Macht Crossdressen einsam ?

Gotti

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Als ich in einer vergleichbaren Situation war, war das Ende schon eine Erlösung.

In jeder nachfolgenden Beziehung habe gleich in den ersten 4 Wochen die Hosen runter gelassen. Erst verbal und dann real. Heute lebe ich seit 16 Jahren in einer Beziehung mit einer Frau die mich von Anfang an in DW nicht nur akzeptiert, sondern mich aktiv unterstützt.
 

Glatt 18

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Tja, hat mir in der einen Beziehung auch nichts genutzt. (seufz)

Erst alles super. Die Dame trug nicht nur FSH sondern auch Strapse und hat in die Beziehung auch ein, zwei Korsetts mitgebracht (die konnten gar nicht eng genug sein). Aber ach, Mme war krass borderline und mit einer (vom Arzt attestierter) multiplen Persönlichkeitsstörung gesegnet. Die wusste manchmal gar nicht mehr , welche Rolle sie gerade spielte. Da war alles dabei: brave Ehefrau, Nutte (die ging hinter meinem Rücken anschaffen) und noch so einiges, da steigen mir die Moderatoren aufs Dach, wenn ich das schildere.
Meine Hoffnung für die Zukunft (nicht meine!), es mögen sich Frauen wieder auf den Genuss schöner Stoffe einlassen, ohne komplett durchgeknallt zu sein.
 

Paule

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Ich glaube, der Begriff "einsam" ist im Zusammenhang mit Crossdressing sehr vielschichtig. Zum einen hat er eine subjektive Komponente, die man bis zu einem gewissen Grad selbst steuern kann, zum anderen bezieht er sich auch auf äußere Einflüsse, an denen man weniger ändern kann.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die „Verwandlung“ einen emotional und psychisch sehr beschäftigt und in Beschlag nimmt oder zumindest nehmen kann. Es ist eine sehr intensive Erfahrung, bei der man sich selbst genug ist. Mit anderen möchte man zunächst einmal nichts zu tun haben. Wenn man in diesem Stadium verharrt, ist man sicherlich sehr einsam.
Aber eventuell kommt man ja so weit, auch über den Tellerrand hinauszuschauen und sich mit anderen Crossdressern (ich bevorzuge den Begriff „Transvestit“) zusammenzutun. Ich habe da zu meiner aktiven Trans*zeit sehr positive Erfahrungen gemacht und einige nette Freund*innen kennengelernt, mit denen ich mich auch getroffen und ausgetauscht habe. Das habe ich als sehr bereichernd empfunden und kann ich nur jeder bzw. jedem empfehlen.
Bei unseren Treffen haben wir auch bewusst die Öffentlichkeit gesucht, sind in Geschäfte, Restaurants und sogar ins Theater gegangen. Dabei haben wir die Erfahrung gemacht, dass die (cis-)Menschen nicht beißen, öfters sind wir sogar in sehr interessante Gespräche mit ihnen gekommen. //Naja, bei 6 Männern wäre es ihnen auch schlecht bekommen, uns anzumachen . Sicherlich kann man auch in unangenehme Umgebungen geraten, für die man aber eigentlich einen Instinkt hat und die man automatisch meidet.

Bei alledem bleibt natürlich das Problem der objektiven Annahme. "Transen" sind spannend, aber wirklich verstehen tut sie in der Allgemeinheit keiner, der nicht auch eine solche Ader hat.
 

Rudiger

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Nein. Im Sinne der Überschriftfrage.
Macht es nicht.
Bei braven, behüteten Mädchen löst es gar Gier und Geilheit aus - falls man es erotisch-geheim hält.
Die Rollenumkehr bringt allerdings Manches mit sich.
Im jungen Alter sind Jungs, die sich daneben benehmen,
durch gesellschaftlichen Konsens abgedeckt. Halt wild, halt probierend,
halt auf Beute aus, hormonell und Alles - muß man verstehen! Tut man ja auch.

Rumgedreht, der Junge als Objekt, begehrt, umzankt, Prügeleien seinetwegen?
Da muß der Teufel im Spiel sein.
Na, ja - schmeichelhaft, aber gefährlich.

