Erstaunlich!
Ich habe gerade mal kurz in die Luft geblinzelt und kann mich durchaus an diverse Situationen erinnern, die ich in der Kindheit erlebt habe.
So einige meiner Kindergartenfreunde habe ich noch gut in Erinnerung, auch den, der mich mit etwa 4 kurz vor dem Nachhausegehen von hinten anhob, um mich hernach nach vorn auf die Lehne des Kindergartenstuhls fallen zu lassen.
Auch das anschließende Treffen mit meiner älteren Schwester, die zu der Zeit im nahegelegenen Krankenhaus jobte und mir gut zuredete, als meine Unterlippe von innen genäht wurde.
Noch etwas früher, da muss ich analytisch betrachtet 3 gewesen sein, war ich allein im Garten Blümchen pflücken, was ich eine ganz zauberhafte Idee fand, was aber mein ebenfalls viel älterer Bruder, der die Sommerastern mit viel Mühe gezüchtet und gepäppelt hatte, nicht so recht goutieren mochte.
Das Wort "TAXI", das ich aus den "Ausschneidebuchstaben" in einem Heft der Sesamstraße gelegt habe. Meine Schwester studierte Germanistik auf Lehramt, die Sesamstraße war neu auf dem deutschen Markt, und ich war das erste Testobjekt für die angehende Lehrerin.
Auch diese weiße Metalltafel, auf die man bunte magnetische Buchstaben aus Plastik pappen konnte, die muss ich schon eine Weile besessen haben, bevor ich darauf Wörter legen konnte.
Auch dass ich in der Wohnungstür zwischen den Füßen meiner Mutter lag, während sie mit der Nachbarin von gegenüber oder unten oder oben, oder mehreren gefühlt stundenlang tratschte, und an den Waden die Nylonstrumpfhose mit den Fingern von ihrer Haut abzog, um sie zwischen Daumen und Zeigefinger zu reiben, was ein haptisch nachhaltiges Erlebnis war.
Wenn ich einmal anfange, mich da zu erinnern, kommen immer noch neue Erinnerungen hinzu, schon erstaunlich, wie so ein Gedächtnis auch über längere Zeit funktioniert