Hallo Imaginarium,
vielen Dank für Deinen Post. Ich habe wahrgenommen, dass der erste Teil erst einmal eine Art Einleitung ist. Inhaltlich habe ich zwei Punkt mitgenommen, die ich voll mitgehe und die hier in dem Forum mE nach durchaus von mehreren geteilt werden.
Der erste Punkte betrifft die Ästhetik: Eine fsh macht die Trägerin oder den Träger nicht automatisch attraktiv. Das mag in den Augen von Fetischisten anders sein, aber diejenigen unter uns, die fsh als eine Art Make Up für das Bein oder als Teil eines Crossdressings verstehen, kämen nicht auf die Idee, eine fsh allein "reisse es raus". Aber es gibt auch andere auf der Plattform, bei denen Mode oder Ästhetik offensichtlich keine Rolle spielen. Aber wer bin ich, diesen Usern ins Gewissen zu reden. (Habe ich schon mal versucht; gab aber kein Feedback.)
Der zweite Punkt betrifft die Frage nach dem "Tragen dürfen", die aber nicht gleichzeitig das "Warum" oder "Wozu" beantwortet. Und hier geht es wohl eher nur um Männer, denn diese Frage stellt sich bei Frauen wohl eher nicht. Insbesondere das "Tragen dürfen" ist hier auf der Plattform ausführlich diskutiert worden: Zum Glück ist es in unserer Gesellschaft grundsätzlich so, dass mann tragen darf, was mann will, abgesehen von einigen wenigen gesetzlichen Regeln, die uns hier aber wohl nicht betreffen, solange wir deutlich mehr als nur eine fsh in der Öffentlichkeit tragen. Und die Gesellschaft ist idR auch recht tolerant: Als Cross Dresser wird man nicht eingesperrt und in den allermeisten Gegenden auch nicht "verkloppt". Das ist gut.
Dein Erlebnis auf der Kreuzfahrt mit dem bauchfreien Shirt berührt eher das "Warum/Wozu?": Es mag Menschen geben, denen es egal ist, was die anderen denken. Dann ist das aber so und dann ist es denen auch egal, was Du in der Kleidung desjenigen siehst. Für alle anderen gilt, dass Kleidung eine Form der Kommunikation ist: "Kleider machen Leute!", bedeutet ja nichts anderes, dass meine Kleidung eine Botschaft sendet, die vom Betrachter nach bestimmten Regeln entschlüsselt wird, um mich dann in eine Schublade einzuordnen; das ist erst einmal nicht Schlimmes, vor allem, wenn ich den Code beherrsche; vermutlich ist das eine über jahrtausende geübte und bewährte Kulturtechnik, die das Leben in der Gesellschaft vereinfacht. Und wenn ich bei meiner Kleidung diese Regeln nicht beachte, kommt bei dem Gegenüber eine andere Botschaft an, als ich sie zu senden beabsichtigt habe. Und bei fsh am Mann wird der übliche Betrachtende immer irritiert sein, denn das ist halt "anders". Hier im Forum gibt es dazu das geflügelte Wort: "Es gibt keine Helden in Strumpfhosen".
Oder in Kurzform für den männlichen fsh-Träger: Mach, was Du willst, aber wundere Dich nicht, wenn Dich Dein Spiegel angelogen hat und Du nichts positives von der Umwelt zurückbekommst. (Was nicht bedeutet, dass es immer so sein muss: Einige der User sind en femme als CD/TV unterwegs und berichten von sehr positiven Erlebnissen!)
Ich bin gespannt, wie es weiter geht.
Viele Grüße
Tricky