Lehrer, Angestellte, Arbeiter und ihre Stellung in Sozialsystemen

Der etwas profane Schluss vom mir ist nun: Je höher der Gegenwind (von Menschen, die sich nicht regelmäßig als Dumpfbacken outen) bei einer eigenen Aussage, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass man Quatsch von sich gegeben hat. Man sollte jedenfalls den Gegenwind von verschiedenen (ernst zu nehmenden) Seiten zum Anlass nehmen, die eigene Aussage einer Überprüfung zu unterziehen, insbesondere wenn der Gegenwind aus weltanschaulich verschiedenen Lagern kommt. @Krabat, @florenzfalke und @leverkuehn würde ich alle drei als qualifiziert in diesem Zusammenhang einstufen, um einmal nur die Hauptakteure in diesem Thread zu nennen.
Ich hatte schon länger den Verdacht, dass du im diplomatischen Dienst tätig sein könntest ;)
 
Weiterhin hat der Beamte sich wohl zu verhalten und muss sich zur freiheitlich demokratischen Grundordnung bekennen - muss also politisch "richtig herum" ticken. D.h. immer schön ja zu allem sagen und nie aufmüpfig werden.
@Krabat, wann immer du zurück bist. Auf den blauen Text bezog sich meine Bewertung als Quatsch. Willst du mir erklären, das sei eine legitime Beschreibung eines Beamten? Da gibt es nichts Schönzureden und auch kein Verständnis für andere Sichtweisen oder Standpunkte. Wer das Bekenntnis zur Freiheit und zur Demokratie, ja die beides ist mir besonders wichtig, als „richtig herum ticken „ diffamiert, der muss aushalten, das sein Geschreibe als Quatsch bezeichnet wird. Vor 36 Jahren haben viele Menschen im Osten beides gewollt und bekommen. Mein Eindruck (!) ist, dass der Wert von Freiheit und Demokratie inzwischen geringer geschätzt wird. Und dann werde ich hier noch angemacht, weil man solche oben zitierten „Meinungen“ als Quatsch und Halbwahrheiten bezeichnet. Ich bin bedient. Habe die Ehre.
 
Ich unterstelle mal, dass die überwiegende Mehrheit der Menschen nicht absichtlich Quatsch von sich gibt (obwohl es das schon auch geben soll). Der Sender hat wenig Einfluss darauf, wie etwas beim Empfänger ankommt. Es kann durchaus sein, dass ein Empfänger eine Aussage als Quatsch einstuft, ein anderer diese aber für bare Münze nimmt, abhängig von Intelligenz, Bildung, Lebenserfahrung, etc. Wenn allerdings mehrere Empfänger zur gleichen Beurteilung kommen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich diese Beurteilung der Realität annähert, wobei sie natürlich auch dann nicht immer stimmen muss.

Der etwas profane Schluss vom mir ist nun: Je höher der Gegenwind (von Menschen, die sich nicht regelmäßig als Dumpfbacken outen) bei einer eigenen Aussage, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass man Quatsch von sich gegeben hat. Man sollte jedenfalls den Gegenwind von verschiedenen (ernst zu nehmenden) Seiten zum Anlass nehmen, die eigene Aussage einer Überprüfung zu unterziehen, insbesondere wenn der Gegenwind aus weltanschaulich verschiedenen Lagern kommt. @Krabat, @florenzfalke und @leverkuehn würde ich alle drei als qualifiziert in diesem Zusammenhang einstufen, um einmal nur die Hauptakteure in diesem Thread zu nennen.
Danke für deinen alle Seiten berücksichtigenden, ausgewogenen Beitrag und vielen Dank für deine Einschätzung.
Ich gebe dir das Prädikat qualifizierter und reflektierter Mitmensch sehr gerne.
 
Weiterhin hat der Beamte sich wohl zu verhalten und muss sich zur freiheitlich demokratischen Grundordnung bekennen - muss also politisch "richtig herum" ticken. D.h. immer schön ja zu allem sagen und nie aufmüpfig werden.
Auf den blauen Text bezog sich meine Bewertung als Quatsch.
Ich wollte das Thema darauf beruhen lassen, da Du aber scheinbar immer noch darauf herum reitest: Butter bei die Fische

Wie schaut es beispielsweise bei einer Mitgliedschaft und Betätigung eines Beamten in der AfD aus? Gut? Nicht gut? Die AfD ist immer noch, egal wie unappetitlich deren Erscheinungsbild und deren politische Thesen sind, eine zu Wahlen zugelassene, nicht verbotene politische Vereinigung, die sogar staatliche Parteienfnanzierung erhält. Ich gehe auch straff davon aus, dass ein Verbotsverfahren gemäß Art. 21 GG schlicht an der Begründung scheitern würde (alles, was man dazu als Begründung bisher lesen konnte, war eher dürftig). Also, darf/kann/sollte sich ein Beamter offen politisch in der AfD betätigen, ohne disziplinarische Folgen fürchten zu müssen. Bitte eine reale Einschätzung.

Wie sähe es bei einer politischen Betätigung in ähnlich kontrovers gehandelten Parteien wie dem Bündnis Sahra Wagenknecht, der Marxistisch Leninistischen Partei Deutschlands, der WerteUnion, der Sozialistischen Gleichheitspartei usw. aus, die ebenso wenig verboten sind?

