Lehrer, Angestellte, Arbeiter und ihre Stellung in Sozialsystemen

Ich glaube nicht das in Österreich soviele Rentner wie bei uns dazu gezwungen sind mit Pfandflaschensammeln ihre Rente zu ergänzen.
Auch das wage ich anzuzweifeln. So ca. 97% der Pfandflaschensammler machen auf mich nicht den Eindruck, sie seien Rentner, die das Pfand gegen den Hungerstot oder das bevorstehende Erfrieren benötigen. Natürlich hängt vieles vom Einzelfall ab, aber zukünftig wird die Rente noch geringer ausfallen müssen und eigenverantwortliche Vorsorge wird notwendig sein. Aber auch da gibt es Angebote, die aus Unkenntnis leider zu wenig genutzt werden.
 
... aber zukünftig wird die Rente noch geringer ausfallen müssen und eigenverantwortliche Vorsorge wird notwendig sein. Aber auch da gibt es Angebote, die aus Unkenntnis leider zu wenig genutzt werden.
Es gibt aber auch zahlreiche Einkommensgruppen deren Einkommen so gering ist, dass sie solche Angebote gar nicht nutzen können.
In meiner Familie gehören definitv alle dazu von Oma bis zum Enkel. Insofern empfinde ich Ansagen ala "du kannst ja privatvorsorgen und wenn du es nicht machst bist du selbst schuld" als Hohn.
 
Nein, Hohn ist das nicht. Ich verhöhne niemanden! Aber selbst meine Tochter sorgt vor. 25€ monatlich wird angestrebt, wenn es knapp wird, dann wird auch mal ausgesetzt. Sie studiert und da ist es manchmal knapp, aber sie versucht bewusst mit ihren zur Verfügung stehenden Ressourcen umzugehen. Sie kann super sparen. Dabei ist sie nicht wirklich Schwäbin.
Ich gebe keine Ratschläge, habe aber selbst von meiner Mama gelernt, was es heisst, mit seinem Einkommen auszukommen. Vielleicht habe ich auch Glück gehabt. Aber ich habe mir schon Gedanken gemacht. Und nun kann ich etwas vorsorgen. Aber genau, weil ich weiss, dass nicht alle gleich viel Glück oder auch Möglichkeiten haben, nerven mich Angeber. Ich will nicht hören, wie viel Gold und Edelsteine einer besitzt und sich deswegen für besser situiert hält. Kleiner Seitenhieb, der hier hin passt.
 
Die Ösis zahlen mehr ein und bekommen mehr raus. Das wurde hier doch lang und breit diskutiert. Geht es den Ösis dann im täglichen Leben schlechter als den Piefkes, oder haben die Piefkes noch was übrig zum Einzahlen?
Die Misere kommt aufgrund des verbesserten Medizinwesens. Beiträge werden teurer, die Leute leben länger und brauchen dementsprechend längere (und höhere) Krankenkassenleistungen. Durch die gestiegene Lebenserwartung bekommen die Leute länger Rente.
Gleichzeitig sinkt die Wochenarbeitszeit und die Leute wollen früher in Rente gehen (und aufgrund der höheren Lebenserwartung länger die gleiche Rente beziehen). Also mit weniger Einzahlung (Lebensarbeitsstunden) mehr Lebensrentensumme bekommen. Das das nicht funktioniert, liegt auf der Hand.
Aber das ist schon ziemlich Off Topic. Wir sind voll im Rententhema. @Krabat : warum wurde der Tröt eigentlich geschlossen?
 
... Aber im Laufe der Zeit bekommt man meistens ein ganz gutes Bild davon, wer nun ein potentieller Quatschverbreiter ist und wer ein prinzipieller Klugscheißer. Ausnahmevorkommnisse wie Pandemien, Kriege, etc. machen diese Personengruppen noch schneller sichtbar.
Es könnte aber auch sein, dass man sich ein Vorurteil einfängt, gerade dann wenn man denkt xy ist immer so und so, xz schreibt immer nur so und so.
Da kann es schnell passieren, das man nur noch eine Seite von einer Person wahrnimmt und die anderen Seite dieser Person gar nicht mehr sieht oder sehen will.
Es könnte sogar sein das einer heute mal klugscheißt und das er das andere mal ganz einfühlsam ist, einer heute mal mist baut und ihn morgen großartiges gelingt. Ja, sowas soll es alles geben, hab ich gehört.

