Dann will ich es mal anders ausdrücken - es gibt Angst und Angst. Es gibt eine berechtigte Angst vor realen Gefahren und es gibt eine Angst die durch Kopfkino entsteht die aber keinerlei reale Berechtigung hat.
Naja, vielleicht richtig.
Dummerweise sagt einem die Angst aber vorher nicht, ob sie "Typ I", oder "Typ II" ist.
Ich glaube, dass Angst immer eine Berechtigung hat, immer einen Hintergrund.
Manchmal liegt er in der Sache, manchmal in einem selbst.
In beiden Fällen lohnt es sich, sich damit auseinanderzusetzen, was der Hintergrund der Angst ist.
Meine erste große Liebe litt unter einer Angststörung, ich habe mich also zusammen mit ihr recht intensiv damit auseinandergesetzt (Immerhin über 10 Jahre).
Angst ist nicht "grundlos", oder entsteht ausschließlich als Kopfkino, das Kopfkino spielt erst als Angstverstärker eine Rolle.
Wenn du dann "lernst", dass die Angst objektiv unbegründet ist, dein Herz nicht einfach stehen bleibt und du tatsächlich einfach weiteratmen kannst, beseitigt das nicht die Ursache für deine Angst. Es erlaubt Dir vielleicht Strategien damit umzugehen, aber so lange du nicht herausfindest, warum dein Hirn die Angst erzeugt, wird sie nicht verschwinden, sich allenfalls neue Wege suchen.
Ok, es mag so eine "Angst" geben, die vor etwas Unbekanntem besteht, die sich durch eine Konfrontation dann als unbegründet herausstellt und die du dann einfach vergisst, aber die eigentliche Ursache ist auch dann tiefer, nämlich deine Angst vor Neuem, Unbekanntem.
Letztere wäre dann deine Kopfkino-Angst ohne reale Berechtigung, um das aber zu erkennen, lohnt es sich auf jeden Fall, sich mit ihr auseinanderzusetzen, um sie überhaupt einordnen zu können.
Just my two pence
Adrian