Beim ersten Mal tat´s noch weh. Oder: nur Mut...

Moondancer

Frischling
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12 Juli 2026
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3
Ort
Ostwestfalen
Geschlecht
männlich
Hallo zusammen,

nachdem ich über einen sehr langen Zeitraum hier nur passiver Mitleser war, habe ich es nun doch geschafft, mich unlängst zu registrieren.

Und auch wenn das sicherlich schon 1000-mal Thema oder ein ähnliches Thema war, möchte ich es trotzdem teilen, da es für mich persönlich ein sehr großer und befreiender Schritt war.

Falls das uninteressant sein sollte – bitte vom Admin löschen.

Seit über 30 Jahren teile ich die Leidenschaft für FSH und bin seitdem auch Träger des edlen Materials. Heimlich und bei passender Gelegenheit. Und wenn, dann natürlich nur unter langen Hosen und mit Tarnsocken. Und trotzdem hatte ich immer das Gefühl, alle Welt starrt mich an. Eine Situation, die vielen durchaus bekannt vorkommen dürfte.

Ich habe mit meiner heimlichen Vorliebe nie ein Problem gehabt, auch hat sie meine Ehe nicht belastet. Ich bin seit 25 Jahren glücklich verheiratet und meine Frau weiß bis heute nichts davon. Was für mich aber völlig in Ordnung ist.

Über die Jahre habe ich immer unterschwellig gedacht (oder gehofft?), dieser „Spleen“ würde sich irgendwann erledigen. Das Gegenteil ist der Fall.

So habe ich angefangen, FSH (zunächst blickdicht) zu etwas kürzeren Hosen ohne Socken zu tragen. Das war für mich schon grandios. Ich hatte ständig das Gefühl, alle Welt merkt das und starrt mich an.

Irgendwann war das für mich normal. In diesem Jahr (keine Ahnung, was passiert ist) habe ich mich getraut, erstmalig zu einer 3/4-langen, hellen Hose eine hautfarbene FSH zu tragen. Mir ging unheimlich die Düse, erstmalig so eine Tankstelle zu betreten. Dort hat es anscheinend niemand bemerkt. Also habe ich den Radius auf einen Supermarkt ausgeweitet. Hier dasselbe Ergebnis. Es hat niemand gemerkt. Oder interessiert. Diese Erkenntnis war für mich mehr als erstaunlich und irgendwie nicht nachvollziehbar.

Daraufhin habe ich es mit einer knielangen Bluejeans und einer hautfarbenen „nur die Figura 25 amber“ probiert. Auch hier wieder: Supermarkt, dann sogar IKEA und eine Apotheke. Und wiederum absolut keinerlei Reaktion meiner Umwelt. Ich wusste wirklich nicht, ob ich überrascht, erleichtert oder enttäuscht sein sollte.

Das hat mir natürlich unheimlich Mut gemacht. Als nächste Ausbaustufe war ich in einer knielangen Bluejeans und einer glänzenden schwarzen „nur die Figura 25“ unterwegs. Und fest darauf eingerichtet, entsprechende Reaktionen meiner Umwelt zu kassieren.

Und die habe ich bekommen.

In einem großen Supermarkt habe ich in einem dortigen Restaurant gegessen. Am Nebentisch saß eine Frau mittleren Alters. Sie hat die schwarze FSH bemerkt und mich angesprochen. Allerdings nicht so, wie ich befürchtet hatte. Sie fragte nur, ob mir Nylons bei den Temperaturen (es waren deutlich über 30 Grad) nicht zu warm wären.

Ich hatte mir für den Fall der Fälle im Vorfeld schon eine Ausrede bzw. Rechtfertigung zurechtgelegt, war in dem Moment trotzdem ein wenig „auf dem falschen Fuß“ erwischt, da für die Frau das Tragen der FSH offenbar absolut kein Problem oder keine Merkwürdigkeit darstellte.

Ich habe darauf nur erwidert, dass es zwar warm sei, aber durchaus auszuhalten und noch angenehm. Als Antwort kam nur, dass ihr das zu warm wäre. Sie lachte freundlich und wünschte mir noch einen schönen Tag.