Gerade zu Themen Pandemie oder Krieg stecken wir alle derart in unseren jeweiligen (Vor)Urteilen drin, dass da sowieso kaum eine fruchtbare Diskussion mehr möglich ist. Derjenige, der dann eine andere Sicht hat als ich, ist dann der Klugscheißer, der Schwurbler, der Idiot, der was auch immer, sich selbst stellt man natürlich nicht in Frage.

Dabei wissen wir schon lange aus der Meditation oder auch aus der Paarberatung, dass jeder seine eigene Perspektive hat, die es wahrzunehmen und anzuerkennen gilt.
Da erzählt der Mann die Geschichte des Konflikts so rum und die Frau erzählt sie anders rum und schuld ist in der Regel dann immer der andere und recht hat man in der Regel immer selbst. Und der andere ist dann wahlweise der Störer, der Böse, der Dumme, der der nichts versteht und nichts kapiert usw.

Und keiner will verstehen das nun mal jeder seine eigene Wirklichkeit hat, seine eigene Perspektive, seine eigene Deutung der Situation und seine eigene Wahnehmung und das es vielleicht auch gar nicht um Recht haben geht, sondern um wechselseitiges Verstehen.
(Du hast es so empfunden un dich so und beide Empfindungen haben ihre Berechtigung und ihren Grund)

Und so haut man sich gegenseitig seine Wahrnehmungen, seine Vorurteile, sein "ich weiß es und du bist blöd Wissen" auf den Kopf, leider auch hier im Forum.
Sprich sie haben ihre Fakten von denen sie überzeugt sind und das ist dann unumstößlich und jeder der was anders empfindet sieht und das wagt auszusprechen, schreibt Quatsch, ist ein Klugscheißer, ein Arschloch, verfügt nur über Halbwissen usw. und ich bin derjenige der meint das Beurteilen zu können, weil ich bin ja der Schlaue und Kluge und weiß Bescheid.

Natürlich konstruiere ich mir mit diesen Worten auch selbst meine Forumswirklichkeit. Auch ich muss - will ich nicht ebenfalls mich in meine Vorurteile einspinnen - schauen und bemerken, das es zum Glück nicht immer so ist, sondern es durchaus auch hier im Forum guten konstruktiveren Austausch in den von mir oben beschriebenen Sinne der wechselseitigen Perspektive-Anerkennungen und Bereicherung gibt.
 
welchen Tröt meinst du? ich glaube nicht das ich irgendwas geschlossen habe.
bevor dieser Lehrer... Tröt aufgemacht wurde hatte ich Kommunikation mit Paule bzgl. verschieben (aus: Was mit Bildern...). Ich hatte verstanden, dass es mal einen Renten Tröt gab, dieser aber geschlossen wurde.
Zitat Paule vom Dienstag: Leider wurde deine aktuelle Meldung abgelehnt: Beitrag im Thema 'Was mit Bildern passieren kann und darf' - Der Thread "Rente" ist für weitere Antworten geschlossen. Die Diskussion um die Stellung der Lehrer hatte sich aus der Diskussion um die Bilder entwickelt. Evtl. in den Politikthread damit oder in einen eigenen Thread? Bis auf weiteres lasse ich ihn mal unter "Bildern".
Paule wars !! :)
 
Gerade zu Themen Pandemie oder Krieg stecken wir alle derart in unseren jeweiligen (Vor)Urteilen drin, dass da sowieso kaum eine fruchtbare Diskussion mehr möglich ist. Derjenige, der dann eine andere Sicht hat als ich, ist dann der Klugscheißer, der Schwurbler, der Idiot, der was auch immer, sich selbst stellt man natürlich nicht in Frage.
Das ist ein guter Punkt, wie ich finde.
Vor allem verstärkt sich dieser Effekt ja mit der Zeit, weil auf jeden "Angriff" ein neues "Contra" folgt und man dazu neigt, die eigene "Argumentation" auch ein wenig "auszudehnen", wobei man dann gern unterschwellig weitere eigene Vorurteile einbringt, die das Klima vergiften.
Ich will dafür die Beispiele nicht zusammensuchen, aber der "Ösi" fiel mir da schon mal auf und dann so anekdotische Evidenzen, dass "die Pfandsammler, die ICH so wahrnehme, ja keine Rentner sind" und dergleichen mehr.

