Tod der Strumpfhose...

Ich sehe üblicherweise hier in Berlin weniger Frauen pro Tag in FSH als Spree, obwohl ich von und zur Büroarbeit auch nur in "Öffi's" (U7, Bus M49) unterwegs bin, aber jetzt sind es (ohne Schülerinnen, da Ferien) 1-2 pro Fahrten täglich. Darüber freue ich mich und gucke die bestrumpften Beine und deren Besitzerinnen bewundernd und unaufdringlich an. Ich denke, einige Frauen werden weiter FSH tragen, da sie die bewundernden Blicke der Männer mögen.
 
Der Tod der Strumpfhose.... Nun ja, es gibt sie ja noch! Auch wenn die Strumpfabteilungen in den großen Häusern immer "übersichtlicher" werden, ist das Angebot noch da.
Ich persönlich freue mich immer wieder über ein schönes Bein in Nylons. Ich muss aber leider gestehen, dass diese schönen Anblicke immer seltener werden. Hier zeigt es sich, dass die Feinstrumpfhose ein reines "Add-on" für die Damenmode ist. Ist die Damenmode eher beinlich bedeckt, dann bleibt die Strumpfhose im Schrank.

Das zeigt mir deutlich, dass die Strumpfhose bei den Damen kein primäres Kleidungsstück ist und das nicht erst seit den letzten Jahren. Keine Frau zieht sich eine Strumpfhose an und denkt dann darüber nach, was sie dazu kombinieren könnte.

In der guten alten Zeit wurde die Strumpfhose als "Muss" vorgeschrieben. Ich erinnere mich an die Mitarbeiterin meines Vaters, die beinahe die Wände hochgegangen ist, weil sie keine Ersatzstrumpfhose dabeihatte.

Eine fiese Laufmasche hatte sich über ihre Wade gezogen. Ihre Meinung: "Es würde eine "Charakterschwäche" bloßstellen. Aha....

Sie hatte ihre Arbeit unterbrochen und ist dann in die Stadt gefahren, um sich eine neue Strumpfhose zu kaufen. Das zeigt mir, dass die Damen früher die Strumpfhose nicht aus purer Leidenschaft getragen haben.

Beruflich bin ich weltweit in der "Business-Zwirn" Abteilung unterwegs (kann die Erfahrungen von Relax #136 stützen). Hier sind die Kolleginnen beinahe gänzlich in Hosenanzügen unterwegs. Kommt bei den Damen der Rock zum Einsatz, dann meist ohne Nylons an den Beinen. Ist auch okay für mich, denn 9 Stunden verlangen nach einer angemessenen und komfortablen Kleidung. Wenn die Beine glatt und ansehnlich sind, wozu dann Nylons (auch wenn es mich ein wenig schmerzt)?
Der Hosenanzug ist für die Arbeit einfach die bessere Wahl und sieht ja auch nicht schlecht aus.

Ich meine und stütze mich hier auf meine Frau, dass
  • Der modische Aspekt gegeben sein muss, wo die Strumpfhose (egal welche Stärke) das Bild abrunden kann oder muss.
  • Strumpfhosen nicht so gern getragen werden, weil sie allgemein als unbequem und zu teuer eingestuft werden.
  • die Strumpfhose zu drastisch zeigen kann „..hey, schaut her, ich habe klasse Beine…“. Das ist nicht jederfrau Masche, besonders wenn sie ihre eigenen Beine nicht als sehr attraktiv empfinden und unter Hosen verstecken. Her sind die jungen Frauen sicherlich offener und das sei Ihnen auch gegönnt. Auch in meiner Jugendzeit haben sich die Mädels schick gemacht, wenn auch ohne Strumpfhosen.
 
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Falls Du aber meinst, dass Berlins "Hang zur Insellage" bedeutet, son Bischen anders zu sein als der aller größte Teil der deutschen Städte, da gebe ich Dir Recht. Um hier gerne zu leben muss man schon ein Wenig Plemm-Plemm sein.
Ich weiß nicht, ob es ein typisches Merkmal von Hauptstädtern ist, ständig zu betonen dass in Ihrer Stadt alles viel größer, besser, interessanter, moderner, hipper u.s.w. ist.

Selbst wenn das so ist (und ich es auch teilweise bestätigen kann), was kann der einzelne Mensch dafür dass er zufällig dort geboren ist. Jedenfalls hat er, aber auch der Zugezogene, wenig Einfluss darauf bzw. seinen Teil dazu beigetragen. Aber in Berlin gibt es ja bei Woolworth Nylonstrümpfe, die im Rest der Republik aus dem Sortiment genommen worden sind (Wenn man da genauer nachfragt herrscht eisiges Schweigen im Walde).

 
Sicher trifft das nicht auf alle Hauptstädter zu, so werden andere Bewohner einer Hauptstadt in der „Provinz" zwangsweise in Mitleidenschaft gezogen. Mir ging es in Frankreich nicht besser und somit habe ich gegenüber Franzosen als Herkunftsort den Namen meines Pariser Vorortes angegeben, mit denen die wenigsten etwas anfangen konnten. Und auch jetzt verschleiere ich ein wenig meinen Hauptwohnsitz, wenn mich jemand danach fragt. Denn viele europaweit empfinden es nicht gut, was aus dieser Stadt kommt.

Ich möchte nicht abstreiten, dass auch ich in Sachen Feinstrumpfwaren in Berlin eine höhere Dichte bemerkt habe, aber primär dort wo gefeiert wird oder es sich um touristische Hotspots handelt, aber Stuttgarter Platz ist nicht gleich Pariser Platz. Bleiben wir in Paris, im inneren Stadtbereich im erweiterten Sinn rum um Notre Dame rechts und links von der Seine gab es genug zu bewundern, schon 5 Km jeweils weiter ist es die Einöde in Sachen unserer Leidenschaft.

So ist es selbst bei einer (Haupt-)Stadt eine Frage, wo man sich bewegt. Binnies hat ja bestätigt, dass Deine Beobachtungen sich nicht auf das ganze Stadtgebiet zutreffen.

Dazu eine Anekdote am Rand:
Bei einem zweitägigen Aufenthalt im Frühjahr letzten Jahres sind mir in Berlin 3 Frauen begegnet, alle 3 in sehr knappen Shorts mit schwarzen Feinstrumpfhosen, deren verstärktes Höschenteil auffällig unten aus den Shorts hervorschaute und alle mit mindestens einer ausgeprägten Laufmasche.

Nun stellt sich die Frage, waren das Berlinerinnen, denen die

  • hier im Forum gern gebrauchte These, Qualität hat seinen Preis
  • den pfleglichen und schonenden Umgang mit Feinstrumpfwaren
  • die Zweckmäßigkeit einer mitgeführten Ersatzstrumpfhose
  • die Tatsache, dass es auch Feinstrumpfhosen ohne verstärktes Höschenteil gibt
völlig entgangen ist, als sie diese Modeerscheinung anwenden wollten oder handelte es sich um Landpomeranzen, die für einen Tag den Duft einer Metropole schnuppern wollten und eh keine Ahnung haben, was eine waschechte Berlinerin trägt.
 


Da mir Autofahren in Berlin nicht besonders viel Spaß macht bin ich zu 95 % mit den Öffis unterwegs
Ich denke, das triff auf alle größeren Städte im In- und Ausland zu.
Und unabhängig davon: Wenn Du Dich ja gerne in der Stadt bewegst, verfälscht das nicht da Bild? Man bekommt auf einem fahrenden Motorrad mehr Regentropfen ins Gesicht als wenn man an einer Ampel steht, obwohl die Niederschlagsstärke gleich ist.



 
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