@Fahrenheit451
Es mag nach Haarspalterei klingen, aber da steckt viel mehr dahinter.
Noch ein paar Beispiele zur Verdeutlichung:
Wenn man bei einem Produkt die Beschriftung „Made in China“ entfernt und durch eine Beschriftung „Made in
anderem Land“ ersetzt, dann ist das „Umlablen“. In einem Fabrikgebäude in Hong Kong hatte ich das in 1996 tatsächlich mal gesehen, ein ganzer Container Kleidung wurde so bearbeitet. Damals war Hong Kong Britische Kronkolonie und GB Teil der EU. Die genauen Zoll- / Steuerrechtlichen Auswirkungen kannte ich nicht, aber es muss sich gelohnt haben. Die "Werkstatt" war gut organisiert und eingerichtet. Das Tun natürlich verwerflich.
iPhones sind „Design in USA“ und „Made in China“ (wobei auch immer mehr in Indien und anderen Ländern gefertigt wird).
Alle Mercedes SUV Typ GLE sind „Made in USA“. Sowohl Konstruktion als auch Fertigung laufen in Tuscaloosa, Alabama, USA. Die Plattformentwicklung läuft international bzw. auch in Deutschland. Bei diesen Autos sind auch mexikanische Zulieferer beteiligt.
Dacia-Autos werden in Rumänien und in Marocco (Tanger und Casablanca) gebaut, jetzt auch in China (E-Autos). Als Teil der Renault-Gruppe sind die Produkte technologisch und qualitativ OK. Einen jungen gebrauchter Dacia Duster könnte ich mir gut vorstellen im Rahmen vom "Downsizing" im Alter.
Das Beispiel Kabelbäume für Airbus Flugzeuge hatte ich schon gebracht: Produktion in der Nähe von Tunis, Tunesien. Gehörte früher zu Zodiac Aerospace, jetzt zu Safran (F). Dort werden auch Flugzeugsitze für Economy am Fließband, für Business und First in Kleinserien gebaut.
Der Unterschied ist:
- Auf der einen Seite: Kriminelle Aktivitäten, klar strafbar
- Auf der anderen Seite: Völlig normales Geschäftsgebaren im Zuge der Globalisierung