Wie bei Entdeckung durch Bekannte/Freunde/Kollegen reagieren

Wenn jemand eine Darstellung mit ".... und das ist gut so!" beendet, dann versucht er damit zum Ausdruck zu bringen, dass etwas nicht nur faktisch, sondern auch moralisch oder sachlich gerechtfertigt ist und genau das bezweifle ich, wenn ein Mann in eindeutig sichtbaren Strumpfhosen in der Öffentlichkeit erscheint. Somit ist es ein etwas trotziger Versuch die Sache in eine ihm genehme Richtung zu biegen, was möglicherweise nicht zulässig oder profaner einfach falsch ist.
Diese Aussage verblüfft mich ein wenig. Was ist denn "moralisch oder sachlich" nicht gerechtfertigt daran, statt Tennis- oder Plüschsocken Strumpfhosen zur Unterbekleidung zu wählen?
Und was genau daran ist "möglicherweise nicht zulässig oder profaner einfach falsch"? Die Tatsache, dass jemand Strumpfhosen trägt, oder die "Sache" in eine Richtung zu lenken?
Ich werde nicht so recht schlau aus diesem Beitrag, magst du mir erklärend behilflich sein?
 
Letzte Woche dann der große Fauxpax. Der Bauleiter hat die Überzieher vergessen und er meinte, dass wir halt alle ohne Schuhe die Besichtigung machen.
Es hätte bestimmt eine Möglichkeit gegeben, diesen Fauxpas zu entschärfen. Und wenn ich dafür ".... ich habe etwas im Auto vergessen..." schnell in den Keller zum Umziehen gegangen wärest. Wie lange hättest du für einen derartigen Boxenstop benötigt? 30 Sekunden?

Hast Du neben deinem "scheißdrauf" einen Kick gespürt? Immerhin hast du keine Socken über deine Strumpfhose getragen. Schon dadruch wäre ein Fauxpas möglich gewesen. Wie andere schon geschrieben haben, was sollten die Kunden sagen? Etwa "... ein Makler der Damenstrümpfe trägt, bei dem nehme ich keine Wohnung?....". Für Gesprächstoff wirst Du sicherlich gesorgt haben, als sich Eure Wege nach der Besichtigung getrennt haben.
 
... ein Makler der Damenstrümpfe trägt, bei dem nehme ich keine Wohnung?....". Für Gesprächstoff wirst Du sicherlich gesorgt haben, als sich Eure Wege nach der Besichtigung getrennt haben
Naja, warum zieht niemand die Möglichkeit in Betracht, dass hernach mit einem Schmunzeln die schiere (sheer, hihi) Tatsache der feinen Strumpfwaren bemerkt wurde, ohne weitere Gedanken an Perversion oder ähnliches zu vergeuden?
 
Ich gehe noch mal kurz zum Auto und hole ein paar Socken, wäre doch schade wenn was dran käme :>.
Mh, erster Gedanke der Käufer: WAS ist hier auf dem Boden, was offenbar eine Gefahr darstellt? *Alarmglocken innerlich*
"Wir müssen doch nochmal nachdenken, Abnahme vielleicht ein andermal..." *überstürzter Abgang, der Hamster hat den Hausnotruf getätigt und ist in großer Gefahr...
 
Wenn jemand eine Darstellung mit ".... und das ist gut so!" beendet, dann versucht er damit zum Ausdruck zu bringen, dass etwas nicht nur faktisch, sondern auch moralisch oder sachlich gerechtfertigt ist und genau das bezweifle ich, wenn ein Mann in eindeutig sichtbaren Strumpfhosen in der Öffentlichkeit erscheint. Somit ist es ein etwas trotziger Versuch die Sache in eine ihm genehme Richtung zu biegen, was möglicherweise nicht zulässig oder profaner einfach falsch ist.
Mit der Frage, ob die Worte des ehemaligen Regierenden in diesem Kontext geeignet sind, kommen wir ein bißchen vom Thema ab, denke ich.

Ich wollte mit meinem Text auf die Ambivalenz zwischen "ich darf und keiner sagt was" (GUT!) und "die denken sich schon ihren Teil" (IST NICHT SO GUT...) hinweisen. Die beiden Aussagen widersprechen sich ja auch nicht.

Unsere Gesellschaft ist heute so freiheitlich und so plural, dass heute Dinge "gehen", die zu meiner Kindheit nicht mal erlaubt waren: Z.B. ist der Schwulenparagraf 175 StGB erst '94 abgeschafft worden. 1994...

In den 90igern und auch in den 00er-Jahren hätte ich es mich nicht getraut, in einem Rock durch die Stadt zu gehen. Das geht heute. Das ist gut! (Ich mache das nicht in my hood und nicht gegenüber meinen "normalen" Freunden, aber das ist wohl kein gesamt-gesellschaftliches Thema.)

Aber ist es überhaupt ein (gesamt-)gesellschaftliches Thema, wenn es darum geht, was jemand in einem anderen "sieht", wenn dieser andere sich etwas abseits der Norm kleidet? Es wäre nur ein gesellschaftliches Thema, würde ich als "Mann mit Rock" auf der Strasse verkloppt werden.

Ist es nicht Kern der Mode, der Kleidung, dass sie etwas transportiert? Wenn ich es recht bedenke, dann sendet jedes Kleidungsstück eine Nachricht. Man denke nur an den schönen Begriff der "Nonkonformistenuniform" von Reinhard May in "Annabelle"; selbst das unscheinbare sendet die Nachricht der "Unscheinbarkeit".

