach denkst.
 
... Glaube ist der natürliche Gegner von Bewusstsein, von Intelligenz.. ...
Hm, ist das nicht ein klassischer Glaubenssatz?

Nein, da würde ich keine Gegnerschaft daraus machen.
Es gibt Dinge die kann ich wissen und es gibt Dinge auf der Erde, die größer sind als wir, die wir nicht wissen können, aber daran glauben können wenn wir möchten.
Beides gehört zum menschlichen Leben dazu.

Ich kann mir aber bewusst machen ob ich das jetzt weiß oder nur glaube zu wissen.
Oder mir bewusst machen woran ich glaube und woran nicht und was ich weiß und was ich nicht weiß.*

Dabei kann Intelligenz helfen.
(Manchen Menschen steht sie aber mögicherweise auch im Weg.)

In meinen Augen jedenfalls ist es kein entweder-oder sondern ein sowohl-als-auch.

* (und sei mir nicht böse, aber in deinen Zeilen finde ich häufig Aussagen, die du meines Erachtens glaubst, auch wenn du von dir glaubst, dass du nicht glaubst)
 
Ausgangspunkt der Diskussion war der "Glaube an das Gute im Menschen", den ich leider in den letzten Jahren größtenteils verloren habe, zumindest was den Zusatz "im Menschen" betrifft. Das ist aber nur kleiner Teilaspekt des umfassenden Themas "Glaube", das Krabat in seinem obigen Beitrag angesprochen hat. Und da kann ich ihm nur zustimmen.
 
"Glaube" und "Vertrauen" spielen meinem Gefühl nach in der gleichen Liga.
Nicht wirklich. Vertrauen steht meistens Erachtens im Zusammenhang mit Wissen, Verständnis, mit gelebter Erfahrung, mit Geduld, mit Entschlossenheit und mit Mut (besser Furchtlosigkeit).

Glaube funktioniert da etwas anders, auch wenn es auf den ersten Blick Überschneidungen zu geben scheint.

IMO
 
Glaube funktioniert da etwas anders, auch wenn es auf den ersten Blick Überschneidungen zu geben scheint.
Vermutlich richtig, aber vermutlich auch müßig, das diskutieren zu wollen.

Aus meiner Sicht weisen beide Konzepte eine Gemeinsamkeit auf, nämlich die Prämisse, die nicht zu hinterfragen ist.
In diesem Licht ist @Krabat s Einwand vielleicht gerechtfertigt und es steckt ein Stückchen "glauben" auch im Vertrauen.
 
Wenn ich versuche aus drei Metern Entfernung einen Zahnstocher in eine aufgestellte Flasche zu werfen, dann vertraue ich darauf, das es (irgendwann) geschieht, aber ich weiß nicht wann. Dazu brauche ich (viel) Geduld und Entschlossenheit, ein Verständnis davon, was geschieht und die Erfahrung zeigt dann, dass es irgendwann funktioniert.

Oder das tägliche Aufwachen, nachdem ich den kleinen Tod gestorben bin (Schlaf). Oder das Finden des richtigen Partners (gut hier wird das Eis zugegebenermaßen dünner). Jedoch lässt sich das Vertrauen idR überprüfen, es gibt Beweise. Das könnte sich auch beim Glauben postmortem ähnlich darstellen, aber das weiß halt niemand. Es gibt einfach keine Beweise iS des Zahnstocher Beispiels. Da kann er ch mit einem Klickzähler ggf die Versuche ermitteln, ich kann die Erfolgsquote ausrechnen, ich kann Wiederholungen durchführen. Ich denke du weißt worauf ich hinaus möchte.

Aber um das Wort zu verwenden: ich glaube das, du, Krabat und andere die dieses Wort nutzen, von der Gültigkeit ihrer Annahmen überzeugt sind. Und wenn ich meine Frau frage ob sie heute Spicy Noodels gegessen hat und sie das zögerlich verneint, dann „glaube“ ich ihr auch - in gewisser Weise. Vielleicht ist es am Ende des Tages gar nicht so wichtig ;).
 
Glaube kann durchaus auch was mit Erfahrung zu tun haben.

Ich glaube das Wu2Wai8 weiterhin hier konstruktiv mit diskutieren wird.
Aber ich weiß es nicht, denn es kann auch sein, dass er hier nichts mehr schreibt oder nur noch unkonstruktives Zeugs.
Ich glaube das auf Grund der Erfahrungen die ich mit ihm gemacht habe, weil ich ihn oft als konstruktiv diskussionsfreudig erlebt habe.
Deshalb ist mein Glaube das er weiter hier schreiben wird auf Erfahrungen begründet.

Wie sieht es nun aber mit Gottesglaube oder den Glauben an das Gute im Menschen aus?
Auch hier sehe ich wieder die Trennlinie zum Wissen.
Ich weiß es nicht ob es einen Gott gibt und ich weiß auch nicht ob sich das Gute im Menschen durchsetzt.
Ich kann nur beim ersten etwa auf Annahmen zurückgreifen (z.B. Ich spüre das es etwas gibt das größer ist als wir wir, dass wir nicht wissen können, sondern eben nur spüren, erahnen, vermuten können, das unfassbar und unbeschreiblich ist und das manche Menschen dann Gott nennen) und beim zweiten auf Erfahrungen (er hat anderen was geschenkt, er hat versucht ein böse Tat wieder gut zu machen, er hat anderen geholfen ...)
Aber ich weiß es nicht und ich werde es nie wissen. Ich glaube es (nur).

Und nochmal: Wichtig ist meines Erachtens dabei sich bewusst zu machen was man weiß und an was man glaubt.

... Aber um das Wort zu verwenden: ich glaube das, du, Krabat und andere die dieses Wort nutzen, von der Gültigkeit ihrer Annahmen überzeugt sind. ...
Möglich, z.b. bin ich von der Gültigkeit meiner Anahme überzeugt das man seine Annahmen / seinen Glauben immer wieder neu überprüfen sollte.
 
Möglich, z.b. bin ich von der Gültigkeit meiner Anahme überzeugt das man seine Annahmen / seinen Glauben immer wieder neu überprüfen sollte.
Für mich ist da die Leitfrage: Was ist? Und weiter: Was ist jetzt? Und wenn dann Antworten kommen: Wie kann ich mir sicher sein, das es so ist? Abschließend: Könnte auch das Gegenteil zutreffend sein? Das sind mE gute Orientierungsfragen für eine erweiterte Realitätsprüfung.
Aber das mache ich nur bei den Dingen, die mir wichtig genug sind. Zum Beispiel bei gravierenden Zweifeln. Glücklicherweise kommen diese nicht so oft auf. Im Alltag vertraue ich meiner Intuition. Damit habe ich gute Erfahrungen gemacht.

Um den Gedanken bezüglich des Vertauens zu vervollständigen: für mich ist es eine bewusste Entscheidung zu vertrauen. In dem Moment, in dem ich dies überprüfe, bin ich vielleicht schon misstrauisch.
Wenn ich also sage, das ich auf das Leben vertraue, dem Leben vertraue, dann ist das das Ergebnis tiefer Erfahrung. Damit muss ich mich nicht länger beschäftigen. In diesem Grundgefühl bin ich sicher.