Als ich vor einiger Zeit mal eine kurze Auszeit vom Forum genommen habe, war genau das einer der Gründe.
Ich sah, dass ich eigentlich kaum mehr gute Gespräche hier geführt/wahrgenommen habe, UND ich sah, dass ich selbst dazu meinen Teil beitrug.
Letzteres allerdings wie eine Art Automatismus. Obschon ich erkannte, dass ich oft mehr auf den Nick als auf den Inhalt eines Forenbeitrags reagierte, fiel ich immer wieder in diese Vorurteile zurück.

Nun ist das ja kein Phänomen, das erst im Zeitalter der Internetforen entstanden wäre, schon in Römerzeiten machten sich große Staatsmänner mit Spitznamen über ihre Caesaren lustig, und Brecht schrieb gern doppelzüngig vom Maler aus Braunau, Satire hat dieses Stilmittel bis heute immer und immer wieder eingesetzt, sei es nun ein Mottowagen von Jacques Tilly, der Analverkehr zwischen Putin und Trump andeutet, die türkische Zeitung, die Angela Merkel mit Hitlergruß darstellt, oder ein deutscher Kabarettist, der dem türkischen Staatschef Sodomie unterstellt.
In der parlamentarischen Debatte im Bundestag in den 80er und frühen 90er Jahren waren auch einige heftige Rededuelle mit, ich nenn es mal:, persönlicher Note zu hören. Unvergessen Willy Brandt mit einer Rüge, weil er die Regierungspolitiker als Heuchler und Lügner bezeichnet hatte, der sich für die Rüge publikumswirksam bedankte mit den Worten: "Herr Präsident, ich bedanke mich für diese Rüge, legt sie doch das Augenmerk auf das, was ich zu sagen wünschte." ;)
Da ich zu dieser Zeit oft in Bonn bei meiner damaligen Freundin war, die in der Südstadt wohnte, war ich auch des Öfteren im "Argelandereck", einem Trinktempel, in dem auch die Herren Parlamentarier gern ein spätes Getränk zu sich nahmen.
Da waren dann die, die sich im Parlament spinnefeind zeigten, plötzlich ganz friedlich beim Zechgelage miteinander.
Es war also letztlich Show, es war die Darstellung einer harten Auseinandersetzung, privat verstand man sich offensichtlich bestens.

Wenn ich mich jetzt frage, ob eine solche "rhetorische Überspitzung" und eigentlich ja Angriffshaltung legitim oder vernünftig ist, komme ich nach wie vor zu keiner eindeutigen Antwort.
Einerseits sehe ich, dass gerade hier im Forum diese "Angriffshaltung" eben fast immer zu weniger Austausch und Gespräch führt, was nüchtern betrachtet für die Stimmung im Forum toxisch ist, wenn andererseits jemand hier immer und immer wieder Dinge äüßert, die ich für mindestens grenzwertig halte, wenn nicht falsch, dann juckt es mich in den Fingern, das auch kundzutun.
Dabei schieße ich dann gern mal über das Ziel hinaus, womit wir wieder am Eingang meines postings wären.

"Eines lässt sich nicht bestreiten, jede Sache hat zwei Seiten, die der andern, das ist eine, und die richtige Seite, Deine" (Mascha Kaleko)
.. und weil ich ihn oben schon erwähnt habe:
So sehen wir betroffen, den Vorhang zu und alle Fragen offen...

LG
Adrian
 
JEDER Mensch bekommt genau die Rente die er verdient hat und wer nicht privat versorgt oder vorgesorgt hat der hat in seinem Leben schlicht was falsch gemacht. Die Zeiten der Vollkaskomentalität sind vorbei.
 
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