Weitere Reaktionen konnte ich nicht einfangen, obwohl ich nun mehrmals in diesem Outfit unterwegs war. Mittlerweile bin ich sogar ein wenig enttäuscht, wenn ich glaube, dass es niemand merkt. Und ich fühle mich sehr gut dabei. Wenn ich auch das offene Tragen der FSH auf Orte außerhalb meiner Heimat beschränke.

Als letzte Ausbaustufe habe ich zu einer knielangen grünen kurzen Hose die glänzenden schwarzen Figura Fit 25 getragen. Hier ist der Kontrast nun deutlich sichtbar. Die (Nicht-)Reaktionen: siehe oben.

Worauf ich hinauswollte …

Auch ich habe, wie vermutlich sehr viele andere auch, sehr lange mit mir gerungen und das Ganze verheimlicht. Und mir Gedanken über die Außenwirkung gemacht. Jedoch musste (nein – durfte!) ich feststellen, dass die Leute allesamt mit sich selbst beschäftigt sind und es wirklich niemanden interessiert, was du anziehst. Und selbst wenn, wird es bestenfalls kurz registriert und dann geht man weiter. Die Menschen sind einfach mit sich selbst beschäftigt.

Mittlerweile gehört, zumindest solange es die Temperaturen zulassen, für mich eine knielange Hose und glänzende FSH zum normalen Alltag. Wie gesagt, allerdings nur außerhalb meines normalen sozialen Umfeldes. Aber vielleicht ist das der nächste Schritt.

Ich möchte an dieser Stelle vor allem allen anderen Männern, die einen ähnlichen Werdegang oder eine ähnliche Situation haben, wirklich Mut machen.

Aus nun eigener Erfahrung: Es interessiert absolut niemanden, was du anhast. Hätte ich früher niemals gedacht, hat sich aber mehrfach in der Praxis bestätigt.

Ich kann Befürchtungen und Bedenken hierzu absolut nachvollziehen – nur Mut. Mir geht es seitdem jedenfalls deutlich besser. Hätte ich schon Jahre eher machen sollen.

Bis dahin

Moondancer
 
Toller Bericht und doch sparst du den wichtigsten Punkt aus.

Was nützt dein "Mut" in der Fremde, wenn die wichtigste Person von deinem Mut nichts weiß?

In der Fremde ist der "bunte Hund" nur einer von Vielen und schnell in der Masse verschwunden.
Aber auf dem heimischen Hof sieht die Sachlage ganz anders aus.
Da braucht es dann weniger Mut, sonder mehr Überzeugung und Verständnis, auf allen Seiten.
 
Die Leute reden in dem Moment des Tragens nicht mit dir, aber sicher hinter deinem Rücken. Was ist wenn dich mal außerhalb deiner Heimat ein Bekannter sieht, dich nicht anspricht, aber hinter deinem Rücken in deinem Umfeld darüber spricht und eines Tages deine Frau davon erfährt.
 
Ich möchte an dieser Stelle vor allem allen anderen Männern, die einen ähnlichen Werdegang oder eine ähnliche Situation haben, wirklich Mut machen.

Aus nun eigener Erfahrung: Es interessiert absolut niemanden, was du anhast. Hätte ich früher niemals gedacht, hat sich aber mehrfach in der Praxis bestätigt.
Bis dahin ein guter Einstieg und herzlich willkommen. Bezüglich Deines letzten Passus haben meine Frau und ich leider andere Erfahrungen gemacht. Die Beleidigungen waren zum Teil recht deutlich (.. wie krank ist das denn..). Auch damit müssen Männer zurecht kommen, auch wenn Derartiges selten ist.

Daher... "nur Mut" ist schon eine heftige Ansage.
 
Die Leute reden in dem Moment des Tragens nicht mit dir, aber sicher hinter deinem Rücken. Was ist wenn dich mal außerhalb deiner Heimat ein Bekannter sieht, dich nicht anspricht, aber hinter deinem Rücken in deinem Umfeld darüber spricht und eines Tages deine Frau davon erfährt.
Da gebe ich Admirad recht, bevor es eines Tages deine Frau es von jemand anders erfährt,
würde ich es lieber, ihr selber schönend beibringen, das du Strumpfhosen trägst.
Ich denke mal sie wird dir nicht den Kopf abreißen.
 
