liebe Mitlesende und Mitschreibende,
ich möchte euch die Gründe meiner Zweifel schildern:
In meinen Augen hast du @ Leverkuehn bei deiner lustigen Zeichung einen wichtigen Pfeil vergessen, nämlich den der die Bewegung des Sackes anzeigt, die er machen muss, sobald ich anfange dadrin zu gehen. Den sobald ich einen Fuß vorwärts setze, muss der Sack sich mitbewegen damit ich überhaupt gehen kann, so daß dann irgendwann das was zuvor oben war unten ist usw. Für alle die nicht verstehen was ich meine: Schlüpft in einen Bettdeckenbezug und probiert es mal aus).
Das ist gar nicht so leicht, auch wenn der Sack aus sehr dehnbaren Nylon besteht, kann man sich - so meine Vermutung - nur langsam mit kleinen Schritten bewegen, so wie Nyfet, der darin ja erfahren ist, es beschreibt. Zwei Nylonsackbenutzer aus der Encasementgruppe habe ich via Unterhaltung gefragt, beide schreiben, dass dies nur sehr schwer geht und beide meinen, dass der Sack, würde man draussen damit rumlaufen, wohl zimlich schnell kaputt gehen würde.
Eine weitere Frage von mir ist: Wie macht man diesen Sack von innen zu? Reisverschluß, Klettverschluß, Knöpfe, Schnurr ... ? Denn zumachen und zubleiben muss er, wenn er besagte Bewegung mit mir während meines-im-Sack-gehen machen soll. Sollte sich der Sack öffnen ist das im Sack laufen nicht mehr möglich, der Sack bewegt sich mit und bald ist die Öffnung unter meinen Füßen und ich gerate automatisch aus den Sack.
Hinzu kommt: Ich bewege mich nicht in der Wohnung, sondern draussen, also Straße oder Wiese oder Ähnliches. Meine Frage ob der Sackgeher dann Schuhe trägt wurde ja leider nicht beantwortet, mein Verdacht, das es bei den Sack zu Schäden kommen würde, wurde mir (siehe oben) bestätigt. So ein Sack war ja früher nicht so leicht zu bekommen, er musste - wie wir lesen konnten - importiert werden - von wo und wie wurde leider nicht weiter ausgeführt. Also eine eher organisatorisch und möglicherweise auch finanziell nicht so leichte Angelegenheit.
Aber nehmen wir mal an uns gelingt es den Sack zu besorgen, raus zu gehen, Nyloncaitsuit und Strumpfhose an und Strumpfhose übern Kopf gezogen, in den Sack schlüpfen, ihn gut zu verschließen und damit loszugehen ohne das er kaputt geht.
Jetzt kommt erst die eigentliche Übung: Nämlich nicht entdeckt zu werden: Es ist dunkle Nacht, wir haben die Strumpfhose über den Kopf und sind im schwarzen Nylonsack, also zwei Nylonhüllen vor der Nase, eine dicht anliegend, eine mit Abstand zu den Augen (vermutlich halten wir die Hände über oder vor den Kopf um die Sackbewegung zu unterstützen), doch es gelingt uns zweimal Passanten rechtzeitig zu bemerken (sehen und/oder hören?) und ihnen trotz der Behinderung durch das im-Sack-laufen schnell genug auszuweichen und uns zu verstecken (im Busch, hinterm Auto, um die Straßenecke ...?) sodas sie uns nicht entdecken.
Nun, wie bereits geschrieben: Es gibt nichts was es nicht gibt, möglich ist wohl alles. Ich will daher den Erzähler nicht der Unwahrheit bezichtigen. Aber ich muss gestehen: In diesen Fall bin ich ein alter, phantasieloser, gestrenger Mann, dem es verdammt schwer fällt diese Geschichte zu glauben.
Ihr dürft mich gerne dafür kreuzigen.