Beim ersten Mal tat´s noch weh. Oder: nur Mut...

Wenn es doch nur ein kleines unschuldiges Geheimnis ist, warum dann nicht die Karten offen legen?
Hallo Leverkühn,
ich möchte dieses Thema nicht weiter aufblasen, zumal ich mit meinem Smartphone nicht eine solche Sprachgewalt entwickeln kann. Das ist mühsam, weißt Du?

Ich habe meiner Frau gegenüber die Karten bereits vor einem Vierteljahrhundert offen gelegt. Dieses Bekenntnis ist mir damals äußerst schwer gefallen und ich habe mir vorher wirklich große Sorgen gemacht. Meine Sorgen waren gottlob unbegründet. Es hat sich anschließend an unserer sehr guten Ehe absolut nichts verändert. Sie hat es nach meinen Erläuterungen akzeptiert und toleriert. Das werde ich ihr nie vergessen, zumal ich ihr auch gestanden habe, daß ich vorher schon länger heimlich Strumpfhosen getragen habe. Daher erachte ich den Fetisch als harmlos. Gefährlich wird er nur, wenn man ihm zu viel Bedeutung verleiht. Dann kann diese Leidenschaft zu einem wahren Monster werden.

Ich spreche hier nun vor allem für diejenigen, die diese Leidenschaft als belastend, peinlich und als nicht mitteilbar empfinden. Diese Leute, die sich dann hier anmelden und in ihren seelischen Nöten Zuspruch, Austausch und Rat erhoffen, sollte man nicht gleich mit der moralischen Keule kommen und sie zu einem raschen "ehrlichen Bekenntnis" drängen. So etwas muss reifen. Man kann sie dabei verständnisvoll und behutsam begleiten.
 
Einspruch euer Ehren, die allermeisten Leute, die sich hier schnell wieder verabschieden tun dies weil sie bei uns keine Sexdates und Ähnliches finden können und nicht weil Menschen wie du oder Alfalfa oder ich hier ihre Meinung schreiben.

Liebe Krabat,

entschuldige bitte, wenn ich hier nicht in gleicher Weise in Juristensprech verfalle, sondern Klartext zu reden versuche. Ich bin dennoch überzeugt, daß sich nicht wenige hier verabschieden, weil einige Leute, die schon länger hier drin sitzen, den Neulingen mit moralischem Zeigefinger Stress machen.

Noch mal Einspruch. Nach meiner Erfahrung - und dies ist hier im Forum auch an vielen Stellen nachzulesen - tut es der Ehefrau oder Partnerin sehr weh, wenn er es ihr verheimlicht und sie es dann irgendwann mitbekommt. Dabei ist der Schmerz der Frau meist gar nicht das er Strumpfhosen trägt, sondern dass er es ihr jahrelang verheimlicht hat, ihr also nicht vertraut hat.
Ein solch pikantes Geheimnis schon eine Weile, oft jahrelang, für sich behalten zu haben, macht es unheimlich schwer, dies irgendwann irgendjemandem zu sagen. Es ist für viele schlicht nicht mitteilbar und mit der Zeit wird das immer schwerer. Das galt auch für mich. Wenn man schlussendlich die Kraft findet, es der Ehefrau zu sagen, dann sollte man natürlich auch gute Argumente haben, warum man damit erst jetzt ankommt. Ob die Frau das dann versteht bzw. verstehen kann, ist eine weitere, nicht ganz unwichtige Frage. Jeder kennt ja seine Pappenheimer und muss das Risiko einschätzen. Dies auch im Wissen, dass man von der Strumpfhose nicht loskommt. Es kommt also auf den Einzelfall an. Daher ist meine Empfehlung: Behutsam, verständnisvoll mit den Neulingen hier umgehen, die quasi in der Patsche sitzen. Druck zu machen finde ich einfach nicht fair.

Zum dritten Mal Einspruch: Es ist völlig in Ordnung unterschiedlicher Ansicht zu sein. Dafür ist das Forum da, denn so entsteht Austasuch. Wenn alle der gleichen Ansicht sind wird es schnell langweilig.
Ich finde es aber nicht in Ordnung einen anderen, dessen Meinung man nicht teilt, als "seltsamen Typen" zu bezeichnen, es sei denn man schließt sich selbst auch als seltsam mit ein. Mit anderen Worten: Auch dich und mich findet bestimmt der eine oder die andere seltsam. Ich halte es besser sich mit solchen Bewertungen zurückzuhalten, egal von wem sie hier kommen.