... Ich bin seit 25 Jahren glücklich verheiratet und meine Frau weiß bis heute nichts davon. ...
Mittlerweile gehört, zumindest solange es die Temperaturen zulassen, für mich eine knielange Hose und glänzende FSH zum normalen Alltag. Wie gesagt, allerdings nur außerhalb meines normalen sozialen Umfeldes. Aber vielleicht ist das der nächste Schritt. ...
Ich finde das höchst problematisch das du dies nach wie vor deiner Frau verheimlichst.

Ich stell mir vor wie ich reagieren würde wenn meine Frau mir erzählt das sie mir seit 25 Jahren verheimlicht das sie leidenschaftlich gerne Krawatten trägt, das sie das bisher heimlich getan hat, mit allen Konsequenzen, also Verstecken in der Wohnung, heimliches Umziehen, ständig darauf achten das der andere nichts merkt usw. Warum vertraut sie mir nicht? Warum belügt sie mich seit 25 Jahren?

Das ist ja fast wie ein Doppellleben, das du da führst und das fühlt sich möglicherweise für deine Frau, aber auch für dich so an, als hättest du eine heimliche Geliebte.
Das muss dir doch unheimlich viel Energie kosten.
Ich würde so nicht leben wollen.

Deine Ansage "nur Mut" empfinde ich in diesen Zusammenhang als fast schizophren, denn du hast gegenüber deiner Frau alles andere als Mut bewiesen.
 
hallo moondancer
zunächst mal willkommen hier.
zu deinen feststellungen kann ich mich nur wiederholen, weil ich an anderer stelle schon was dazu geschrieben haben.
auch wenn du es für dich in dem moment anders empfindest. die leute bekommen es schon mit und sie bilden sich auch eine
meinung zu deinem auftreten. sie lassen es dich nur nicht merken.
sobald du aber aus sicht- und hörweite bist, geht das geläster und gelächter los. das konnte ich selbst schon beobachten, als in
einem geschäft ein mann in kurzer hose mit fsh seinen auftritt hatte. er selbst wird wohl auch keine reaktion festgestellt haben,
so wie du.
wie auch andere schon geschrieben haben, wirst du vermutlich ein unschönes erlebnis haben, wenn deine frau von deinen vorlieben
erfährt.
gruß
true
 
Ich habe ganz andere situation aber ist immer interessant wie in Deutschland mit mann in fsh ist. Okay, ich kann nicht sagen in RO ist anders, aber wenn ich lese es ist immer similares muster: Erst du tragst unter lange hose mit socken und hast da sogar noch angst es sieht wer. Dann du versuchst ohne socken und hast feeling wie bei grosse coup. Und immer angst, dass wer deine Hose hochzieht ?

Dann das was du schreibst, ist mit erste mal tut weh und dann mut.

Ich weis nicht immer genau was ist eure motiv das ihr tragt sh und wollt keine reaktion, oder gar nicht gesehen werden, und dann du tragst eine zu dicke fsh (25den schwarz) zu knielange hose.

Schwarz wenn keine sehr gute calitate ist, wirkt immer zu sehr schwarz. Es gibt bessere sh, wo das schwarz ist eine fast nichts, ein leicht shiny look.

Aber bist du sicher, das knielange (herren) hose und recht dicke schwarze sh nicht doch sehr selten aussieht. Und heute sind die meisten leute in deutschland mehr ruhig und reserviert die sagen nicht gleich ey alter bis du beclopt was hast du doofe look an ?

Ich kann nicht sagen sicher ob ich nicht auch komisch schaue wenn ich sehe middle aged gentleman mit kurze herren haarschnitt und herren schuhe und zu breite oder grobe knielange hose und dann sh was ich sage ? Okay, knie lang ist nicht mein taste, genau so wie ich habe nie gefallt bei damenmode die lenght "midi".

Und du wirst immer die angst haben, das wer der deine frau kennt es sieht. Wenn es eine freundin von ihr ist, die sagt ihr das sofort.