Du hast die Frage nachher auf Singles gemünzt. Singles sind einsamer, wenn
mich da nicht Alles täuscht. Single zu sein, ist also schon eine Voreinstellung
auch zu dieser Frage.
Als die Kinder groß waren, habe ich noch mal gewagt. Es gibt ja jetzt dies
Internet. Irre Flirtbörse. Als das mit der Musik so gut lief, habe ich mir da
auf MySpace dann noch ein Privatprofil angelegt. Ohne Gesicht.
Nur hohe Hacken.
Wir leben heute zusammen und sind jeden Tag froh darüber, nicht nur
wegen der Maßnahmen zugunsten unserer Gesundheit; wir sind gern
zusammengesperrt.
Uns fällt da dauernd was ein. Es wird nicht kurzweilig und sie hat
eine boshafte Geduld, mir immer höhere und höhere Hacken anzugewöhnen.
Wir sind so ein stinknormales Pärchen. Schon recht alt und beide gebraucht.
Aber:
Wir haben beschlossen, daß die geilere Hälfte des Lebens jetzt einfach
unser ist. Welche Kategorien und ob das Dressen Cross ist? Wir sind
Frau & Mann, sieht man, so geboren. Wie wir das im Privaten handhaben?
Man sieht, daß sie sich nicht schminkt und mehr so ein 'burschikoser Typ'
ist. Ich bin ein langhaariger Hühne.
Wir sind ein Lebenspärchen, ergänzen einander. Wir haben uns kennengelernt,
als Erotiksuchende, nach zwei Jahren begriffen, daß es mehr ist, nach acht
Jahren das tatsächliche Treffen/Zusammenziehen bewerkstelligt und wir
sind nicht mehr Singles.
Nein - Crossdressen oder scharfe Sachen anzuziehen, gefallen zu wollen,
erotisieren zu wollen, macht nicht einsam. Sich selber Vorwürfe zu machen
'weil man so ist' und in kein Raster paßt, das macht sehr, sehr einsam.
Viele von uns gehen durch tiefe Täler.
Selbstzweifel, Depression, es gibt grauenvolle Schicksale voller Leiden.
Daß ich als Vater "mütterlicher" war, weil das nun mal Liebe ist...
Lauter viele Einsichten und Erkenntnisse haben mir geholfen.
Heute bezeichne ich mich als Stocklesbe und die Leute lachen. Da ich
unleugbar, zweifelsfrei und unverhohlen sehr männlich bin, und halt
eine sehr handfeste Frau habe, (die wohl wirklich herrlich in lesbische
Beuteschemen paßt), stehen wir unter dem Schutz heterosexueller
Üblichkeit.
*
Mit dem Draußentragen, mit dem Alltäglichmachen, mit der Reizwäsche
auf der Straße, haben sich die Trägerinnen selbst Schaden zugefügt.
Es kucken doch mehr Frauen nach Frauen; aber nur um Fehler und
Laufmaschen und Unsicherheiten im Gangbild zu konstantieren.
Und:
Täten wir ihnen nach, wäre es rasch haargenau so, bei uns.
Erotischer Prickel besteht auch im Versündigen.
Genüßlich gegen Konventionen versündigen.
 

Foxiboy

Frischling
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Genau das ist meine Lebenseinstellung . Ich bin Leidenschaftlicher Damenwäscheträger , aber wie schon gepostet zuhause . Unsere Gesellschaft ist noch zu Intolerant Leuten wie uns gegenüber . Mir fällt mein Leben leichter da ich auch Single bin und auch bleibe , also bis jetzt ,
Vieleicht begegnet mir noch eine Frau die das nicht nur Tolleriert sondern Akzeptiert und vielleicht noch Fördert .Da gab es in meinen alten Forum eine menge Beiträge .
Aber selbst wenn es an die Öffentlichkeit kommen sollte , würde Ich so weiterleben wie bisher .:)
Solange ein großer Teil der Gesellschaft unkonventionelles Verhalten ablehnt, ist die Ausgrenzung ja vorprogrammiert, egal wie das unkonventionelle Verhalten nun aussehen mag. Es wird besser, aber es ist noch lange nicht gut.
Ja das ist leider so...ich betreibe es in light Version trage nur enge Damenjeans und Shorts unten drunter der täglich.mini nur zu Hause aber das Verlangen wird von Tag zu Tag stärker
 

Juliane

Alter Hase
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Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die „Verwandlung“ einen emotional und psychisch sehr beschäftigt und in Beschlag nimmt oder zumindest nehmen kann. Es ist eine sehr intensive Erfahrung, bei der man sich selbst genug ist. Mit anderen möchte man zunächst einmal nichts zu tun haben. Wenn man in diesem Stadium verharrt, ist man sicherlich sehr einsam.
Aber eventuell kommt man ja so weit, auch über den Tellerrand hinauszuschauen und sich mit anderen Crossdressern (ich bevorzuge den Begriff „Transvestit“) zusammenzutun. Ich habe da zu meiner aktiven Trans*zeit sehr positive Erfahrungen gemacht und einige nette Freund*innen kennengelernt, mit denen ich mich auch getroffen und ausgetauscht habe. Das habe ich als sehr bereichernd empfunden und kann ich nur jeder bzw. jedem empfehlen.
Bei unseren Treffen haben wir auch bewusst die Öffentlichkeit gesucht, sind in Geschäfte, Restaurants und sogar ins Theater gegangen. Dabei haben wir die Erfahrung gemacht, dass die (cis-)Menschen nicht beißen, öfters sind wir sogar in sehr interessante Gespräche mit ihnen gekommen. //Naja, bei 6 Männern wäre es ihnen auch schlecht bekommen, uns anzumachen . Sicherlich kann man auch in unangenehme Umgebungen geraten, für die man aber eigentlich einen Instinkt hat und die man automatisch meidet.
Ich kann Paule da nur zustimmen und das oben geschriebene nur unterstreichen.

Wir haben hier in Hamburg eine recht große Selbsthilfegruppe, in der wir uns, bis Corona kam, monatlich getroffen haben. Da waren auch stets etwa ein Drittel Partnerinnen dabei und nach der Gruppe sind wir oft gemeinsam zum Abendessen und klönen in ein Restaurant gefahren.
Aber auch Besuche in Theatern, im Planetarium zum Konzert, im Zoo, oder zu Spaziergängen in Parks sind wir gemeinsam und mit unseren Partnerinnen unterwegs gewesen. Nicht zu vergessen große Feiern oder Feste.
Einsam, im Sinne von allein, waren und sind bei uns keine. Und ich kann nur jedem empfehlen sich so eine Gruppe einmal anzusehen.
 
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