Darf/kann/soll sich ein Beamter als Privatperson zu kontroversen Themen öffentlich äußern und dort auch kritische/unangepasste Meinungen und Haltungen vertreten, ohne disziplinarische Folgen fürchten zu müssen? Insbesondere wenn der Beamte seinen dienstlichen Aufträgen und Pflichten nachkommt. Mir fielen da auf Anhieb
  • die Einwanderungs- und Einbürgerungspolitik
  • die Corona-Maßnahmen
  • der mittlere Osten und die dortigen Konflikte, bspw. der syrische Bürgerkrieg, die politischen/militärischen Handlungen Israels im Libanon, in Gaza, im Westjordanland und im Iran
  • der Ukrainekrieg
  • die internationale Sanktionspolitik und das Verhältnis Deutschlands/der EU zu Russland und anderen unangepassten Staaten
  • die Sanktionierung und damit einhergehende Entrechtung und Enteignung von europäischen Staatsbürgern par ordre du mufti - ohne Gesetz, ohne Anklage, ohne Rechtsbeistand und ohne Urteil (nebenbei bemerkt der wohl schwerste Verstoß überhaupt gegen das Prinzip römischen Rechts, auf dem unser ganzer Rechtsstaat basiert)
  • das trumpsche Amerika, das bidensche Amerika, die heutige EU
  • die hiesige Verschuldungspolitik, Aufrüstungspolitik und Kriegstrommelei
ein. Wenn da alles Tutti ist und es keine Probleme gibt, dann lieg ich wohl falsch. Die Realität sagt jedoch was anderes...

Im übrigen ist von meiner Seite alles zum Thema Beamte gesagt: Beamte sind sehr billige und verfügungsfähige Arbeitnehmer für den Dienstherrn. Beamte werden vergleichbar schlechter bezahlt, haben eingeschränkte Rechte, keine soziale Absicherung bei Ausscheiden aus dem Dienstverhältnis, dafür jedoch ein im Vergleich äußerst sicheres Einkommensverhältnis und ein höheres Ruhestandseinkommen als versicherungspflichtig Beschäftigte. Die Diskussion "Beamte sollen auch in die gesetzliche Rente einzahlen, damit sie genauso beschissene Renten bekommen wie andere Arbeitnehmer" geht somit am Thema vorbei, denn warum soll sich dann noch jemand für eine Beamtenlaufbahn entscheiden, wenn sich das Beamtentum selbst im Alter nicht mehr lohnt? Aus purem Idealismus?
 
Kurz und knapp: Ja
Ein Beamter hat Rechte und Pflichten. Wenn er in Gewissensnöte kommt, hat er immer noch die Wahl, seinen Beamtenjob aufzugeben, so wie sich jeder andere Arbeitnehmer einen neuen Job suchen kann, wenn ihm sein aktueller Arbeitgeber nicht behagt. Manche Beamte tun das wohl, wenn ihnen das „Dienstkorsett“ zu eng wird. Die meisten haben mit den von dir angeführten Punkten wahrscheinlich kein Problem. Ich habe auch noch nie gehört, dass Beamte keine Meinung haben dürfen. Aus Gründen halte ich die von dir notierten Stichpunkte für nicht aussagekräftig. Das, was du aufzählst, damit haben Politiker an den politischen Rändern Probleme. Ob das einen Beamten an der Ausübung seines Berufs hindert, weiss ich nicht, habe ich in meinem Bekanntenkreis aber noch nie gehört.
Zu dem, was du unter „alles gesagt“ anführst, äussere ich mich nicht mehr. Darauf wurde schon von anderer Seite geantwortet. Ich vertrete deinen Standpunkt jedenfalls nicht. Wenn es denn stimmen würde, solltest du deine Behauptungen durch Zahlen und Quellenangaben stützen. Genau das wird dir schwer fallen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Du merkst aber schon, dass Du Dich jetzt derb in Dich selbst widersprichst. Einerseits schreibst Du, ich läge falsch und somit wäre alles Tutti und Beamte dürften sich frei politisch betätigen und äußern, selbst wenn es nicht gerade en vogue ist und niemand brauch disziplinarischen Folgen für nix zu fürchten - auf der anderen Seite sagst Du, wenn es dem Beamten nicht passt, dass er eben nicht politisch frei handeln und sprechen kann (=sich politisch korrekt verhalten muss), kann er ja gehen. Ja was denn nun? Entweder, oder?

Ich weiß, letzteres. Ist ja schließlich auch real gelebte Praxis. Bloß nicht das falsche sagen oder tun, sonst können disziplinarische Maßnahmen folgen. Ist ja auch an sich kein Problem, wenn das so organisiert wird. Jeder Staat macht seine eigenen Regeln. Wie gesagt, es ist völlig ok. Wir machen das eben so, andere eben anders. Einzig, man sollte dann dazu stehen und nicht so einen Eiertanz aufführen und ständig behauptet, es wäre nicht an dem, sondern ganz anders. Flauschiger vielleicht. Wobei sich dann für mich wieder die Frage stellt, warum tut man das überhaupt? Um sich "besser", "moralischer, "sonst wie" zu fühlen? Ich weiß nicht... Da gefällt mir die harte Realität dann doch besser nach dem Motto: isso, komm' damit klar und leb' damit - selbst wenn's doof ist!

Und ja, mir ist bekannt, dass in den letzten Jahren allein auf Bundesebene jedes Jahr um die 900 Beamte freiwillig aus dem Beamtenverhältnis ausgetreten sind - aus den verschiedensten Gründen.
 
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