Ich weiss nicht wo dann ist die grenze: ist sh fur euch dann fetisch oder ist das ein selber erfundene look ?

aber ich kann sagen ich rede leich denn ich hab kein reputation zu verlieren. Bist du einmal crazy fur alle rund herum, dann kannst du machen was du willst, aber das ist keine gute rezept fur menschen mit geordete position, mit familie und mit sociale obligation, mit kindern und so. Mir ist egal, aber das ich bin sicher, nur damit ihr tragen koennt total auf ultimative leg show und alles girlie, ihr wollt nicht tauschen ;)
 
Hallo zusammen,

zunächst herzlichen Dank für Euer Feedback und Eure Meinungen.

Ich möchte jedoch zunächst noch einmal zwei Punkte klarstellen.

In einigen Antworten ging es unter anderem darum, dass ich meine Vorliebe in meinem unmittelbaren sozialen Umfeld bzw. vor meiner Frau verheimliche. Dieses wird als Problem gesehen. Für andere...ich habe diesen Weg und den Umgang damit sehr bewusst so gewählt und habe damit absolut kein Problem. Ich bin mit mir da vollkommen im Reinen. So groß ist mein Leidensdruck dann doch nicht. Das bedeutet natürlich nicht, dass ich bei passender Gelegenheit aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen künftig vielleicht etwas daran ändere. Vielleicht.

Auch die Locations für meine „Auftritte“ wähle ich sehr bewusst aus. Es ist nahezu ausgeschlossen, dass mich dort jemand Bekanntes sieht.

Diese beiden Punkte wollte ich noch einmal verdeutlichen, denn eigentlich ging es in meinem ursprünglichen Post gar nicht darum.

@Krabat: In diesem Zusammenhang von „Schizophrenie“ zu sprechen, finde ich eher kontraproduktiv. Schizophrenie ist eine schwere psychische Erkrankung, bei der Denken, Fühlen und Wahrnehmung tiefgreifend beeinträchtigt sein können und es unter anderem zu einem Verlust des Realitätsbezugs kommen kann. Das sehe ich bei mir überhaupt nicht. Mit solchen Begriffen sollte man meines Erachtens nicht leichtfertig umgehen und hilft in der Sache nicht weiter.

Was ich eigentlich berichten wollte, ist viel simpler: Das Tragen der FSH macht mir einfach Freude. Ich erfreue mich an der Haptik und an der Optik. Und nach meinen mittlerweile mehrfach gemachten Erfahrungen interessiert es außerhalb meines Mikrokosmos tatsächlich niemanden.

Vielleicht ist es auch anders und ich bekomme manches einfach nicht mit. Aber entscheidend ist doch letztlich, wie beispielsweise @truelies geschrieben hat: Vielleicht wird gelacht oder hinter meinem Rücken darüber gesprochen. Aber auch das ist letztlich nur eine Vermutung. Und selbst wenn es so wäre, genieße ich mittlerweile sogar das Gefühl leichter Irritation oder gelegentlicher fragender Blicke. Wohlwissend, dass ich mir das meiste davon wahrscheinlich auch nur einbilde.

Der Kernpunkt meines Posts war eigentlich nur die Erfahrung, die ich gemacht habe: Sämtliche Bedenken, Fragen, „Was-wäre-wenns“ und „Aber-was-ist-wenn...“ haben sich in der Praxis schlicht nicht bestätigt. Wie ich bereits schrieb, findet vieles davon letztlich nur im eigenen Kopf statt.

Das ist ein wenig so wie nach einem Besuch beim Friseur. Auch da habe ich manchmal das Gefühl, alle würden mich und meine neue Frisur anschauen. In Wirklichkeit interessiert es aber niemanden.

Es gibt mittlerweile so viele verrückte und bunte Vögel, dass ein Mann mit FSH an den Waden wahrlich nicht besonders auffällt. Und mal ehrlich: Die Leute sind heutzutage doch ohnehin meistens mit sich selbst und ihren Smartphones beschäftigt. Da bleibt für die Beobachtung anderer oft gar nicht so viel Aufmerksamkeit übrig. Zugegebenermaßen würde ich in der Öffentlichkeit zum Beispiel keinen Rock tragen – wobei ich daran auch keinerlei Ambitionen habe.