Und die fsh am Mann sendet in ihrer üblicher Weise weiblichen Konotation natürlich ein Signal! Und das wahrgenommene Signal ist eher nicht "Mein Name ist John Rambo"! Viele werden wohl mehr oder weniger eine Prinzessin Sissi als Vorbild vermuten. Das ist wohl so und wenn ich es recht bedenke, und das ist mir hier bewußt geworden, dann ist das gar kein gesellschaftliches "Problem", welches gesellschaftspolitisch zu bearbeiten wäre.

Wir dürfen heute grundsätzlich an Kleidung tragen, was wir wollen und das finde ich gut. Aber es bleibt halt dabei, dass andere vielleicht nicht das darin sehen, was der Träger darstellen möchte. Das gilt nicht nur im Kontext des Cross Dressings. "Kleider machen Leute".
 
Zuletzt bearbeitet:
Naja, warum zieht niemand die Möglichkeit in Betracht, dass hernach mit einem Schmunzeln die schiere (sheer, hihi) Tatsache der feinen Strumpfwaren bemerkt wurde, ohne weitere Gedanken an Perversion oder ähnliches zu vergeuden?
Nun, ich habe Gesprächsstoff erwähnt und nicht Perversion oder Ähnliches erwähnt ;)
 
Wie käme sonst die Abneigung gegen diesen Makler als Vermittler zustande?
;)

Dadurch vielleicht:

Etwa "... ein Makler der Damenstrümpfe trägt, bei dem nehme ich keine Wohnung?
Weißt du ob Strümpfe unmittelbar immer als Damenstrümpfe erkennbar und als solche einzuordnen sind? Könnten es auch Stützstrümpfe sein?
Ich meine gut - du weißt es natürlich; aber eben auch nur deshalb, weil du diesbezüglich selbst spezielle Interessen hast. ;)
 
... Unsere Gesellschaft ist heute so freiheitlich und so plural, dass heute Dinge "gehen", die zu meiner Kindheit nicht mal erlaubt waren: Z.B. ist der Schwulenparagraf 175 StGB erst '94 abgeschafft worden. 1994...
Nur ein kleiner Hinweis: In der DDR wurde der § 175 bereits im Jahr 1968 abgeschafft. Er war auch insgesamt nie so scharf wie in der BRD, wo der deutlich schärfere Paragraph aus der NS-Zeit übernommen wurde.
Ich sag das nur, weil ich oft beobachte, dass vergessen wird, dass auch das Gebiet der ehemaligen DDR ein Teil Deutschlands und der deutschen Geschichte ist. Das ist jetzt ein anderes Thema ich weiß.
Deine eigentliche Aussage wird aber m.E. dadurch nicht geschmälert.
 
der Schwulenparagraf 175 StGB erst '94 abgeschafft worden
Das war zwar überfällig, wurde aber bekanntermassen politisch durchgesetzt. Ob es in den Hirnen der Gesellschaft so pluralistisch zugeht, möchte man manchmal bezweifeln, besonders an Wahlabenden.
Ansonsten danke für deinen facettenreichen Beitrag!
 
Weißt du ob Strümpfe unmittelbar immer als Damenstrümpfe erkennbar und als solche einzuordnen sind? Könnten es auch Stützstrümpfe sein?
Du meinst, ein Makler mit dem Makel, Stützstrümpfe tragen zu müssen, würde als makelbehaftet für minderwertig gehalten?
Das ist aber ein (ganz) anderes (NICHT) Thema.
Wobei unsere glorreiche Regierung ja gerade dabei ist, jeden Ansatz von Inklusion zu torpedieren.
Aber zurück zur Ausgangssituation!
Ich stelle mir das Gespräch nach der Bauabnahme zwischen den beiden Kaufenden im Rheinland vor:

Sie: "Hasse datt jesinn, dä Jeck hott e Strumpfböttsche ahn, oder et wore Strömp!".
Er:"" Ja leeven Jott, datt kann ons doch egal sinn, jede Jeck ist anders, von mir us kann dä sisch en Banan op d'r Kopp binge un et Vaterunser rückwärts opsage, Hauptsach, et hätt joot jejange."
Sie:" Jojo, datt, isch sach jo bloß".

Muss ich das jetzt ins Hochdeutsch übersetzen? ;)
 
Du meinst, ein Makler mit dem Makel, Stützstrümpfe tragen zu müssen, würde als makelbehaftet für minderwertig gehalten?
Das ist aber ein (ganz) anderes (NICHT) Thema.
Wobei unsere glorreiche Regierung ja gerade dabei ist, jeden Ansatz von Inklusion zu torpedieren.
Aber zurück zur Ausgangssituation!
Ich stelle mir das Gespräch nach der Bauabnahme zwischen den beiden Kaufenden im Rheinland vor:

Sie: "Hasse datt jesinn, dä Jeck hott e Strumpfböttsche ahn, oder et wore Strömp!".
Er:"" Ja leeven Jott, datt kann ons doch egal sinn, jede Jeck ist anders, von mir us kann dä sisch en Banan op d'r Kopp binge un et Vaterunser rückwärts opsage, Hauptsach, et hätt joot jejange."
Sie:" Jojo, datt, isch sach jo bloß".

Muss ich das jetzt ins Hochdeutsch übersetzen? ;)
Wie ich - neben dem Ruhrpottdeutsch - auch dat Kölsch liebe. Und so schöner für mich, da ich beiden Welten aufgewachsen bin. Und bei dem möglichen Gespräch hast Du meine volle Zustimmung. Dat ise ne typische kölsche Jespräsch!
 
Zurück
Oben