Ebenso fände ich es völlig okay wenn du sagen würdest "...ist es mir nicht wert, weitere Worte an sie zu verwenden" Denn dann sprichst du von dir und schreibst deine Meinung und das ist mir herzlich willkommen.
Aber daraus ein für uns alle allgemeingültiges Gesetz zum machen: "sie sind es nicht wert ... " halte ich für grundfalsch. Damit erhebst du dich zum Richter über andere, der meint die Norm vorgeben zu können was andere als wert finden und was nicht. Mit anderen Worten auch wenn du es nicht wert findest darüber Worte zu finden, kann dies Anderen sehr wohl wert sein.
Sorry, aber zu Deinem dritten Einspruch möchte ich mich jetzt nicht verkämpfen. Möglicherweise habe ich irgendetwas falsch gesagt. Dafür möchte ich mich entschuldigen.
 
Nun sind wir doch vom "kleinen Geheimnis" und der unschuldigen Freude zu:

Dieses Bekenntnis ist mir damals äußerst schwer gefallen und ich habe mir vorher wirklich große Sorgen gemacht.
und
... die diese Leidenschaft als belastend, peinlich und als nicht mitteilbar empfinden. Diese Leute, die sich dann hier anmelden und in ihren seelischen Nöten ....
gekommen.

Hältst du es denn vor dem Hintergrund deiner Wortwahl dann wirklich für eine gute Idee, den Sorgen und Nöten einfach nur eine rosarote Brille hinzuhalten, auf dass sie sich in rosa Wölkchen auflösten?
Mir selbst scheint dieser Ansatz doch recht einfach gestrickt zu sein und wenig tragfähig.
 
Hältst du es denn vor dem Hintergrund deiner Wortwahl dann wirklich für eine gute Idee, den Sorgen und Nöten einfach nur eine rosarote Brille hinzuhalten, auf dass sie sich in rosa Wölkchen auflösten?
Mir selbst scheint dieser Ansatz doch recht einfach gestrickt zu sein und wenig tragfähig.
Ich habe gar keine rosarote Brille (lach).

Ich empfehle: Verständnis, Sensibilität, Behutsamkeit, Zuhören. Diese Leute, die in der "Strumpfhosenfalle" sitzen, sollten hier nicht gleich zu möglicherweise schwerwiegenden und schnellen Entscheidungen gedrängt werden. Ein Bekenntnis, ein "Beichte", muss sorgfältig vorbereitet werden und man muss Kraft dafür sammeln.
 
Ich möchte an dieser Stelle vor allem allen anderen Männern, die einen ähnlichen Werdegang oder eine ähnliche Situation haben, wirklich Mut machen.
Danke fürs Mut machen. Den brauche ich diesbezüglich gar nicht. Ich bin niemand, der in knielangen kurzen Hosen (sind die jetzt lang oder kurz oder beides gleichzeitig?) durch die Öffentlichkeit stapfen muss, um die möglichen Reaktionen der Mitmenschen zu provozieren und anschliessend zu analysieren.
Zunächst einen herzlichen Dank an alle Paartherapeuten und Hobbypsychologen für eure Einschätzung zum Thema Ehe und dem Umgang mit meiner Leidenschaft.
Ok, das ist als Anrede an die geneigte Leserschaft nicht besonders nett, aber eventuell teilweise nachvollziehbar.
Du bist ein sehr respektabler Mann und Familienvater und hast das verdammte Recht, selbst darüber zu entscheiden, ob und wann Du dieses (harmlose) Geheimnis Deiner Frau mitteilst.
Woher weisst du das alles nur so genau, Beate?
ch wollte ja auch nur berichten, dass es mir mittlerweile große Freude bereitet, FSH zu (knielangen) kurzen Hosen in der Öffentlichkeit zu tragen und dass dies deutlich wenige Aufmerksamkeit bzw. Probleme als befürchtet erregt – nämlich absolut gar keine.
Wenn du doch in aller Öffentlichkeit so gar keine Probleme erfahren hast, und das kann man dir nicht absprechen, dann habe ich den Gedanken, ob du das Geheimnis vor deiner Frau nur hast, um in der so harmonischen Ehe ein Geheimnis zu haben. Vielleicht hat sie auch eins. Who knows. Oder ist sie Beate? Die kennt dich so gut.
 
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