Letztlich wollte ich mit meinem Beitrag einfach denjenigen Mut machen, die ähnliche Bedenken haben wie ich sie früher hatte. Meine eigenen Erfahrungen haben mir gezeigt, dass die befürchteten Reaktionen – zumindest bei Menschen, die wir nicht kennen – in aller Regel sehr viel stärker in unserem Kopf stattfinden als in der Realität. Und außerhalb des eigenen häuslichen bzw. sozialen Radius ist das meiner Erfahrung nach sogar mehr als wahrscheinlich.


Bis dahin

Moondancer
 
Danke für Deinen spannenden Selbsterfahrungsbericht und die Einblicke und Erlebnisse, die du teilst. Eines ist mir nicht ganz klar geworden - die Ambivalenz. Einerseits suchst du die öffentliche Reaktion, genießt sie offenbar auch (zumindest lese ich das zwischen den Zeilen) aber im kleinen Umfeld verheimlichst Du es. Es lässt mich stutzen, denn bei mir ist es exakt umgekehrt (und aus meiner Sicht auch....logischer?) - im Kleinen (vor der Frau) kann ich es ausleben, vor dem Schritt nach draußen habe ich Respekt - so weit wie Du bin ich noch nicht, es sind aber kleine Schritte in die Richtung. Da sich Deine Bedenken in der "großen Öffentlichkeit" schlicht nicht bewahrheitet haben wie Du schreibst und letztlich wohl vor allem im Kopf stattfinden - würde das nicht auch im Kleinen zutreffen? Bei Leuten die Dich kennen und erst recht keine voreiligen Schlüsse ziehen würden?
 
Hallo zusammen,

zunächst herzlichen Dank für Euer Feedback und Eure Meinungen.

Ich möchte jedoch zunächst noch einmal zwei Punkte klarstellen.

In einigen Antworten ging es unter anderem darum, dass ich meine Vorliebe in meinem unmittelbaren sozialen Umfeld bzw. vor meiner Frau verheimliche. Dieses wird als Problem gesehen. Für andere...ich habe diesen Weg und den Umgang damit sehr bewusst so gewählt und habe damit absolut kein Problem. Ich bin mit mir da vollkommen im Reinen. So groß ist mein Leidensdruck dann doch nicht. Das bedeutet natürlich nicht, dass ich bei passender Gelegenheit aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen künftig vielleicht etwas daran ändere. Vielleicht.

Auch die Locations für meine „Auftritte“ wähle ich sehr bewusst aus. Es ist nahezu ausgeschlossen, dass mich dort jemand Bekanntes sieht.

Diese beiden Punkte wollte ich noch einmal verdeutlichen, denn eigentlich ging es in meinem ursprünglichen Post gar nicht darum.

@Krabat: In diesem Zusammenhang von „Schizophrenie“ zu sprechen, finde ich eher kontraproduktiv. Schizophrenie ist eine schwere psychische Erkrankung, bei der Denken, Fühlen und Wahrnehmung tiefgreifend beeinträchtigt sein können und es unter anderem zu einem Verlust des Realitätsbezugs kommen kann. Das sehe ich bei mir überhaupt nicht. Mit solchen Begriffen sollte man meines Erachtens nicht leichtfertig umgehen und hilft in der Sache nicht weiter.

Was ich eigentlich berichten wollte, ist viel simpler: Das Tragen der FSH macht mir einfach Freude. Ich erfreue mich an der Haptik und an der Optik. Und nach meinen mittlerweile mehrfach gemachten Erfahrungen interessiert es außerhalb meines Mikrokosmos tatsächlich niemanden.

Vielleicht ist es auch anders und ich bekomme manches einfach nicht mit. Aber entscheidend ist doch letztlich, wie beispielsweise @truelies geschrieben hat: Vielleicht wird gelacht oder hinter meinem Rücken darüber gesprochen. Aber auch das ist letztlich nur eine Vermutung. Und selbst wenn es so wäre, genieße ich mittlerweile sogar das Gefühl leichter Irritation oder gelegentlicher fragender Blicke. Wohlwissend, dass ich mir das meiste davon wahrscheinlich auch nur einbilde.

Der Kernpunkt meines Posts war eigentlich nur die Erfahrung, die ich gemacht habe: Sämtliche Bedenken, Fragen, „Was-wäre-wenns“ und „Aber-was-ist-wenn...“ haben sich in der Praxis schlicht nicht bestätigt. Wie ich bereits schrieb, findet vieles davon letztlich nur im eigenen Kopf statt.

Das ist ein wenig so wie nach einem Besuch beim Friseur. Auch da habe ich manchmal das Gefühl, alle würden mich und meine neue Frisur anschauen. In Wirklichkeit interessiert es aber niemanden.

Es gibt mittlerweile so viele verrückte und bunte Vögel, dass ein Mann mit FSH an den Waden wahrlich nicht besonders auffällt. Und mal ehrlich: Die Leute sind heutzutage doch ohnehin meistens mit sich selbst und ihren Smartphones beschäftigt. Da bleibt für die Beobachtung anderer oft gar nicht so viel Aufmerksamkeit übrig. Zugegebenermaßen würde ich in der Öffentlichkeit zum Beispiel keinen Rock tragen – wobei ich daran auch keinerlei Ambitionen habe.

Letztlich wollte ich mit meinem Beitrag einfach denjenigen Mut machen, die ähnliche Bedenken haben wie ich sie früher hatte. Meine eigenen Erfahrungen haben mir gezeigt, dass die befürchteten Reaktionen – zumindest bei Menschen, die wir nicht kennen – in aller Regel sehr viel stärker in unserem Kopf stattfinden als in der Realität. Und außerhalb des eigenen häuslichen bzw. sozialen Radius ist das meiner Erfahrung nach sogar mehr als wahrscheinlich.


Bis dahin

Moondancer
Danke für Deine Berichte. Ich kann das alles nachvollziehen und habe auch vieles genau so, oder zumindest so ähnlich erlebt.
Noch ein paar Aspekte:
Eigene Frau:
Diese Kleidungsvorliebe vor der eigenen Frau zu verheimlichen, sollte man nicht machen, weil:
1. Wenn es die Frau merkt, und das ist irgenwann, dann kann es zu heftigen Problemen kommen. In Beiträgen vorher wurde das schon gut geschrieben.
Du stellst 25 Jahre Ehe aufs Spiel!
2. Wenn Deine Frau Bescheid weiss, brauchst Du die Fsh nicht mehr zu verstecken. Du kannst mit den Verpackungen genauso spielen, wie andere mit ihrer Briefmarkensammlung.
3. Du kannst sie auch im sozialen Umfeld "zu Hause" tragen
4. Wenn Frau den Fsh Fimmel toleriert, oder vielleicht auch mitmacht, kannst Du Dich auch in weiteren sozialen Umfeldern ausleben, wo sie mit dabei ist. Z.B. im Urlaub
Soziale Umfelde:
Jeder hat mehrere Soziale Umfelde. In einigen kann man mit Fsh offen rumlaufen, in anderen eben weniger oder auch nicht. Wenn man sich klar macht wo man ist, bzw. Wo man hingeht kann man sich sich dementsprechend kleiden. Ein generelles "immer Fsh" oder "nie Fsh" ist m.E falsch.
Wahrnehmung durch Fremde:
Jede Person wird vom Umfeld unterschiedlich wahrgenommen, gewöhnt sich daran, bis dies als "normal" erscheint.
Gut beobachten konnte ich das vor Jahrzehnten bei zwei Freundinnen. Die eine: nicht sonderlich attraktiv, pummelig, schlabber Öko-Look. Freundin danach: extrem attraktiv, gut gebaut, durchgestyled, aufwändig zurechtgemacht. Beide Damen wurden verschieden wahrgenommen. Die Leute haben unterschiedlich geschaut. Ich habe das realisiert, die beiden Damen nicht. Für sie war es jeweils normal.
Und wenn ich mit Shorts und Fsh rumlaufe gucken die Leute eben auch "normal".
 
Aber auch das ist letztlich nur eine Vermutung. Und selbst wenn es so wäre,
was ich geschriebe habe basiert nicht auf eine vermutung sondern auf eine feststellung. ich habe ja, ganz normal gekleidet, selbst gesehen,
wie sich da jemand zum clown gemacht hat. der hats nur nicht mehr mitbekommen, weil vor dem losprusten gewartet wurde, bis er außer
sicht- und hörweite war. aber glaubt, was ihr wollt und werdet glücklich damit. :)
 
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